Bekleidung Pelz

Israel: Rabbi regt Verzicht auf traditionelle Pelzmützen an

Ultraorthodoxen Juden tragen zu Feierlichkeiten häufig Schtreimel-Mützen aus dem Pelz von Zobeln, Mardern oder Füchsen, für die bis zu 30 Tiere getötet werden. Der einflussreiche Rabbi Shlomo Pappenheim ist Vorsitzender der Ha’edah Hacharedit mit geschätzt 50.000 bis 100.000 Anhängern und überraschte letzte Woche mit der Forderung, diese traditionelle Kopfbedeckung aus Gründen des Tierschutzes abzulegen:

Wir sollten an den Punkt gelangen, an dem die Menschen beschämt wären etwas anderes als einen Kunst-Schtreimel zu tragen“, sagte er gegenüber Ma’ariv.

Orthodoxer Jude mit Schtreimel (Boaz Gabriel Canhoto via CC 3.0)

Als Begründung führte er das unnötige Leid für die Tiere in der Pelzindustrie an, was gegen jüdische Prinzipien verstoße (‚Tza’ar ba’alei chayim‚). Im Parlament Israels, der Knesset, ist derzeit sogar ein Gesetzesentwurf in der Diskussion, der den Pelzhandel verbieten soll. Würde das Gesetz verabschiedet, wäre Israel das erste Land weltweit, in dem auch kein Echtpelz mehr in Läden verkauft werden dürfte. Um eine Mehrheit für diesen Vorschlag zu bekommen und aus Rücksicht auf religiöse Überzeugungen sind die Pelz-Schtreimels im Gesetzesentwurf noch ausgenommen. Die Kritik von Pappenheimer könnte hier eine weitere Debatte in Gang setzen.

Verabschiedete Pelzfarmverbote gibt es in Europa bereits in Österreich, Großbritannien, Niederlande, Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina. PETA kämpft in Deutschland weiterhin für die Schließung der letzten illegalen Nerzfarmen, die sich nicht an die verschärften Tierschutz-Verordnungen halten.

Über den Autor

Frank

ist Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie und fühlt sich gut in veganer Mode und wilden Wäldern.

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