Ernährung

Botulinum: Tödliches Gift im Kuhstall

Wer gestern die Dokumentation im WDR um 22 Uhr gesehen hat, ist sich der Gefahr des Bakteriums mit dem Namen Clostridium botulinum vielleicht schon bewusst. Wer nicht, kann sich nun hier informieren oder die Augen vor dem Problem schließen, wie es die Behörden offensichtlich auch zu tun pflegen.

Der Name Botulinum (lat „botulus“) steht für „Wurst“, da es durch den Verzehr von Wurst erstmals zu Todesfällen kam. Die Bakterien vermehren sich unter Luftabschluss und bilden Sporen aus, welche überall vorkommen können, Jahrzehnte überdauern und sehr robust gegenüber Umwelteinflüssen sind. Das Botulinumtoxin wirkt bei Mensch und Tier als Nervengift, wodurch Lähmungserscheinungen bis hin zum Atemstillstand auftreten können.

Rinder-Kuh-tot-1833-c-PETA-DDen bekanntesten Ursprung stellen Tierleichen dar, in welchen sich das Gift rasch vermehrt und so über das Futter der Kühe in deren Körper gelangt. Aber auch eiweißreiche Futtermittel spielen hierbei eine große Rolle. Denn das Märchen von der glücklich weidenden Kuh ist ja schon längst der unschönen Wahrheit von im Stall eingesperrten Tieren, die Silage und Kraftfutter für eine möglichst hohe Leistung bekommen, gewichen. Deshalb sind auch besonders die sogenannten Milchkühe vom viszeralen (chronischen) Botulismus betroffen. Sie essen unter Umständen kontaminiertes Futter. Leiden jahrelang unter einer rohfaserarmen Fütterung und haben durch ihre angezüchtete, hohe Milchleistung ein oft labiles Immunsystem.

Was bedeutet eine Erkrankung also für alle Beteiligten?

Für die Kühe bedeutet es eine wahnsinnige Qual durch den oft schleichenden Krankheitsverlauf mit Symptomen wie Abmagerung, Totgeburten, Euterentzündungen und Klauenproblemen. Wer sich einmal ein an Botulismus erkranktes Tier anschaut, sieht sofort welche Schmerzen und welches Leid diese Tiere ertragen müssen. Sie können nicht mehr aufstehen, ihnen klappen die Hinterbeine plötzlich weg und sie erleiden Ganzkörperlähmungen bis hin zum Tod durch Ersticken.

Lebt vegan! Denn nur so könnt ihr die Kühe, Euch und unsere Umwelt vor solch gravierenden Krankheiten am besten schützen.

Für jeden nicht vegan lebenden Menschen, bei dem Kuhmilch oder Fleisch im Einkaufswagen landen, besteht möglicherweise die Gefahr einer Vergiftung oder auch noch ungeklärte z.T. schwerwiegende Folgeerkrankungen. Zuletzt sei auch die Umwelt genannt. Denn durch Biogasanlagen und den Kot von erkrankten Tieren wird das Bakterium unkontrolliert auf Feldern und Wiesen ausgebracht. Was dies für wild lebende Tiere bedeutet ist ebenfalls ungeklärt.

Wieso, weshalb, warum?

Der chronische Botulismus wird vom Bundeministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) wegen „wissenschaftlich nicht erbrachten Nachweisen“ nicht als Seuche angesehen, obwohl dieser laut Definition einer Tierseuche entspricht. Auch sehen sie keine Gefahr für den Verbraucher und so kann Milch und Fleisch von erkrankten Tieren weiter in den Verkauf kommen. Dies ist seit Jahren Praxis und kein Einzelfall.

Informiert Euch hier über das alltägliche Leiden einer sogenannten Milchkuh und probiert die leckeren und gesunden Alternativen wie Soja-,Hafer- oder Nussdrinks.

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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