Ernährung

Von Brüssel lernen: Eine Region verbietet Foie gras

Delikatesse aus der Hölle

Eine Stopfleber ist die krankhaft vergrößerte „Fettleber“ von Enten und Gänsen. Das Qualprodukt wird erzeugt, indem man die Leber von Gänsen oder Enten mittels Zwangsfütterung („Stopfen“) auf etwa das Zehnfache ihres Gewichts anschwellen lässt.

Diese Prozedur ist so grausam, dass sie in Deutschland und vielen anderen Ländern aus Gründen des Tierschutzes verboten ist. In Belgien war die Herstellung des Tierqualproduktes bislang noch erlaubt – auch hier regt sich massiver Widerstand. Die Region Brüssel geht nun mit gutem Beispiel voran und verbietet die Produktion von Stopfleber.

Brüssel geht mit gutem Vorbild voran

Brüssel erhofft sich von dem Schritt, dass auch andere Teile Belgiens sich ein Herz fassen und das Leid der Tiere nicht länger hinnehmen. 84% der Belgier sprechen sich nach Angaben der Organisation „GAIA“ für ein Verbot des Stopfens in ihrem Land aus.

So begründet die zuständige Staatssekretärin für Tierschutz in Brüssel, Bianca Debaets, das Verbot:

„Was wir den Enten antun, ist wirklich eine Art von Folter, die wir nicht tolerieren können – auch nicht auf Kosten von ökonomischer Interessen oder Konsumgewohnheiten, wie einige es regelmäßig vorbringen.“

Dem ist ausdrücklich zuzustimmen. Nur noch fünf (!!!) Länder in der EU erlauben das Stopfen von Enten und Gänsen. Es ist an der Zeit für ein Umdenken, ein europaweites Herstellungs- und Verkaufsverbot für Stopfleber wird von vielen bereits seit Jahren gefordert und ist längst überfällig.

Tierfolter-Industrie in der Krise

Die Stopfleber-Industrie befindet sich europaweit in der Krise. Inzwischen sind im Kampf gegen die Vogekgrippe alleine in Frankreich Millionen Enten und Gänse getötet worden. Viele Foie-gras-Produzenten sind deshalb in finanziellen Schwierigkeiten und von Hilfen aus Steuermitteln abhängig. Auch die EU soll die Hersteller finanziell dabei unterstützen, die Folgen der Vogelgrippe zu meistern und ihre grausamen Praktiken weiter fortzuführen. Dabei haben die Länder der EU die Stopfleber-Produktion in großer Mehrheit verboten und einiges deutet darauf hin, dass die Tierhalter selbst den Ausbruch der Vogelgrippe befördert haben.

Worauf es jetzt ankommt

Durch Gesetze wie das in Brüssel können Tiere geschützt werden – noch effektiver ist aber die persönliche Verhaltensveränderung. Wer Tiere effektiv schützen möchte, den unterstützen wir gerne unter Veganstart.de 30 Tage lang beim Einstieg in eine vegane Ernährung.

Wer Stopfleber in einem Restarant oder Feinkostgeschäft entdeckt sollte nicht schweigen sondern sich aktiv für die Tiere einsetzen und den Fall über [email protected] melden. Auch darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, Tieren zu helfen. Alle nötigen Informationen über das PETA-Aktivistennetzwerk.

 

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Über den Autor

Christiane

ist Junior-Aktivistenkoordinatorin bei PETA Deutschland. Sie hat in Konstanz Politikwissenschaften studiert.

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