Bekleidung Schlagzeilen

Pelzindustrie darf nicht mit „Öko“ werben

In Kot und Urin müssen die Nerze dahinvegetieren

Die unabhängige britische Werbeaufsichts- organisation ASA hat eine Anzeige des Europäischen Pelztierzüchterverbands EFBA verboten. Die beworbenen Aussagen, es sei „umweltfreundlich Pelz zu tragen“ oder „hält ein Leben lang“, sind laut ASA für den Verbraucher irreführend.

Gegenüber dem Guardian begründeten die Überwacher des Werbekodexes ihre Entscheidung damit, dass die Anzeige als absolute Aussage zur Umweltverträglichkeit von Pelzprodukten interpretiert würde. „Da wir nicht der Ansicht waren, dass uns ausreichende Beweise dafür vorlagen, dass das Produkt nicht umweltschädlich sei, kamen wir – unter Berücksichtigung der gesamten Lebensdauer des Produkts, von der Produktion bis hin zur Entsorgung – zu dem Schluss, dass die Anzeige mit hoher Wahrscheinlichkeit irreführend sei.“, so ASA.

Die Vertreter der Pelzindustrie wollen durch das Vorgaukeln umweltfreundlicher Eigenschaften (Greenwashing) uninformierte Verbraucher von den Umweltschäden durch Pelzfarmen und die Pelzgerbung ablenken. Zuallererst werden weltweit jedes Jahr Abermillionen von Nerzen, Füchsen, Kaninchen oder Marderhunden nur wegen ihres Fells auf Pelzfarmen großgezogen und müssen monatelang mit Futter und Wasser versorgt werden. Währenddessen fallen tonnenweise Fäkalien an, die in Entwicklungsländern wie China oft ungefiltert das Grundwasser vergiften. Selbst in Deutschland wurden Nerzfarmen schon mit Umweltauflagen für ihre Abwässer belegt oder gar gerichtlich verurteilt. Ebenso trägt die Zucht von Tieren zur Pelzproduktion zur Luftverschmutzung bei. In Dänemark, wo Jahr für Jahr mehr als zwei Millionen Nerze ihrer Felle wegen getötet werden, steigen jährlich mehr als 3.600 Kilo Ammoniakdämpfe in die Atmosphäre auf.

Von wegen „grün“ – Die Pelzindustrie ist ein schmutziges Geschäft (© PETA Asien)

Pelz ist nur so lange „natürlich“, wie er von dem Tier getragen wird, welches damit geboren wurde. Die blutigen Tierhäute werden mit einer toxischen Chemiebrühe behandelt, damit sie im Kleiderschrank später nicht verrotten. Dazu werden verschiedene Salze, Ammoniak, Formaldehyde und andere giftige Chromate und Bleichmittel verwendet. Da über 80% aller fertigen Pelzprodukte mittlerweile aus China stammen, sind die dortige Umwelt und Mitarbeiter der giftigen Gerbung oft schutzlos ausgeliefert.

Insgesamt benötigt man 20 Mal mehr Energie, um einen Pelzmantel aus „echten“ Fellen zu produzieren, als man für einen Kunstpelz bräuchte. Und vergiss bitte nicht: im Gegensatz zu Kunstpelz, verursacht der „Echte“ unsagbares Leid für Millionen von Tieren jeden Tag. Unterschreibe deshalb unser Pelzfrei-Versprechen und achte beim Einkauf auf vegane Mode, deren Herkunft und öko-soziale Zertifikate.

Über den Autor

Frank

ist Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie und fühlt sich gut in veganer Mode und wilden Wäldern.

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