Pelz

Bosniens Pelzfarmverbot bedroht

© Jo-Anne McArthur / We Animals

Als 2009 das Parlament von Bosnien und Herzegowina ein Pelzfarmverbot beschlossen hatte, haben viele Menschen weltweit aufgeatmet: ein weiteres Land, in dem die Pelzindustrie bald der Vergangenheit angehören wird. Mit einer Übergangsfrist bis 2018 sollte garantiert werden, dass die Pelzfarmer Zeit zur Neuorientierung haben.

Pelzlobby auf dem Vormarsch

Gut eineinhalb Jahre vor dem Inkrafttreten des Verbotes wird von der Pelzlobby nun ein Versuch unternommen wird, das Pelzfarmverbot zu kippen. Letzten Freitag stimmte die Völkerkammer (Oberkammer des bosnischen Parlaments) im Eilverfahren für eine Änderung des Tierschutzgesetzes und möchte Pelzfarmen wieder legalisieren. Nach Debatte des Textes steht in einigen Wochen die endgültige Abstimmung im Parlament an.

Proteste gegen Pelzfarmen

In Sarajevo fand am Sonntag bereits ein Protest in der Nähe des Parlaments gegen die Änderung des Tierschutzgesetzes statt. Aktivisten forderten die Aufrechterhaltung des Pelzfarmverbotes und wiesen auf die Tierquälereien hin, die mit der Haltung und Tötung von Nerzen oder Chinchillas verbunden ist. Auch wurde eine Petition gestartet, die die Mitglieder der Völkerkammer dazu aufruft, die Gesetzesänderung nicht zu unterstützen.

Artwidrige Gefangenschaft

Parallel läuft die Kampagne zum Erhalt des Pelzfarmverbots in Kroatien auf Hochtouren. Die lokale Tierrechtsorganisation Animal Friends Croatia konnte viele prominente Unterstützer für ihr Ziel gewinnen. Kürzlich veröffentlichte AFC Stellungnahmen von Tierärzten, die u.a. kritisieren, dass „Chinchillas eine Tierart sind, die nicht für die industrialisierte Tierhaltung geeignet ist, da ihr Wohlergehen beeinträchtigt wird und es für sie nicht möglich ist ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben.“ Eine Aussage, die ebenso auf die Bedürfnisse von Wildtieren wie Füchsen, Nerzen oder Marderhunden übertragen werden kann.

PETA setzt sich mit bosnischen Aktivisten dafür ein, dass das Pelzfarmverbot in Bosnien und Herzegowina erhalten bleibt und kein Tier mehr für vermeintlichen Luxus leiden muss.

 

 

Über den Autor

Andrzej

Andrzej ist Koordinator für Osteuropa bei PETA Deutschland und ist am Ausbau der Tierrechtsbewegung in dieser Region interessiert.

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