Bekleidung Wolle

Australiens Lebendexport: Fast 4000 tote Schafe in sechs Monaten

Schafe für Lebendexport
© Dr. Lynn Simpson

Durch den Lebendexport sind laut einem aktuellen Bericht des australischen Landwirtschaftsministeriums im ersten Halbjahr 2017 3,839 Schafe zu Tode gekommen. Rund 775.00 Schafe wurden von Australien bereits dieses Jahr auf riesige Schiffe gepfercht, um sie später in Kuwait, Jordanien oder Katar zu schlachten. Farmen verkaufen Merino-Schafe zur Schlachtung an die Lebendexportfirmen, weil sie die erwartete Woll-Leistung nach mehreren Jahren nicht mehr erbringen.

Lebendexport = Horrortrip auf See

Bereits der Transport in engen Trucks über hunderte Kilometer zu den Häfen ist eine enorme Strapaze für die sensiblen Schafe. Doch eine wochenlange Überfahrt von Australien in den Nahen Osten ist der blanke Horror für die Tiere. Bis zu 75.000 Schafe werden auf ein Schiff verladen. Kot und Urin sammelt sich schon nach den ersten Tagen auf dem Metallboden der Decks. Außerdem fehlen trockene Liegeplätze. Seuchen breiten sich rasant aus und die Hitze am Persischen Golf ist häufig das Todesurteil für die schwächsten Schafe. 2016 starben auf einer einzelnen Schiffsreise 3000 Schafe an den Folgen der Hitze.

Kein Happy End

Hinter dem Merino-Wollpullovern in deutschen Läden steckt auch die Geschichte der australischen Schafe und des Lebendexports. Denn Australien ist der größte Wollexporteur der Welt. Fast alle großen Modelabel beziehen im kommerziellen Maßstab feine Wolle aus Australien. Dass Schafe dort während der Schur geschnitten, geschlagen und auf den Boden geworfen werden, erfahren die europäischen Kundinnen und Kunden meist ebenso wenig, wie die finalen Todesreisen beim Lebendexport.

Fordere den australischen Premierminister auf, Lebendexporte endlich zu beenden!

Über den Autor

Frank

ist Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie und fühlt sich gut in veganer Mode und wilden Wäldern.

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