Ernährung

Die Rache aus dem Stall: Landwirte setzen Antibiotika nicht verantwortungsvoll ein

Die Rache aus dem Stall“ so heißt ein großer Artikel in der 48. Ausgabe der „Die Zeit“. Hier wird ausführlich und eindrucksvoll die Problematik antibiotikaresistenter Keime beschrieben, die von den Tieren in den Produktionshallen auf uns Menschen übertragen werden können.

Die bekanntesten sind hierbei MRSA und ESBL und die Problematik ist folgende: Tiere in der Ernährungsindustrie werden unter meist katastrophalen Lebensbedingungen und mit hunderten oder tausenden Artgenossen in regelrechte Produktionshallen eingepfercht. Sie werden auf hohe Leistung gezüchtet und überzüchtet. Sie leben auf und in Exkrementen, verletzen sich durch chronischen Stress oder Langweile selbst oder gegenseitig. All dies führt zu einem extrem hohen Keimdruck und einer hohen Krankheitsanfälligkeit. Deshalb bekommen diese Tiere oft metaphylaktisch Antibiotika verabreicht. Metaphylaktisch bedeutet, dass wenige Tiere möglicherweise erkrankt sind, aber alle Tiere im Stall über Essen oder Wasser behandelt werden.

Im Jahr 2013 wurden noch immer über 1.400 Tonnen Antibiotika an Schweine, Hühner und Co verabreicht!

Die Tiere entwickeln durch die falsche Antibiotikagabe Resistenzen gegen die wichtigen Medikamente. Diese Resistenzen können durch Tierkontakt oder aber über tierische Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden und im Ernstfall versagen lebenswichtige Antibiotika.

Der Deutsche Bauernverband hat daraufhin mit einer wenig überzeugenden Pressemitteilung reagiert: In dieser werden die völlig sinnlosen Vorgehensweisen der Tierindustrie gegen die Ausbreitung von Resistenzen erläutert und das Problem der Resistenzbildung auf die Humanmedizin abgewälzt.

Es ist richtig, dass auch Humanmediziner und Heimtierärzte verantwortungsvoller mit diesen wichtigen Medikamenten umgehen müssen. Aber…

Wenn Landwirte wirklich so verantwortungsvoll mit Antibiotika umgehen, wieso:

– finden wir bei Recherchen dann fast immer große Mengen verschiedener Antibiotika, die meist auch unsachgemäß gelagert werden?

– gibt es für MRSA aus der Landwirtschaft dann schon einen eigenen Namen, nämlich LA-MRSA?

– werden in der Landwirtschaft dann weiterhin und in steigendem Maß sogenannte Reserveantibiotika eingesetzt, die für Menschen die letzte Rettung darstellen sollen?

– betreiben die allermeisten Landwirte die oben angesprochene Metaphylaxe?

– sollen Landwirte und Tierärzte, die in der Landwirtschaft arbeiten, bald in ganz Deutschland auf resistente Keime untersucht werden und eine Sonderbehandlung zur Sicherheit bekommen, sobald sie im Krankenhaus behandelt werden?

– werden für Fleisch abstruse Sicherheitshinweise in Bezug auf Küchenhygiene empfohlen?

Einen weiteren und sehr besorgniserregenden Grund werden wir euch bald liefern – seid gespannt auf unsere neue, schockierende Recherche!

Wartet nicht auf den längst überfälligen Strukturwandel hin zu einer bio-veganen Landwirtschaft. Seid selbst die Veränderung und übernehmt Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt: www.veganstart.de

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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