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Erfolg: Geldstrafe für Schäferin nach PETA-Anzeige

© Conny Maisch
Im Jahr 2014 wurde PETA von Unterstützern auf eine Schafherde in der Uckermark aufmerksam gemacht, die offensichtlich stark vernachlässigt wurde. Die Tiere lebten ohne regelmäßige Aufsicht, hatten unzureichenden Zugang zu Futter und über mehrere Tage keine Versorgung mit Trinkwasser. Unter den 500 Schafen und Lämmern konnten auch einige tote Tiere gefunden werden, die vermutlich verdurstet sind. Andere Tiere lahmten und waren verletzt.
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PETA erstattet Anzeige

Im August 2014 erstattete PETA Deutschland bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin Anzeige. Zu den Beanzeigten zählen der Betreiber des Nationalparks Uckermark, die für die Tiere verantwortliche Schäferin aus Mecklenburg-Vorpommern, sowie einen Landtagsabgeordneten der CDU, der Eigentümer einiger der Tiere ist und die Obhut der Schafe per Vertrag  an die verurteilte Schäferin delegiert hatte.

Gericht verurteilt die Angeklagten zu einer Geldstrafe

Das Amtsgericht Schwedt hat die Missstände stellvertretend für ein Schaf als Straftat eingestuft und eine Strafe von 400 Euro gegen die Schäferin erlassen. Weitere 600 bis 800 Euro wurden dem CDU- Abgeordneten und zwei anderen Verantwortlichen angelastet.

Kein Einzelfall in Deutschland

Immer wieder muss PETA Deutschland wegen Vernachlässigung und Misshandlung von Schafen Strafanzeigen gegen Schäfer und Scherer stellen. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 906.200 Schafe bereits im Kindesalter geschlachtet, da hierzulande lediglich der Verkauf von Lammfleisch lukrativ ist. Aufgrund der mangelnden Versorgung sterben auf deutschen Weiden jedes Jahr zehntausende Lämmer schon kurz nach der Geburt, da sich die individuelle Behandlung kranker oder verletzter Schafe angesichts hoher Tierarzt- und Medikamentenkosten für Großbetriebe meist nicht lohnt.

Wie du selbst aktiv werden kannst:

Kauf keine Produkte, wie Wolle, Lammfleisch oder –fell von Schafen und greife stattdessen zu tierfreundlichen Alternativen ohne Qual bei der Haltung, Schur oder im Schlachthaus. Lade deine Freunde und Freundinnen dazu ein, dasselbe zu tun. 

 

Über den Autor

Hanna

Hanna ist Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie. Dass sie sich heute für Pelztiere einsetzt, ist ihren zwei Katzendamen zu verdanken.

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