Bekleidung Leder Pelz

Streitfrage: Dürfen Lederträger nicht gegen Pelz sein?

Die hitzige Debatte um Pelz, Moral und Tierhäute kennt jeder. Ein häufig verwendetes Argument: Wer sich über Pelz empört, aber selbst Lederschuhe trägt, ist scheinheilig und solle nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Das emotionale Thema Pelz ist für die meisten Menschen ein Augenöffner. Wie kann man sich widerspruchsfrei als Tierfreund bezeichnen und gleichzeitig den Pelz tragen? Unmöglich. Doch muss ich nicht auch beim Thema Leder konsequent sein? Klar logisch. Allerdings fallen selbst Veganer nicht vom Himmel, sondern durchlaufen oft über Jahre einen stetigen Lernprozess. Sich informieren und handeln ist die Devise. Nur so lassen sich die eigenen moralischen Widersprüche auflösen.

Das Leiden für Leder

Denn es stimmt: Leder ist Tierhaut ohne Haare. Milliarden Kühe, Schafe und Ziegen werden für Leder gewaltsam die Kehle aufgeschnitten. In Indien sind die Häute der Millionen „Heiligen Kühe“ seitens der Lederbranche sehr begehrt. Die Tiere werden dennoch in illegalen Schlachthöfen getötet oder müssen über tausende Kilometer in das benachbarte Bangladesch marschieren, wo sie häufig bei vollem Bewusstsein gehäutet werden. Nach diesen schockierenden Bildern kommt einem sicherlich der Gedanke, lederfrei leben zu wollen.

Umweltsünde Tierhaut

Aber ist nicht Pelz und Leder trotz dieser Tierquälerei nicht nachhaltiger? Ein Pelzparka oder eine Lederjacke ist eine Anschaffung für Jahrzehnte, ist ein beliebtes Argument. Die Umweltkosten bei der Herstellung dieser tierischen Produkte übersteigen jedoch durch monatelangen Landbedarf, Kraftfutter, Methan und Gülle selbst das ungeliebte Erdöl um ein Vielfaches. Nicht umsonst ist die weltweite Tierwirtschaft ein Klimakiller. Die intensive Pelz- und Ledergerbung mit giftigen Chemikalien und dadurch verseuchten Flüssen verschlimmert die Gesamtbilanz noch weiter. Wer also eine gut verarbeitete Kunstlederjacke gut pflegt und lange trägt, spart überraschenderweise sogar Ressourcen.

Jeder Schritt zählt

Tiere leiden für Pelz und Leder ebenso wie für Daunen, Wolle oder Seide. Bei jedem Kleiderkauf habe ich die Macht das Lebensrecht von Tieren respektieren. Die gute Nachricht: Vegane Mode gibt es in allem modischen Formen und Farben und die Auswahl wächst ständig.

Über den Autor

Frank

ist Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie und fühlt sich gut in veganer Mode und wilden Wäldern.

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