Unterhaltung

ERFOLG: Tempel-Elefant Gajraj durch PETA-Kampagne gerettet

elefant gajraj

Update: 15. Juni 2017

Rettung nach über 50 Jahren Vernachlässigung

Tempel-Elefant Gajraj, der als Baby seiner Heimat entrissen wurde, ist endlich gerettet. Mehr als 200.000 Unterstützer von PETA India und ihren internationalen Schwesterorganisationen forderten die Freilassung des traumatisierten Elefanten. Das Maharashtra Forest Department hat Gajraj nun zur Rehabilitation an das Elephant Conservation and Care Centre (ECCC) in Mathura überführt, wo er veterinärmedizinische Versorgung erhält und nach all den einsamen Jahren in eine Gruppe Elefanten integriert werden soll. PETA hat die Übergabe an das Wildlife SOS Elephant-Care Centre arrangiert und die Kosten für seine neue Unterkunft übernommen.

tempel elefant gajraj

Gajrajs Rettung war nicht einfach: Hunderte Dorfleute und sein Mahout (Elefantenführer) protestierten und einige der Protestierenden drohten sogar mit Massen-Selbstmord. Im April hatten von der Regierung beauftragte Tierärzte bestätigt, dass der altersschwache Elefant an unbehandelten Abszessen an Hinterbeinen und Ellbogen und schmerzhaften Fußerkrankungen leidet. Seine Halterin und sein Mahout hatten ihm jahrelang selbst grundlegende medizinische Versorgung verwehrt.

Ein Leben in Ketten

Nach Jahrzehnten der Ausbeutung, Misshandlung und Vernachlässigung ging der 63-jährige Elefant Gajraj langsam an seinen Verletzungen und Krankheiten nahe der beliebten Touristenplätze Shri Bhavani Museum und dem Yamai Devi Tempel in Aundh, Maharashtra zugrunde. Seine Halterin, Ms Gayatridevi Bhagwantrao Pantpratinidhi, hat ihn dort alleine und in Ketten angebunden zum Sterben abgestellt weil er zu alt und krank war, um weiter mit ihm als Touristenattraktion Geld zu erbetteln.

Elefant Gajraj alleine angekettet

Der 63 Jahre alte Elefant Gajraj verbrachte 51 Jahre seines Lebens in Gefangenschaft, seit er 1965 seiner Heimat in Uljain, Madhya Pradesh, entrissen wurde. Er wurde zum 800 Kilometer langen Marsch nach Maharashtra gezwungen, was eineinhalb Monate dauerte, und lebte seitdem unter der Vormundschaft von Ms Gayatridevi.

Elefant Gajraj alleine angekettet

Gajrajs Leiden waren offensichtlich: Auf einem nach Kot und Urin stinkenden Betonplatz war Gajraj dauerhaft angekettet, was schmerzhafte Abszesse an seinen Hinterfüßen und Ellbogen verursacht hat. Jemand hat seine Stoßzähne abgesägt, seine Füße waren aufgerissen und die Zehennägel verwachsen. Er war am Ende seiner Kräfte angelangt. Er versuchte den Ketten zu entkommen und zeigte die klassischen Anzeichen schwerer psychologischer Qualen, wie Kopfnicken und Hin-und herschwanken, was gesunde Tiere in freier Wildbahn nicht tun.

Elefant Gajraj alleine angekettet

Die Hoffnung siegt

PETA India hat sich unermüdlich dafür eingesetzt, dass das Maharashtra Forest Department Gajraj aus seiner inhumanen, isolierten Haltung befreit und ihn stattdessen in eine seriöse Elefantenauffangstation überführt, wo er veterinärmedizinische Versorgung erhält und den Rest seines Lebens frei von Ketten verbringen darf.

Über den Autor

Yvonne

Yvonne ist Fachreferentin für Tiere in Zoo und Zirkus bei PETA Deutschland. Sie ist promovierte Biologin und hat sich in ihrer Dissertation mit der Persönlichkeit von Tieren beschäftigt.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen