Bekleidung

Tierqual: Eigene Wolle wird Schafen zum Verhängnis

Blutiges Mulesing / © Patty Mark
Blutiges Mulesing / © Patty Mark

Mit ihren Ahnen, den wilden Mufflons, haben heutige Schafe nur wenig gemein. Das vom Menschen hochgezüchtetes Wollwachstum wird den Schafen sogar selbst zum Verhängnis. Die Krux: Im Mittelpunkt des menschlichen Interesses steht lediglich ein optimierter Hochleistungslieferant für Wolle und Fleisch.

Ungeschoren nisten sich zwischen dem dichten Fell der Schafe Parasiten ein und machen die Tiere krank. Wegen mangelnder Pflege und fehlender Schur musste in einem Fall in Hessen kürzlich gar eine Schafherde beschlagnahmt werden. Unter dem unnatürlich schnell wachsenden Haarkleid würden die Tiere bei Sommerhitze zudem extrem leiden – eine tückische Abhängigkeitsspirale für die Schafe.

Die Spitze von Tierquälerei im Namen des „Tierschutzes“ stellt jedoch die beim weltweit größten Wolllieferanten Australien dominierende Prozedur des Mulesing dar. Dabei schneiden Farmer den Lämmern ohne Betäubung tellergroße Fleischstücke vom Hintern ab, um sie vor dem so genannten Fliegenbefall zu „bewahren“. Von der australischen Wollindustrie wird jedoch verschwiegen, dass erst die viel faltigere – und somit „produktivere“ – Haut der Merino-Schafe eine derart hohe Wolldichte  ermöglicht.  Die fleischfressenden Fliegenlarven finden somit weitaus mehr Nistnischen vor, insbesondere am Hintern der Merinos.

Auch die Sängerin Pink spricht sich in einem Video gegen die Grausamkeiten beim Museling aus.

Bitte den Botschafter von Australien Peter Tesch, Mulesing endlich abzuschaffen und die Tierquälerei zu beenden.

 

Über den Autor

Frank

ist Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie und fühlt sich gut in veganer Mode und wilden Wäldern.

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