Ernährung

Klimaschutzplan – doch nur heiße Luft

Man hätte sich kurz freuen können, als es aus dem Umweltministerium hieß, die Deutschen sollen weniger Fleisch essen. Aus Klimaschutz-Gründen. Ich sage bewusst hätte, denn an sich ist es keine Überraschung, dass der ambitionierte Plan von Ministerin Hendricks nun Streichungen aus dem Kanzleramt zum Opfer fällt, wie unter anderem die Printausgabe des Spiegels berichtet. Also war es mal wieder alles nur heiße Luft…

Brief an die Ministerin

Als wir davon hörten, dass der Klimaschutzplan 2050 ausgearbeitet wird, appellierten wir an die Ministerin, endlich die landwirtschaftliche Tierhaltung mit in die Verantwortung zu nehmen, sprich ihr Reduktionspotenzial auszuschöpfen damit sie zukünftig Teil der Lösung und nicht des Problems ist.

Wir wiesen auf zahlreiche Studien hin, die den Zusammenhang belegen, darunter sogar ein Bericht aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium von 2008, der zu dem Schluss kommt, dass eine pflanzliche Ernährung über 40 % der Treibhausgasemissionen einsparen könnte. (Ein Bericht übrigens, der erst sehr verzögert nach seiner Fertigstellung überhaupt veröffentlicht wurde…)

Wir kritisierten, dass sich der Bereich Ernährung, wenn überhaupt, nur als Randnotiz in der Politik wiederfindet und dass sie in anderen Bereichen (wie dem Verkehr oder dem Hausbau) lenkend in persönliche Entscheidungen eingreift, sich im Bereich des Speiseplans aber extrem schwer tut und somit schnelle und effektive Treibhausgasreduktionspotenziale vergeudet.

Wir machten Vorschläge, wie die Bürgerinnen und Bürger an ein klimafreundliches Essverhalten herangeführt werden können.

Wir verwiesen auf die jährlich stattfindenden Klimaschutzverhandlungen, die neben CO2-Emissionen durch die Beförderung und Verpflegung der stetig wachsenden Teilnehmerzahl auch nicht mehr als heiße Luft produzierten. Ob Paris da die Ausnahme sein wird, muss sich noch herausstellen….

Klimaschutz 2050?

Ohne je direkte Antwort auf unseren Brief vom Februar 2015 bekommen zu haben, freuten wir uns über die Denkanstöße aus dem Haus von Ende Juni 2016. Und, dass unseren Vorschlägen endlich, nach fast 10 Jahren Arbeit dazu, von einem Bundesministerium Gehör geschenkt wurde. Nur, damit es allem Anschein nach nun vom Bundeskanzleramt einkassiert wird… Doch mal ehrlich, wer hätte denn wirklich gedacht, dass ein Klimaschutzplan ernsthafte Maßnahmen ergreift, die der Wirtschaft, egal welchen Sektor es genau betrifft, einschneidende Veränderungen auferlegen könnte? Dann doch lieber der Allgemeinheit in ein paar Jahren, oder nachfolgenden Generationen, Bürden aufladen….

Die Politik tut noch immer zu wenig in Sachen Klimaschutz. Ob das kürzlich vorgelegte Maßnahmenpaket der EU hier was ändert? (Auch hier sind die Bereiche Landwirtschaft, Tierhaltung und Fleischkonsum als Lösungsansatz enthalten.) Bleibt abzuwarten… Aber haben wir die Zeit?
Das Gute ist, wir brauchen für den gelebten Klimaschutz keine politischen Vorschriften!  Wir müssen jetzt handeln. Und wir können es: lebe vegan!

 

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Über den Autor

Anja

seit 2004 vegan und seit 2007 bei PETA Deutschland, hat sie schon europaweit Kampagnen, Demos und Infostände betreut. Sie freut sich über jeden, der durch seine Entscheidungen die Welt für die Tiere besser macht und liebt P!NK – als Künstlerin und als starke Stimme für Tierrechte.

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