Unterhaltung Zoo

Bilder aus dem Loro Parque Teneriffa: DAS macht die Gefangenschaft mit Orcas

Mitarbeiter von PETA USA haben den Loro Parque auf Teneriffa besucht und konnten Orcas mit abgebrochenen Zähnen und anderen Verletzungen filmen. Die Tiere trieben lustlos in ihren winzigen Becken und bettelten um Nahrung.
Lest weiter, um die herzzerreißenden Bilder dieser gefangen gehaltenen Tiere zu sehen.

Loro-Parque-image-1-Loro-Parque

Im Loro Parque werden Vögel, Delfine, Seelöwen und sechs Orcas ausgestellt. Die Orcas sind quasi eine Dauerleihgabe des für seine tierquälerischen Zustände berüchtigten SeaWorld Parks in den USA. Die Orca-Kälber Kohana und Skyla wurden ihren Müttern mit 3 bzw. 2 Jahren bei SeaWorld Orlando in Florida entrissen. Dann flog man sie zusammen mit Keto und Tekoa tausende Meilen weit auf die kanarischen Inseln.

Das junge Orca-Weibchen Morgan holte man unter dem Versprechen aus dem Meer, sie würde nie öffentlich ausgestellt werden und nach dem „Aufpäppeln“ wieder freigelassen werden, sobald sie sich erholt hätte. Auch sie wird noch immer im Loro Parque gefangen gehalten. Hier geht’s zur Petition für Morgan. Außerdem wurden noch zwei aus Inzucht entstandene Kälber in dem Park geboren: Vicky, die mit nur 10 Monaten starb und Adán, der bereits seit vier Jahren in dem Betonbecken lebt.

PETA USA hat Tierärztin und Meerestierexpertin Dr. Heather Rally gebeten, sich die Aufnahmen aus dem Park anzusehen. Im Folgenden sind nur einige der Probleme aufgelistet, die sie unter den im Loro Parque gehaltenen Orcas feststellen konnte:

  1. Orcas mit Zahnmalen, verursacht durch aggressive Angriffe durch andere Wale

Loro-Parque-Rake-mark-1Die sogenannten „rake marks“ entstehen, wenn dominante Tiere mit ihren Zähnen an der Haut weniger aggressiver Tiere kratzen. In freier Wildbahn könnte der Orca eines niedrigeren Ranges einfach wegschwimmen – doch in den engen Becken des Loro Parque gibt es kein Entkommen.

Loro-Parque-Rake-mark-2Solche Angriffe können schmerzhafte und ernstzunehmende Verletzungen nach sich ziehen. In manchen Fällen sind die Verletzungen so tief, dass Blut aus der Wunde läuft.

Loro-Parque-Rake-Mark-3Tekoa hat diese Art Wunden an beiden Seiten seines Körpers – vom Kopf bis nach hinten zu seiner Schwanzflosse. Die Rückenflosse scheint bald einzuknicken, was auf die Gefangenschaft zurückzuführen ist und auf zu wenig Platz, um zu schwimmen und zu tauchen.

  1. Frustrierte Orcas beißen in die Ränder ihrer Betonbecken

Loro-Parque-Biting-the-side-of-tank-1Orcas sind intelligente Tiere, die zusammenarbeiten, über komplexe Sozialstrukturen verfügen, mit ganz bestimmten Dialekten miteinander kommunizieren und pro Tag bis zu 160 km weit schwimmen. Verwehrt man ihnen die Möglichkeit, diesen natürlichen Verhaltensweisen nachzukommen, werden sie frustriert, gelangweilt und wütend. Weil sie schlichtweg nichts anderes zu tun haben, beißen sie neurotisch in die Seitenränder des Beckens.

Dieser Orca war in einem der kleinen Becken weiter hinten untergebracht. Er trieb an der Wasseroberfläche und rieb seinen Kopf am Beton.

  1. Orcas mit fehlenden oder abgebrochenen Zähnen

Die abgenutzten und kaputten Zähne der Orcas waren deutlich sichtbar, wenn sie ihren Mund öffneten, um Futter anzunehmen. Bei einigen Tieren fehlten die Zähne gänzlich oder waren bis zum Zahnfleischrand abgenutzt. Viele der Orcas im Loro Parque hatten freiliegende Zahnhöhlen.

Loro-Parque-Broken-teeth-2Diese Hohlräume entstehen durch schmerzhafte Bohrungen, die an Zähnen vorgenommen werden, die im Zuge der Gefangenschaftshaltung abgebrochen oder anderweitig beschädigt waren. Orcas verlieren ihre Zähne nicht von Natur aus.

  1. Lustlos im Wasser treibende Orcas; untypische Verhaltensweisen

Loro-Parque-floating-listlessly-1Wildlebende Orcas sind neugierig, voller Energie und fast immer in Bewegung. Die Orcas im Loro Parque treiben häufig bewegungslos an der Wasseroberfläche oder bewegen sich lustlos auf und ab. Skyla bettelte bei Trainern um Nahrung.

Loro-Parque-floating-listlessly-2

  1. Trainer sperrten Orcas in kleinere Becken und vernachlässigten sie

Loro-Parque-ignored-orcas-1Manchmal werden die Orcas einzeln in die Unterbringungsbecken gesperrt und die Trainer beachten sie kaum.

Loro-Parque-ignored-morgan-2Dieser Wal beispielsweise – von dem wir annehmen, dass es Morgan war – war in einem weiter hinten gelegenen Becken und spritzte mit Wasser, um die Aufmerksamkeit eines Trainers auf sich zu ziehen.

  1. Einem Orca lief Schleim aus dem Auge

Loro-Parque-mucus-eye-1

Die Beobachter vor Ort und Dr. Rally sahen ganz deutlich eine schleimartige Substanz aus Ketos linkem Auge austreten.

Loro-Parque-muscus-eye-2Diese Substanz ist wohl eine körperliche Reaktion auf die Reizstoffe im Beckenwasser.

Orcas gehören ins Meer. In Gefangenschaft kann es ihnen niemals wirklich gut gehen. Sie in Betonbecken zu halten, ist falsch. Die Gesundheitsprobleme der Orcas bei SeaWorld und im Loro Parque werden seit vier Jahren immer und immer wieder dokumentiert. Doch die Unternehmen ignorieren das Leid der Tiere und beweisen damit, wie wenig ihnen das Wohl der Tiere, die sie einsperren, am Herzen liegt.

Aufgrund dieser vernichtenden Beweise, hat PETA USA die spanische Behörde Servicio de Protección de la Naturaleza (Dienst zum Schutz der Umwelt) aufgefordert, Ermittlungen gegen den Loro Parque einzuleiten.

Auch ihr könnt euch für diese Orcas einsetzen! Bitte besucht niemals einen Park mit Meerestieren und unterstützt unsere Kampagne zur Befreiung von Morgan.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen