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Wie Tiger erst für Urlaubs-Selfies missbraucht und dann in Restaurants serviert werden

Tigerbaby Dade City

Die New York Times berichtete Anfang Juni, dass ein Kasinobetreiber in Laos seinen Besuchern eine schreckliche Tierquälerei anbeitet: Einen „kostspieligen Teller mit Bärentatze, Pangolin (ein bedrohtes Säugetier mit Schuppen) und gedünstetem Fleisch von Tiger, der kombiniert werden kann mit Tigerwein – einem Getreide basiertem Trunk, in den monatelang Penis, Knochen oder ganze Skelette der Großkatze eingelegt werden“. Die Gerichte sind im Restaurant des Kasinos erhältlich.

Die Kings Romans Gruppe unterhält neben einem Kasino, mehreren Hotels, einem Hahnenkampfring und einer Stierkampfarena auch einen Zoo. Artenschützern zufolge ist dieser allerdings nichts als eine Wildtierfarm, die Tiere züchtet, um sie später zu schlachten.

Tiger Baby Käfig Zoo Thailand
© Frank Eidens

Debbie Banks ist Kampagnenleiterin der Environmental Investigation Agency in London. Sie sagte der New York Times, in der Sonderwirtschaftszone Golden Triangle würden Lebensmittel, Schmuck und Medikamente aus Tiger, Elefant, Nashorn, Bär und Leopard verkauft.

Für den Durchschnittstouristen ist der heruntergekommene Zoo von Kings Romans nur eine Touristenattraktion, in der man Tiger und andere Tiere bestaunen kann. In Wahrheit wird jedoch vermutet, dass die Einrichtung Teil einer Industrie ist, die Tiere illegaler Weise in freier Wildbahn fangen lässt und sie dann in den Handel bringt.

Keine Einzelfälle

Ähnliche Geschäfte gehen in anderen Teilen Asiens vor sich. Die New York Times berichtet, dass rund 700 Tiger auf solchen Farmen in Laos gefangen gehalten, tausende weitere in anderen südostasiatischen Ländern. Auch auf chinesischen Farmen leben zwischen 5.000 und 6.000 Tiger. Behörden vor Ort wissen zwar um das Problem, doch bisher wurde wenig für die Schließung der Farmen unternommen.

Tiger Babys in Käfig in Sri Racha

Was haben Selfies damit zu tun?

Die Tiger, die für Urlaubs-Selfies herhalten müssen, werden möglicherweise später geschlachtet und in Restaurants in ganz Südostasien serviert. Dem Artikel der New York Times zufolge spielt der Kings Romans Zoo in Laos „eine entscheidende Rolle darin, den illegalen Handel mit Wildtieren am Leben zu halten, Tiger mit ähnlichen Betrieben in Thailand zu tauschen und illegaler Weise Tiere ihrer Knochen, ihres Fleisches und anderer Körperteile wegen zu schlachten“.

Der bekannte Filmemacher Karl Ammann sagte der New York Times, Tiger würden häufig auf dem Schwarzmarkt verkauft, sobald sie die Geschlechtsreife erreichen und nicht mehr kontrolliert werden können. In ihrer Jugend werden die Tiere oft bei Touristenattraktionen gehalten, damit Touristen gegen Geld Selfies mit ihnen machen und mit ihnen spielen können.

..zum Beispiel der Tiger Temple in Thailand

Der Tiger Temple in Thailand wurde mittlerweile geschlossen. Hier hat man Tiger ruhiggestellt, weil Touristen die Großkatzen für Selfies gegen eine Gebühr anfassen und umarmen sollten. Die Tiger konnten sich nicht richtig bewegen und die Mönche des Tempels sollen die frustrierten Tiere geschlagen haben, wenn diese nicht mitarbeiteten. 137 Tiger wurden aus dem Tiger Temple heraus beschlagnahmt und an Auffangstationen im ganzen Land verteilt. Dutzende tote Tiere wurden in Kühltruhen gefunden. Weltweit werden weiterhin tausende Tiger noch immer gefangen gehalten und gezwungen, Menschen zu unterhalten.

Was ihr tun könnt

Man findet solche Formen der Tierquälerei nicht nur in Asien. In den Jahren 2015 und 2016 enthüllte ein Augenzeuge für PETA USA, wie bei Dade City’s Wild Things, einem Privatzoo mit Tigerzucht in Florida, die dunkle und tödliche Seite solcher Fotomöglichkeiten mit Tigerjungen.

Hier informieren wir über die 7 größten Tierschutzfallen in Eurem Urlaub.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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