Ernährung Studien

Tag des Cholesterins: Haben Veganer bessere Cholesterin-Werte?

Gemüse für gute Cholesterin-Werte

Eine vegane Ernährung bringt die Gewissheit mit sich, dass keinem Tier bewusst Schaden zugefügt wird. Nebenbei kann sie ein paar gesundheitliche Vorteile mit sich bringen – wie gute Cholesterin-Werte.

Die Academy of Nutrition and Dietetics stellte in ihrem Positionspapier 2016 fest, dass die geringe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und die hohe Aufnahme von Gemüse, Obst, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Sojaprodukten, Nüssen und Samen charakteristisch für eine vegane Ernährung sind. So kann sie niedrige Gesamt- und niedrigere LDL-Cholesterinwerte begünstigen. Wenn also am 23. Juni 2017 der 15. Tag des Cholesterins ist, sollten die Vorteile einer veganen Ernährung in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben.

Tag des Cholesterins

Mit der bundesweiten Kampagne möchte die DGFF (Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V.) an diesem Tag die Bevölkerung auf Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen und die Messung der Blutfettwerte aufmerksam machen. Die DGFF ruft dazu Apotheken, Betriebe, Praxen und Kliniken zum mitmachen auf.

Was ist Cholesterin?

Cholesterin gehört zu den Fetten und ist an sich ein wichtiger Bestand- und Bauteil unseres Körpers. Es ist in fast jeder Zellwand zu finden und ist Ausgangsstoff wichtiger Substanzen wie beispielsweise von Sexualhormonen. Wr müssen Cholesterin jedoch nicht mit der Nahrung zu uns nehmen – Cholesterin ist nicht essentiell. Unser Körper kann davon ausreichend selber herstellen.

Wann wird Cholesterin zum Problem?

Cholesterin ist wie alle Fette nicht wasserlöslich und muss deswegen zum Transport im Blut verpackt werden. Diese Päckchen werden je nach Aufbau und ihrer „Reiseroute“ u.a. als LDL-Cholesterin (das „schlechte“ Cholesterin) und HDL-Cholesterin (das „gute“ Cholesterin) bezeichnet. Vom LDL-Cholesterin und Gesamtcholesterin sollte man nicht zu viel im Blut haben. Folge zu hoher (LDL-) Cholesterinwerte können nämlich Ablagerungen in den Gefäßen und daraus resultierende Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sein. An denen sterben jedes Jahr rund 350 000 Menschen.

Glücklicherweise müssen hohe Cholesterinwerte nicht so enden. Neben Medikamenten (in bestimmten Fällen) stellt vor allem eine Ernährungsänderung eine leichte Möglichkeit dar, die Werte positiv zu beeinflussen. Am besten ist es jedoch, man lässt es erst gar nicht soweit kommen.

Vorteile einer veganen Ernährung

Veganer haben u.a. laut der Oxford-Vegetarian Study durchschnittlich wesentlich geringere Blutkonzentrationen an LDL- und Gesamtcholesterin.

  • Fleischesser – Gesamt: 205 mg/dl  LDL: 124 mg/dl
  • Vegetarier – Gesamt: 189 mg/dl LDL: 104 mg/dl
  • Veganer – Gesamt: 166 mg/dl LDL: 89 mg/dl

Andere Untersuchungen kommen zu ähnlich großen Unterschieden. Doch warum?

Eine geringe Aufnahme von Cholesterin und gesättigten Fettsäuren:

Manche Menschen können die Aufnahme von Cholesterin durch eine geringere Eigensynthese (Herstellung im Körper) ausgleichen. Bei anderen erhöht sich jedoch nach Cholesterinaufnahme das LDL-Cholesterin im Blut. Cholesterin kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor, in einer veganen Ernährung folglich nicht. Das Risiko einer Erhöhung besteht auf diesem Wege also nicht. Auch eine hohe Zufuhr an gesättigten Fettsäuren (kommen reichlich in tierischen Produkten vor) erhöht die Konzentration an LDL-Cholesterin im Blut.

Hohe Aufnahme von Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren:

Unser Körper versucht durch ein Kreislaufsystem die Ausscheidung von Cholesterin gering zu halten, selbst wenn davon schon zu viel im Blut ist. Ballaststoffe helfen dem Körper dabei Cholesterin aus dem Kreislauf zu entnehmen und auszuscheiden. Ballaststoffe sind in einer ausgewogenen veganen Ernährung reichlich vorhanden. Veganer nehmen in der Regel weit mehr davon zu sich als die Allgemeinbevölkerung.

Ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Nüssen, Ölsamen und daraus hergestellten Ölen vorkommen, sind ebenfalls hilfreich dabei, das LDL-Cholesterin zu senken. Auch sie kommen viel in einer ausgewogenen veganen Ernährung vor.

P.S. Eine vegane Ernährung hilft nicht nur präventiv. Interventionsstudien (also Studien, bei denen die Teilnehmer ihr Verhalten ändern) konnten aufzeigen, dass eine pflanzenbasierte Ernährung die Blutfettwerte senken kann. Die LDL-Konzentration verringerte sich bei vegetarischen Interventionen um rund 10-15 % und bei veganen sogar um 15-25 %.

Auch die DGFF weist daraufhin, dass Menschen mit hohen LDL-Cholesterinwerten den Verzehr von tierischen Lebensmitteln reduzieren sollten. So würde die Aufnahme an Fett, gesättigten Fettsäuren und von Cholesterin reduziert werden.

Also worauf wartet ihr. Hier geht es zum Veganstart-Programm.

Über den Autor

Felicitas

ist bei PETA Fachreferentin für Ernährung und findet, dass Essen nur ohne Tierleid ein Genuss ist.

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