Ernährung

Die Zukunft der Ernährung

© iStock.com / JVisentin
Die Zukunft der Ernährung ist eindeutig! Sie ist vegan!

In diesem Video erklärt Commander William T. Riker der Mensch des 24. Jahrhunderts esse synthetisches Fleisch und würde Tiere nicht mehr zu Nahrungszwecken versklaven. Klar, das ist Star Trek – aber haben wir nicht vielleicht auch eine Möglichkeit, uns so zu ernähren, dass Tiere, die Umwelt und unsere eigene Gesundheit weniger leiden?

Innovative Unternehmen sorgen bereits für Pflanzendrinks, vegane Eier und veganes Fleisch – Produkte, für die kein Tier leiden muss. Veganes Fleisch ähnelt dem Tierprodukt schon jetzt so stark in Aussehen, Geruch und Geschmack, dass wir uns auf eine humanere und nachhaltigere Zukunft freuen können.

Wissenschaft kann Tiere retten

Die von PETA USA zum Unternehmen des Jahres 2013 gekürte Firma Beyond Meat bringt es auf den Punkt: „Die Hauptbestandteile von Fleisch – Aminosäuren, Lipide, Spurenelemente, Kohlenhydrate und Mineralstoffe – finden sich schließlich nicht nur im Tierreich.“ Das Unternehmen arbeitet mit analogen Elementen aus Pflanzen, um Produkte mit genau den Proteinen, mit dem Geschmack und dem Aussehen zu kreieren, nach dem Fleischesser suchen.

Impossible Foods hat außerdem herausgefunden, wie man Proteine und andere Nährstoffe aus Pflanzen isolieren kann, um den Geschmack und die Konsistenz eines Burgers auf Molekularbasis zu schaffen. Mit dem „blutigen“, roten, tierfreundlichen Fleisch lassen sich Fleischesser täuschen und Veganer verwöhnen. Die Firma erklärt, dass wir – der Wissenschaft sei Dank – nichts von unserem (veganen) Kuchen abgeben müssen und trotzdem den Planeten retten können: Die Produktion eines solchen Burgers erfordert nur ein Viertel der Wassermenge und nur 5 Prozent der Landgröße, die für einen Rindfleisch-Burger notwendig wären. Im Vergleich zum Rindfleisch-Burger sorgt der Impossible Burger auch nicht für eine Menge an Treibhausgasen, wie sie auf einer Strecke von 18 Meilen von einem durchschnittlichen Auto ausgestoßen werden.

Auch andere Unternehmen haben ähnlich bahnbrechende Produkte geschaffen. New Wave Foods nutzt beispielsweise eine Kombination aus Algen und anderen pflanzlichen Inhaltsstoffen, um vegane Schrimps herzustellen, die wirklich genau wie ihr tierisches Gegenstück schmecken (aber theoretisch für Allergiker einen weiteren Vorteil haben).

Perfect Day braut (ja, genau – ‘braut’, genau wie bei Bier) die gleichen Proteine, wie man sie in Milch findet (z.B. Kasein und Molke), ohne auch nur eine einzige Kuh zu misshandeln.

Clara Foods stellt veganes Eiweiß her. Und aus dem leckeren VeganEgg von Follow Your Heart kann man wunderbar Omelette, Quiche und alles dazwischen herstellen. Diese Produkte enthalten wesentlich seltener Salmonellen oder andere Pathogene, die häufig in Eiern auftreten.

Die Wissenschaft hat außerdem Mittel und Wege gefunden, Tierzellen zu nutzen, ohne die Tiere dafür zu schlachten. Fleisch aus dem Labor – sogenanntes „sauberes Fleisch“ – bedient sich der Zellen von Lebewesen, ohne ihnen auch nur ein Haar zu krümmen. Die Zellen werden dann in Muskelgewebe verwandelt, aus dem Nahrungsmittel hergestellt werden können. Mark Post ist Inhaber des Physiologielehrstuhls der Universität von Maastricht und Leiter des dort angesiedelten Projekts „Cultured Meat“.  Zusammen mit seinem Team fand er heraus, dass man 175 Millionen Burger aus den Zellen einer einzigen Kuh herstellen könnte – verglichen mit 440.000 Kühen, die in der landwirtschaftlichen Tierhaltung für diese Menge an konventionellen Burgern geschlachtet werden müssten.

Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass Laborfleisch bis zu 96 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen verursachen würde als konventionell hergestelltes Fleisch. Wissenschaftler gehen außerdem davon aus, dass Laborfleisch 7 bis 45 Prozent weniger Energie in der Herstellung benötigen würde als die gleiche Menge Schweine-, Schafs- oder Kuhfleisch.

Die  landwirtschaftliche Tierhaltung nimmt die steigende Nachfrage nach veganen Produkten natürlich wahr. Die Multimilliarden schwere Eierindustrie fühlte sich durch die Mayonnaise Just Mayo derart bedroht, dass sie jahrelang dagegen ankämpfte. Weil die Industrie aber merkt, dass sie gegen die Entwicklung nicht ankommt, schließt sie sich ihr immer mehr an: Tyson Foods investierte kürzlich in Beyond Meat. Möglicherweise hatte das mit einer Analyse zu tun, die voraussagt, der Markt für Pflanzenfleisch sei bis 2020 ganze 5,17 Milliarden Dollar wert. Investoren drängen große Unternehmen wie Whole Foods und Walmart gleichzeitig, mehr pflanzliches Eiweiß zu verkaufen, um die Umwelt zu schonen und gesundheitliche Risiken zu reduzieren.

Die revolutionären Durchbrüche in der Nahrungsmittelwissenschaft bringen auch enorme Vorteile für die menschliche Gesundheit. Mit einer veganen Ernährung hat der Mensch der Zukunft zweifelsohne die Chance, länger und gesünder zu leben. Veganes Fleisch enthält weder Cholesterin noch all die Hormone und Antibiotika, die in vielen landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt werden.

Wir können eine bessere Zukunft schaffen

Wie schon der großartige Russell Simmons vor kurzem in der amerikanischen Daily Show sagte: „Eure Kinder werden gar keinen Planeten mehr haben, wenn wir die Sch**** hier weiter durchziehen.“ Dem Klimawandel entgegenwirken, unsere Gesundheit verbessern, die natürlichen Ressourcen schützen und Tiere retten – all das fängt auf unserem Teller an. Und vielleicht können wir bald alle unser Fleisch zuhause „züchten“...

Veganstart.de

 

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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