Bekleidung Wolle

Wolle hat schlechtere Umweltbilanz als viele Kunstfasern

Der Winter naht und damit die Frage, was ich als Tierfreund für Alternativen zu Bekleidung mit Wolle habe. Wärmende Kunstfasern haben einen schlechten Ruf, weil sie aus Erdöl hergestellt werden. Doch wie schneiden Polyester und Co im Umweltduell mit Wolle wirklich ab?

Die Umweltbilanz entscheidet

Fakt ist, jede Produktion von Textilfasern hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck. Die Frage ist nur, was für Umweltressourcen und -belastungen bei der Fasererzeugung bis zur Entsorgung insgesamt anfallen. Um die verschiedenen Textilfasern vergleichen zu können, hat das niederländische Beratungsunternehmen MADE-BY deshalb eine Umweltskala entwickelt, die Wolle, Polyacrl, Tencel oder Baumwolle nach sechs vergleichbaren Kriterien (Energie- , Wasser- und Landnutzung, Giftigkeit für Menschen und Umwelt sowie Treibhausemmissionen) analysiert und in fünf Umweltklassen von A bis E einordnet.

fibre_benchmark_2013_jpg_16578

Viele Verbraucher dürfte überraschen, dass konventionelle Schafswolle von allen gebräuchlichen Textilfasern ökologisch mit am schlechtestene abschneidet. Kunstfasern, wie Polyacrly oder Polyester haben hingegen eine leicht bessere Umweltbilanz als die Schafswolle. Moderne Zellulosefasern, wie Tencel oder Monocel finden sich sogar in der zweitbesten Klasse B wieder. Wie kann das sein?

Wolle: Pupsende Schafe und Landnutzung

Bei der tierischen Faser Wolle ist die enorme Landnutzungvon Schafen aus Umweltsicht problematisch, da die Tiere enorme Weideflächen und Futtermengen benötigen, damit ein Kilo Wolle produziert wird. Außerdem fällt der Wert von Wolle für Treibhausgasemissionen sehr schlecht aus. So stoßen beispielsweise die über 100 Millionen Schafe in Australien und Neuseeland tonnenweise Methan aus, was 25 mal klimaschädlicher wirkt als CO2. In Neuseeland verursacht die massive Schaf- und Rinderzucht mehr als 90 Prozent der nationalen Methanemissionen und somit über 50 Prozent der gesamten klimaschädlichen Treibhausgase. Dagegen fallen die höheren Energiekosten bei der Produktion von Polyesterfasern oder Polyacryl in der Umweltbilanz nicht ganz so stark ins Gewicht. Wer also eine warme Steppjacke mit Polysterfüllung oder einen Mantel mit Polyacryl kauft, ist nicht gleich ein Ökoterrorist. Noch besser schneiden Tencel oder Monocel ab, deren Grundlage die Zellulose aus der nachwachsenden Hölzern ist.

Ökologische Pflanzenfasern & Recyeltes Synthetik

Auch die wasserhungrige Baumwolle, schneidet durch ökologischen Anbau weitaus besser in der Umweltbilanz ab. Besonders nachhaltig sind recylte Textilfasern, weil ihre Lebensdauer verlängert wird und sie nicht nach kurzer Zeit wieder auf dem Müll landen. So erreichen mechanisch aufbereitetes Polyester oder Nylon im Benchmark von den Kunstfasern die besten Ergebnisse. Deshalb animieren immer mehr Sport- und Modefirmen, wie etwa PUMA, ihre Kunden dazu, ihre Bekleidung wieder zum Recycling zurück zugeben. Wer also Tieren und Umwelt gutes tun will, sollte zu veganer Kleidung aus recycelten Kunst- oder Pflanzenfasern greifen und diese sorgsam pflegen und lange tragen. Sehr viele engagierte Label, wie etwa bleed oder Umasan, aber auch Großunternehmen wie ESPRIT oder H&M verwenden bei Bekleidungsherstellung immer mehr tier- und umweltfreundliche Fasern.

Schlagwörter:

Über den Autor

Frank

ist Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie und fühlt sich gut in veganer Mode und wilden Wäldern.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen