Tierversuche

25 Jahre Krebsmaus – 25 Jahre Leid für Tier und Mensch

Krebsmaus im Käfig
© iStock.com / Toeytoey

Im Mai 1992 wurde die in den USA entwickelte Krebsmaus für den europäischen Markt zugelassen und patentiert. Ihre besondere Fähigkeit: Sie erkrankt besonders leicht an Tumoren.

Mit dieser Zulassung schrieben die „Erschaffer“ mit ihrer Maus Geschichte. Sie war das erste gentechnisch veränderte Tier, das ein Patent erhielt. Vor genau 25 Jahren fiel somit auch der Startschuss für eine besonders traurige Entwicklung. Seitdem stellen sogenannte Wissenschaftler mit Mäusen und anderen gentechnisch veränderten Tieren die unvorstellbarsten Dinge an. Wir haben gesunde Mäuse fett, autistisch und depressiv gemacht und ihnen Krankheiten wie Diabetes, Schlaganfall und Aids gebracht.

„Hier geht es nicht darum, Krebs zu heilen, sondern darum, Geld zu verdienen.“ – Paul Muldoon

Die Versprechen des Pharmakonzerns DuPont und der Harvard University waren groß, als sie 1988 das Patent für die OncoMouse beantragten. Nichts Geringeres als die Heilung von Krebs sollte die Krebsmaus bringen. Dabei brachte sie den Entwicklern aber vor allem eines: jede Menge Geld. Bei der Entwicklung von Arzneimitteln oder Therapien spielte sie hingegen nie eine Rolle und konnte bis heute keinerlei Erkenntnisse in der Krebsforschung liefern.

Andere Forscher und Unternehmen nahmen sich jedoch an DuPont ein Beispiel, um selbst viel Geld zu verdienen. Seit der Harvard-Krebsmaus wurden über 1.000 weitere europäische Patente an Labortieren erteilt. Für die Tiere in den Laboren bedeutet dies unvorstellbares Leid. Sie wachsen mit qualvollen Krankheiten auf und erleiden bei operativen Eingriffen tagelang enorme Schmerzen. Sollten sie nicht an ihrer Krankheit erliegen, werden sie von den Experimentatoren getötet. Doch bereits bei der Zucht gentechnisch veränderter Tiere werden diese millionenfach getötet, z.B. wenn sie nicht das erwünschte Krankheitsbild entwickeln. Diese Tiere werden nicht von der offiziellen deutschen Tierversuchsstatistik erfasst.

Die Krebsmaus – Keinerlei Nutzen für den Menschen

Auch für Patienten bringt die Entwicklung tausender gentechnisch veränderter Tiere keine Linderung oder gar Heilung. Richard D. Klausner, ehemaliger Leiter des US-amerikanischen National Cancer Institute und einer der weltweit führenden Köpfe in der Krebsforschung, fand für dieses Dilemma die treffendsten Worte: „Die Geschichte der Krebsforschung ist eine Geschichte der Krebsheilung bei Mäusen. Seit Jahrzehnten heilen wir Krebs bei Mäusen, aber beim Menschen klappt es einfach nicht.“ Von dieser Situation profitieren lediglich Pharmakonzerne und Labortierzüchter, sicher aber nicht die Patienten.

Während die Versuche mit gentechnisch veränderten Tieren mit mehreren Milliarden Euro gefördert werden, erhalten tierfreie Alternativen nur wenige Millionen Euro Unterstützung. Dabei sind zahlreiche Alternativmethoden bereits erfolgreich im Einsatz, andere weit entwickelte und vielversprechende Projekte in diesem Bereich erhalten jedoch keine oder nicht ausreichend Fördergelder, um präzisiert zu werden. Mit PISC, dem PETA International Science Consortium, setzen wir uns deshalb zusammen mit der Industrie, privaten Forschungseinrichtungen und Zulassungsbehörden dafür ein, tierversuchsfreie Testverfahren auf nationaler und internationaler Ebene zu unterstützen.

Was ihr tun könnt

Macht Europa klar, dass Versuche an gentechnisch veränderten Tieren für den Menschen keinen Nutzen bringen und dass die Fördermittel in Alternativmethoden besser investiert sind. Hier könnt ihr die EU dazu auffordern, die Zulassung für Tierversuche endgültig zu beenden.

Über den Autor

Nils

ist Fachreferent gegen Tierversuche bei PETA Deutschland.

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