Ernährung

Bundesumweltministerin verärgert Agrarlobby mit „Bauernregeln“

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Mit „neuen Bauernregeln“ will das Bundesumweltministerium in einer provokativen Kampagne auf die Umweltbelastung der intensiven Landwirtschaft – u. a. das Leiden in Tierhaltungsanlagen – hinweisen. Die Agrarlobby um Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt zeigt sich verärgert über die spitz formulierten Sprüche.

„Bauernregeln“ sorgen für Ärger
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Plakate wie „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“ oder „Steh’n im Stall zu viele Kühe, macht die Gülle mächtig Mühe“

werden im Rahmen der Kampagne „Gut zur Umwelt. Gesund für alle.“ im ganzen Bundesgebiet aufgehängt. Eigentlich weisen die Billboards auf längst diagnostizierte Probleme in der Land- und Tierwirtschaft hin, doch – wie immer in einem solchen Fall – fühlen sich Landwirte verunglimpft. Christian Schmidt willsogar, dass sich Minister Hendricks bei ihnen entschuldigen soll und forderte einen sofortigen Stopp der Kampagne.

Umweltbelastung durch Landwirtschaft längst bekannt
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Die Auswüchse der intensiven Landwirtschaft sind bekannt. Gerade die Tierhaltung hat weitgehende Konsequenzen für die Umwelt. In Deutschland werden 60% des angebauten Getreides an Tiere verfüttert. Tierfutter, wie z. B. Mais, wird größtenteils in Monokulturen unter massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln angebaut. Zusätzlich bedeutet eine größere Anzahl von Tieren eine enorme Produktion von Gülle, die vielerorts Grundwässer verschmutzt. Es ist gut und wichtig, dass die Kampagne des BMUB darauf hinweist.

Eingerechnete Tierqual

Für Tiere bedeutet die industrielle Tierhaltung Schmerzen und Tod. Die maßlos überzüchteten Tiere können ihr Gewicht kaum tragen, werden krank und sterben oft noch im Stall. Eigentlich müssten diese Qualzuchten nach deutschem Tierschutzgesetz verboten werden, sie werden aber dennoch seit Jahren toleriert. Die Landwirtschaftspolitik orientiert sich nämlich – wie Bundesumweltministerin Hendricks richtig feststellt – an den Bedürfnissen der Agrarkonzerne und Lebensmittelindustrie.

Was du tun kannst

Ein Umdenken ist aber auch bei den Verbrauchern gefragt. Eine Änderung dieser Zustände ist möglich und alle können dazu beitragen. Wie es geht erfährst du unter Veganstart.de. Zudem empfehlen wir, Christian Schmidt aufzufordern, Subventionen für Qualzuchten endlich zu beenden. Das kannst du hier tun.

 

Über den Autor

Andrzej

Andrzej ist Koordinator für Osteuropa bei PETA Deutschland und ist am Ausbau der Tierrechtsbewegung in dieser Region interessiert.

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