Ernährung

Fischesser seien gewarnt! Antibiotikaresistenz-Gene im Fischfleisch!

Antibiotikaresistenz durch Fisch
© iStock.com / BorisPamikov

Das Online-Wissenschaftsmagazin Scinexx berichtet über eine neue Studie, die uns vor Antibiotikaresistenz-Genen und Antiobiotika-Resten im Fischfleisch warnt und so manchem Fischesser den Appetit verderben könnte.

Fischfutter überträgt Antibiotika-Resistenzen

Das in der Aquakultur zur Fütterung eingesetzte Fischmehl enthält Antibiotika-Rückstände und bakterielle Resistenzgene. Dies fanden Jing Wang und seine Kollegen von der Technischen Universität Dalian in China heraus. Über das Futter gelangen diese ins Meerwasser und in den Sediment. Dadurch enthalten die Meeresböden gerade im Umfeld von Aquakulturen besonders viele resistente Bakterien und Resistenzgene. Von dort aus können diese Bakterien in die Nahrungskette gelangen und auch auf Krankheitserreger des Menschen gelangen.

Die Forscher prüften fünf gängige Fischmehl-Futter und zwei aus Landtierproteinen produzierte Fischfutter auf Antibiotika-Rückstände und auch auf Resistenzgene von Bakterien.

Antibiotika-Reste in allen Proben

Das Ergebnis: In jeder Fischmehl-Probe fanden sie zwischen sechs und elf verschiedene Antibiotika.

Die Konzentrationen lagen zwar deutlich unter den Grenzwerten, die für Antibiotika-Rückstände in Lebensmitteln gelten, doch gilt gerade der Kontakt von Bakterien mit geringen Antibiotika-Mengen als besonders resistenzfördernd, weil dann diejenigen überleben und sich vermehren, die gut gegen die Mittel gewappnet sind.

Mehr als hundert Resistenzgene

Das Fischfutter enthielt auch überraschend viele Resistenzgene. In den fünf Fischmehl-Proben wiesen die Forscher 1342 verschiedene Antibiotika-Resistenzgene nach. In den beiden Tiermehlen fanden sie 74 und 1165 Resistenzgene.

Selbst das Erhitzen und Zerkleinern der Fisch- und Tiermehle reicht nicht aus, um diese Gene zu zerstören.

„Das Fischmehl ist damit ein bisher unerkanntes Reservoir von Antibiotika-Resistenzgenen“, so die Forscher.

Tausende Menschen sterben jedes jahr an den Folgen von Antibiotikaresistenz

Nach Angaben der WHO sterben jedes Jahr bereits etwa 700.000 Menschen jährlich an den Folgen von Antibiotikaresistenz. In Deutschland sind es etwa 6.000.

Im Mai 2015 wurde die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie 2020 beschlossen. Ziel ist die Verhinderung der Verbreitung und Entstehung von Resistenzen.

Was kannst Du tun?

Streiche Fische und andere Tiere von Deinem Teller. Versuche es doch mal mit einem Tag, einer Woche oder für immer mit veganer Ernährung. Nimm nur dann Antibiotika, wenn es unbedingt notwendig ist.

 

Über den Autor

Tanja

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen