Bekleidung

Vegane Mode: Die 5 häufigsten Stolperfallen

Beim Shopping achtest du auf lederfreie Schuhe und pelzfreie Jacken, um Tierleid zu vermeiden. Doch Vorsicht, denn in Bekleidung verstecken sich manchmal tierische Materialien. Hier sind die fünf häufigsten Stolperfallen in Sachen vegane Mode und wir geben Tipps, wie du sie umgehst:

1. Horn- und Perlmuttknöpfe an Jacken, Hemden, Blusen und Blazern.

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Ein Perlboote vom Stamm der Weichtiere mit Querschnitt

Horn wird logischerweise aus den Hörnern und Hufen von Säugetieren, meist von getöteten Büffeln oder Hirschen, hergestellt. Natürlich zum Leidwesen dieser anmutigen Tiere. Das schillernde Material Perlmutt wird aus den Schalen von Muscheln oder ähnlichen aussehenden Schneckenarten hergestellt, die dafür in Flüssen oder Meeren gefangen und getötet werden. Die Jagd nach Perlmutt hat dazu geführt, dass Arten, wie die Flussperlmuscheln vom Aussterben bedroht sind. Deshalb werden die Tiere mittlerweile künstlich vermehrt und gezüchtet, damit sie das Material für Accessoires, Schmuck oder Knöpfe liefern. Tierleidfrei sind selbstverständlich Knöpfe aus Kunststoff.

2. Unbekannte Wollarten für Pullover, Wäsche und Bekleidung.

Tierquäerlische Alpaka-Schur
Tierquäerlische Alpaka-Schur

Es gibt viele exotische Wollarten, die sich auf Textillabels verstecken und hinter denen Tierleid steckt. Dazu gehören Alpakas (höckerlose Kamele), die in Südamerika speziell für Wolle gezüchtet und bei der Schur auf Streckbänke gespannt werden. Vikunjas sind weitere Kleinkamele. Für Mohair werden die Haare der Angoraziege verwendet, die hauptsächlich in Südafrika gezüchtet werden. Kaschmir stammt von den Kaschmirziegen, die in China und der Mongolei gezüchtet werden. Merinos sind eine speziell gezüchtete Schafrasse mit extrem feiner Wolle, die durch das sogenannte „Mulesing“ verstümmelt werden. Angora stammt von häufig lebendig gerupften Angorakaninchen und Quiviut ist die Unterwolle des Moschusochsen. Shahtoosh wird illegal aus dem Fell der Tibetantilope hergestellt, wobei die Tiere getötet werden. Loden und Tweed sind spezielle Textilstoffe, die häufig aus Wolle sind.

3. Lederpatches an Jeans.

Recyceltes Polyurethan statt Lederpatch bei bleed
Recyceltes Polyurethan statt Lederpatch bei bleed

Wirklich ärgerlich. Schicke Chino oder Hose, aber mit Oldschool-Lederpatch, wie vor 200 Jahren im wilden Westen. Es gibt glücklicherweise Labels, wie bleed organic clothing, Monkee Genes, L’Herbe Rouge oder manomama, die tierfreundliche Pappettiketten oder Kunstlederpatches einsetzen.

4. Kunstpelz ist Echtpelz.

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Echter oder falscher Pelz?

Die Pelzbranche in China hat keine Skrupel die billigen Pelze von Füchsen, Marderhunden oder Katzen als Kunstpelz falsch oder gar nicht auszuzeichnen. Die Globalisierung und eine fehlende Pelzdeklarationspflicht in Deutschland machen es möglich. Bei Kunstpelz musst du vor dem Kauf genau hinschauen, ob weiche Unterwolle oder eine Lederschicht zu sehen ist oder gleich die Finger vom unsicheren Kunstpelz lassen.

5. Klebstoffe auf tierischer Basis in Schuhen oder Handtaschen.

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Vegane Sneaker von Ethletic

Was steckt dahinter? Glutinleim wird meist aus den Schwarten geschlachteter Schweine, aus Tierknochen oder –häuten gewonnen. Kaseinleim wird aus tierischer Milch gewonnen. Weil Kleber auf tierischer Basis jedoch wasserlöslich und wenig temperaturstabil ist, sind die meisten Industriekleber oder Lösemittel der Modefirmen mittlerweile auf synthetischer oder anorganischer Basis. Firmen wie ESPRIT oder s.Oliver geben dies auch bei Kundenanfragen gerne an. Bei rein veganen Labeln, wie Ehtletic oder Beyond Skin bist du durch die tierfreundliche Unternehmensphilosophie und kurze Lieferketten vor derartigen Stolperfallen sicher. Hier findest du weitere vegane Labels.

Über den Autor

Frank

ist Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie und fühlt sich gut in veganer Mode und wilden Wäldern.

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