Haustiere Jagd Pelz

Importverbot für Waschbär und Co.

Die EU-Kommission hat eine Liste mit 37 Arten veröffentlicht, die in Europa „bekämpft“ werden sollen. Alle Tiere stammen von fremden Kontinenten – sogenannte „invasive Arten“. Naturschutzexperten schätzen, dass täglich 7000 exotische Arten rund um den Globus unterwegs sind.

Die Liste beschränkt Haltung, Import, Verkauf und Zucht dieser Arten, die sich in Europa bereits mehr oder weniger ausgebreitet haben und komplettiert eine EU-Verordnung von 2014.

Doch was steckt genau hinter „invasiven Arten“!? Allein die Bewertung der Arten nach ihrer Herkunft sollte nicht ausschlaggebend sein, ist sich  Josef Reichholf sicher. Er lehrte bis 2010 als Professor an beiden Münchner Universitäten zum Thema Naturschutz, Ökologie und Evolutionsbiologie.

„So mancher Naturschützer mag das vielleicht nicht begreifen wollen, aber gebietsfremde Arten haben auch Vorzüge (Quelle).“

Auch der Biologe Mark Davis und 18 weitere international führende Ökologen mahnten bereits zu weniger Emotionen und etwas mehr Vernunft bei der „Bewertung“ invasiver Arten:

„Beurteilt die Arten nicht nach ihrer Herkunft“. Die Annahme einer geradezu apokalyptischen Bedrohung der Biodiversität durch eingeführte Spezies sei überhaupt nicht durch entsprechende Befunde gestützt (Quelle).“

Welche Tiere betrifft die neue Regelung?

Diese Tiere sind beispielsweise betroffen und somit verboten:

  • Fuchshörnchen (Sciurus niger)
  • Waschbär (Procyon lotor)
  • Roter Amerikanischer Sumpfkrebs (Procambarus clarkii)
  • Schwarzkopfruderente (Oxyura jamaicensis)
  • Kleiner Mungo (Herpestes javanicus)
  • Zwergmuntiak (Muntiacus reevesi)
  • Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans)
  • Nasenbär (Nasua nasua)

Nach Angaben der Kommission gilt die neue Regelung auch für Zoos. Diese dürfen ihre Tiere zwar behalten, müssen aber dafür sorgen, dass sie sich nicht fortpflanzen oder ausbrechen.

Warum ist z.B. der Nerz und die Regenbogenforelle nicht auf der Liste?

Der Amerikanische Nerz, auch Mink (Neovison vison) genannt, steht nicht auf der Liste. „Schuld“ ist die dänsiche Pelztierlobby, die sich ihr blutiges Geschäft nicht kaputt machen lassen möchte. Unglaublich, aber wahr: Dänemark ist mit 17 Millionen gezüchteten Nerzen der größte Pelz-„Produzent“ in Europa und es geht um viel Geld.

Warum die Regenbogenforelle noch nicht auf der Liste steht, obwohl sie  nachweislich die Bachforelle verdrängt? Dazu der Zoologe Wolfgang Rabitsch vom Umweltbundesamt:

„Sie werden in Aquakultur gehalten, da gibt es eine eigene EU-Verordnung (Quelle).“

Was ist problematisch? Beispiel: der Waschbär

Als „Pelzlieferant“ wurde der Waschbär in den 1920/30er Jahren aus Nordamerika nach Deutschland importiert.

Raccoon walking through a green meadow1934 wurde der Waschbär erstmals in Hessen bewusst ausgesetzt. Zunächst stand er noch unter Naturschutz, dann nahm Hessen den Kleinbären als erstes Bundesland in das Jagdrecht auf. Heute fällt er in fast allen Bundesländern unter das Jagdrecht und wird erbarmungslos gejagt und getötet.

Die seit Jahren durchgeführte intensive Nachstellung des Waschbären ist – wie steigende Streckenzahlen eindrücklich verdeutlichen – hinsichtlich einer Bestandsregulierung wirkungslos bis kontraproduktiv.

  • Die Regelung bedeutet quasi einen „Freifahrtschein“ für die Jagd der Tierarten auf der Liste, die bereits hier angesiedelt sind und mittlerweile oft als „Plage“ gelten.
  • Möglicherweise kann einigen als „exotische Haustiere“ gehaltene Arten ein Schicksal in Gefangenschaft erspart werden.
  • Möglicherweise kann die Ausbreitung einiger invasiver Arten verhindert werden, die sonst  ein ähnliches Schicksal ereilen könnte, wie den Waschbär.

Dies bleibt allerdings abzuwarten.

Was kannst du tun?

 

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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