Was „dein Schnitzel“ mit der afrikanischen Schweinepest zu tun hat
Ernährung

Was „dein Schnitzel“ mit der afrikanischen Schweinepest zu tun hat

© iStock.com / gavran333

Landwirte fürchten wirtschaftliche Verluste durch die Schweinepest

Eins vorab: Für Menschen und andere Tiere, wie beispielsweise Hunde, ist die Schweinepest keine Gefahr. Man kann sich weder durch Tierkontakt, noch über den Verzehr von Fleisch anstecken. Aber für Schweine endet eine Infektion früher oder später meist tödlich. Nun haben gerade die Menschen Angst vor der Schweinepest, die die Schweine sowieso töten lassen: Schweinehalter. Denn wenn ihnen die Schweinepest zuvorkommt und sich ein Tier ihres „Bestandes“ mit der Krankheit infiziert, müssen alle Tiere vorzeitig getötet werden. Ein Verlustgeschäft für die Landwirte, die nur durch den Tod im Schlachthaus Geld mit den Schweinen verdienen.

Schwein mit Schweinepst im Schweinestall

Wildschweine werden brutal gejagt

Eigentlich sind es Reisende aus Osteuropa, die die Erreger der Schweinepest an den Schuhen, Autoreifen oder durch weggeworfenes Essen (Fleisch oder Wurst von infizierten Schweinen) bis nach Deutschland bringen können. Da diese Erreger dann aber wiederum von heimischen Wildschweinen aufgenommen und möglicherweise bis zu einem Schweinestall geschleppt werden könnten (letztendlich bringt sie dann aber wieder der Mensch IN den Stall, denn die meisten Schweine sehen heute keinen blauen Himmel mehr in ihren engen Betonbuchten), wird jetzt „vorbeugend“ eine brutale Hetzjagd auf Wildschweine betrieben. Programme in Millionenhöhe sollen Jäger animieren, vermehrt auf die Tiere zu schießen. Diese Jagd ist aber nicht nur grausam, sondern schlicht kontraproduktiv. Denn: Je mehr Wildschweine der Mensch tötet, desto mehr vermehren sich die Tiere.
Nun weiß man schon seit etwa zehn Jahren, dass es die afrikanische Schweinepest im nicht ganz so weit entfernten Kaukasus festgestellt wurde. Von Programmen in Millionenhöhe, die die Krankheit auf wirksame und tierfreundliche Art ausrotten hätte können, haben wir aber noch nichts gelesen.

Wildschwein Jäger
© istock / Jevtic / Eva-Foreman

Fleisch und die Schweinepest

Durch die Tierhaltung können sich Seuchen rasend schnell verbreiten. Das hat auch schon die Vogelgrippe gezeigt. In diesem Fall müssen jetzt auch noch die unschuldigen Wildschweine herhalten, damit „dein“ Schnitzel weiterhin erst im Schlachthaus getötet werden kann.
Unser Fazit: Anstatt Wildschweine vorbeugend zu schießen, könnte man sich einmal ehrlich mit den wahren Problemen beschäftigen und würde dann schnell auf die Lösung kommen, dass man lieber vorbeugend die Schweinezucht stoppen sollte.

Du kannst den Tieren in den Zucht- und Mastanlagen jedoch schon heute helfen: www.veganstart.de

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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