Pelz

Pelzdeklaration: Bundesregierung muss Verbraucher schützen

Kennt Ihr diese Geschichte auch? Eine Freundin kauft sich im Laden eine neue günstige Winterjacke mit typischem Kunstfellkragen. Zuhause bekommt Sie Zweifel, da der Kunstpelz verdächtig flauschig ist. Auf dem Etikett steht aber nirgendwo das Wort Pelz. Sie ist verwirrt – habe ich etwa unabsichtlich einen Echtpelzkragen von gequälten Tieren gekauft?

SPD will mit Union über Pelzdeklaration beraten

Um diese Unklarheit für alle Kunden zu beseitigen, will jetzt die SPD laut Johann Saathoff mit dem Koalitionspartner CDU/CSU über eine klare Kennzeichnung von Pelz beraten. Ziel ist es, dass für die Verbraucher im Laden klar erkennbar ist, was sie kaufen. Tierfreunde, die keinen Echtpelz von erschlagenen Marderhunden, vergasten Nerzen oder erschossenen Füchsen kaufen möchten, sollen transparent über das Textillabel informiert werden. PETA hat deshalb auch die Union über deren Verbraucherschutzsprecherin Frau Winkelmeier-Becker gebeten, eine Pelzdeklaration in der Bundesregierung zu unterstützen.

Bittet Euren Bundestagsabgeordnenten um Unterstützung!

Damit eine entsprechende Regelung bei der Bundesregierung Gehör findet, brauchen wir  eure Unterstützung. Sucht eure/n Bundestagsabgeordnete/n im Wahlkreis hier heraus und bittet die Mitglieder der Großen Koalition und der Opposition, sich parteiübergreifend für eine Pelzdeklaration in Deutschland stark zu machen. Die Schweiz hat hierbei eine Vorreiterrolle. Dort müssen seit März 2014 ausnahmslos alle Echtpelze mit einem Hinweis zu Tierart, Herkunft und Haltungsart versehen werden.

Warum ist eine Pelzdeklaration notwendig?

Die aktuell gültige EU-Textilkennzeichnungsverordnung schreibt bei Pelzen lediglich den Hinweis „enthält nicht-textile Bestandteile tierischen Ursprungs“ vor. Diesen Winter meldeten sich erneut viele Menschen bei PETA, weil sie wegen mangelhafter oder fehlender Deklaration im Laden Echtpelz gekauft hatten – obwohl sie aus Tierschutzgründen ausschließlich Kunstpelz wollen. Erst kürzlich entdeckte PETA verstecktes Marderhundefell an einer falsch deklarierten Bommelmütze von Stöhr.  Auch das Magazin ARD Plusminus fand bei Stichproben in Münchener Geschäften Echtpelz an Mützen und Jacken, der nicht gekennzeichnet oder fälschlicherweise als „Fake Fur“ ausgegeben wurde. Der Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. kritisierte in der Sendung die aktuelle Kennzeichnung von Echtpelzen in Deutschland als nicht aussagekräftig und schwammig.

Über den Autor

Frank

ist Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie und fühlt sich gut in veganer Mode und wilden Wäldern.

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