Ernährung

5 Freiheiten für eine tiergerechte Haltung?

Wenn es nach Schleswig-Holsteins Bauernpräsident Werner Schwarz geht, dann ist in der landwirtschaftlichen Tierhaltung soweit alles in Ordnung. Denn angeblich würde die „5 Freiheiten“ von den Landwirten sichergestellt werden. So kommunizierte er es zumindest auf dem Bauerntag in Mustin im Juni 2015.

Realität versus Schönrederei:

1. Freiheit von Hunger und Durst: Da muss ich Herrn Schwarz zustimmen. Essen bekommen die Tiere meist mehr als genug. Das hat einen einfachen Grund: Die Tiere sollen so schnell wie möglich groß und fett werden und viele Eier legen beziehungsweise Milch geben. Artgerecht ist die Nahrung jedoch oft nicht, da sie eher der hohen Leistung, aber nicht der Tiergesundheit förderlich ist. Für unsere Umwelt ist es zudem oft eine Katastrophe!

2. Freiheit von Unbehagen: Ich denke es ist für jeden nachvollziehbar, dass sich ein Huhn oder eine Pute zwischen hunderten oder gar tausenden Artgenossen nicht wohl fühlen kann. Ich bin mir zudem sicher, dass ein Mutterschwein im Kastenstand, in dem sie sich nicht einmal umdrehen kann, mehr als nur Unbehagen verspürt. Und ein neugeborenes Kalb wäre nach der Geburt sicher lieber bei seiner Mutter, anstatt einsam in einer Kälberbox leben zu müssen.

3. Freiheit von Schmerzen: Dazu bitte ich jeden Mann sich kurz vorzustellen, dass einem die Hoden herausgerissen werden. Ohne Betäubung versteht sich. Jap…das Ferkel verspürt sicherlich die gleichen Schmerzen. Genau wie beim Abschneiden der Ringelschwänze und Schnabelspitzen. Oder beim Ausbrennen der Hornansätze von wenigen Wochen alten Kälbern.

4. Freiheit zum Ausleben normaler Verhaltensweisen: Ich denke hier passen diese Videos sehr gut: Realität gegen Vorstellung bei Hühnern und Schweinen.
Fazit: In der konventionellen, aber zu einem großen Teil auch in der ökologischen Tierhaltung, können die Tiere so gut wie KEINE normalen Verhaltensweisen ausleben!

5. Freiheit von Angst und Leiden: Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie viel Angst ein Huhn haben muss, wenn es an den Füßen gepackt und kopfüber in Kisten geworfen wird, um anschließend zum Schlachter transportiert zu werden. Wie viel Panik muss ein Schwein wohl haben, wenn es auf den Transporter gedrängt wird und am Schlachthof das Blut und die Schreie von Artgenossen riecht und hört. Wie schrecklich muss der Erstickungstod in den CO2-Gondeln der Schlachtfabriken für Schweine und Vögel oder die Betäubungsbox der Rinder sein, in denen sie einen Bolzen ins Gehirn gejagt bekommen? Wie grausam muss es sein, wenn man kopfüber am Schlachterhaken hängt, die Kehle durchgeschnitten bekommt, aber es keinen interessiert, dass man bei vollem Bewusstsein ist?

Wenn es nicht so ein trauriges und ernstes Thema wäre, dann sollte man über so viel Nonsens lachen. Bei solchen Bildern, die die Realität zeigen, bleibt einem das Lachen allerdings im Hals stecken!

Ich hoffe es ist nun jedem klar, dass es diese 5 Freiheiten in der landwirtschaftlichen Tierhaltung nicht geben kann, da diese Tiere für die beteiligten ein Wirtschaftsgut darstellen, mit dem sie ihr Geld verdienen.

Deshalb: www.veganstart.de

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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