Bekleidung Wolle

8 tolle Alternativen zu Wolle

Es gibt viele konventionelle Alternativen zu Wolle, wie Baumwolle, Rayon, Nylon und Polyester, um nur einige zu nennen. In letzter Zeit sind jedoch viele pflanzliche und künstliche Fasern weitaus verfügbarer für die Konsumenten geworden, die ziemlich eindrucksvoll in ihren Eigenschaften und Umweltverträglichkeit sind. Hier ein kleines Loblied auf außergewöhnliche Textilrohstoffe und neue Fasern, die nicht das Tierleid von Wolle beinhalten.

1. Bambus: Bambus lässt sich zu Viskosefasern verarbeiten und fühlt sich auf der Haut wie eine Mischung aus Seide und Kaschmir an, also leicht, strapazierfähig und atmungsaktiv. Weil Bambus eine natürliche Pflanzenfaser ist, ist der Stoff später leicht biologisch abbaubar. Im Vergleich zu Merinowolle sind die Fasern belastbarer, weicher und speichern keine Gerüche.

2. Leinen / Flachs: Leinen ist ein haltbares Material, das stärker und weicher wird, je mehr es verwendet wird. Leinen kann bis zu 20 Prozent seines Gewichts in Feuchtigkeit aufnehmen und kann diese einfach wieder an die Luft abgeben, um kühlend zu wirken und trocken zu bleiben. Es besitzt zusätzlich anti-allergene Eigenschaften, ist schmutzabweisend und fast antistatisch. Leinen benötigt beim Anbau deutlich weniger Pestizide und Düngemittel als andere Kulturpflanzen und ist recycelbar sowie biologisch abbaubar.

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3. SeaCell: SeaCell-Fasern verbinden Zellulose mit Algen. Getrockneter Seetang wird grob zerkleinert, gemahlen und gleichzeitig dann mit Zellulosefasern vermischt. Die Braunalgen sind reich an Mineralien und Spurenelementen und können auf der Haut Entzündungshemmend wirken und Juckreiz lindern. Die poröse Struktur der SeaCell-Textilfasern fördert die Feuchtigkeitsaufnahme und -abgabe, was die Faser auf der Haut im Winter warm und im Sommer kühl hält.

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4. Lyocell / Tencel: Lyocell wird in einem umweltfreundlichen Prozess aus Holz extrahiertem Zellstoff hergestellt, bei dem die untoxische Lösungsmittel verwendet werden. Die Faser ist auch biologisch abbaubar, recycelbar und natürlich faltenfrei. Lyocell ist ebenso ein großartiger Ersatz für Seide, da es gut gewaschen, gefärbt und selbst so gewebt werden kann, dass es die Qualitäten von Wildleder oder Wolle zu imitieren. Die Herstellung dieses Gewebes erzeugt weniger CO2-Emissionen und benötigt weniger Energie und Wasser als die Produktion von anderen herkömmlichen Textilien.

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5. Modal: Modal ist eine Viskosefaser, die ausschließlich aus nachwachsenden Holzzellstoff der Buche gewonnen wird, wobei verwandte Modalfasern auch aus Eukalyptus oder Pinien gewonnen werden können. Das Modal-Gewebe ist sehr weich und glatt, mit einem mittleren bis hohen Glanz und kann von Mänteln bis Unterwäsche verwendet werden. Zusätzlich ist Modal rund 50 Prozent saugfähiger als Baumwolle! Es braucht nicht gebügelt werden und behält seine Form und Farbe auch nach mehrmaligem Waschen bei.

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6. rPET: “rPET” steht für recyceltes Polyethylene Terephthalate (PET). PET gehört zur Familie der Polyester und als rPET bezeichnet man den aus Plastikflaschen gewonnenen recyelcten Kunststoff. Wenn du eine Wasserflasche aus Plastik in die Recyclingtonne wirfst, kann es entweder zu einer neuen Flasche werden, oder aus den Polyesterfasern kann kuscheliges Polysterflanel gemacht werden. Dadurch hat rPET einen um fast 90 Prozent geringen CO2-Fußabdruck als etwa Nylon, eine 75 Prozent kleineren CO2-Fußabdruck als neues Polyester und sogar 50 Prozent weniger Emissionen als Bio-Baumwolle!

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7. Hanf: Hanf wächst robust ohne die Verwendung von Pestiziden oder chemischen Düngemitteln und damit ist die Pflanze ideal für den ökologisch-veganen Anbau. Hanfwurzeln wachsen bis zu einem Meter in den Boden und verhindern dadurch Erosion und Verlust von nährstoffreichem Boden. Hanf ist zudem vollständig kompostierbar. Die Textilfaser ähnelt vom Griff und Aussehen Leinen und ist dreimal so strapazierfähig wie Baumwolle.

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8. Sojaseide: Sojafasern sind ein neues umweltfreundliches Material, das als Nebenprodukt der Sojabohnen-Verarbeitung für Tofu anfällt. Es besitzt die Weichheit und den Glanz von Seide, die Haltbarkeit von Baumwolle und die Wärme und den Komfort von Kaschmir. Der Herstellungsprozess ist 100 Prozent natürlich und geschieht ohne jegliche Erdöle. Sojafasern verfolgen einen einzigartigen „Cradle-To-Cradle“-Ansatz und sind komplett biologisch abbaubar. Die Hersteller von Sojaseiden erklären, dass die Sojaproteinfaser ihre feuchtigkeitsspendenden Aminosäuren über die Kleidung auf die Haut abgeben.

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All diese Fasern sind vielseitig, qualitativ hochwertig und beinhalten keine Tierquälerei. Lies die Bekleidungsetiketten, frag bei den Herstellern nach und entscheide dich für vegane Mode. Bitte besuche auch unseren PETA-Shoppingguide und kaufe nur tierfreie Kleidung zum Wohle der Schafe!

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Über den Autor

Frank

ist Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie und fühlt sich gut in veganer Mode und wilden Wäldern.

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