Bekleidung Pelz

Pelzindustrie in Bedrängnis in Osteuropa

Ein Nerz in der Pelzindustrie in Polen
© Otwarte Klatki

Die Pelzindustrie wurde bereits aus Ländern wie Großbritannien oder Österreich verdrängt, in den Niederlanden steht ein Ende von Pelzfarmen vor der Tür. Osteuropäische Länder wie Polen oder Tschechien galten bislang als sicherer Zufluchtsort für Pelzfarmer, die ihr Geschäft unbehelligt führen wollten. Doch in den letzten Jahren gerät auch dort die Pelzindustrie vermehrt in Bedrängnis.

Kein Platz für Farmen

In Kroatien oder Slowenien hat die Pelzindustrie nichts verloren, denn in beiden Ländern wurde bereits ein ausnahmsloses Pelzfarmverbot eingeführt. Doch schon bald können weitere Staaten nachziehen. Dem tschechischen und litauischen – und bald auch dem polnischen – Parlament liegen Gesetzentwürfe für ein Pelzfarmverbot vor.

Mit Aufdeckungen gegen die Pelzindustrie

In allen drei Ländern führten Aufdeckungen und Kampagnen von Tierrechtsgruppen zu breitem Interesse der Gesellschaft an dem Thema. Sowohl in Litauen, Polen und Tschechien wurden in der letzten Zeit Undercover-Aufnahmen von Farmen veröffentlicht, die den brutalen Alltag in solchen Betrieben zeigen. Die Aufnahmen wecken nicht nur das Interesse der Medien, sie tragen auch dazu bei,  dass die Gesellschaft das wirkliche Gesicht dieser Industrie zu sehen bekommt.

Mehrheit der Bevölkerung dagegen

Das spiegelt sich auch in Umfrageergebnissen wieder. Laut aktuellen Zahlen sprechen sich 70% der Menschen in Tschechien, 67% in Polen und 67% in Litauen gegen die Haltung von Tieren für Pelz aus. Dies hat auch Einfluss auf die Politik. In allen drei Ländern wird gerade über ein Pelzfarmverbot diskutiert.

Bereits letztes Jahr wurde ein in Tschechien Gesetzentwurf ins Parlament gebracht, der Pelzfarmen verbieten soll. Schon bald soll er in die entscheidende Abstimmung kommen. Eine der Organisationen, die an der Kampagne für ein Verbot beteiligt ist, hat vor kurzem die Aktion „Ein Monat im Käfig“ gestartet. Einen Monat lang werden Aktivist*innen durchgehend in einem Käfig vor dem Parlament sitzen.

 

Auch in Polen soll bald ein Gesetzentwurf vorgestellt werden. Er soll nicht nur Pelzfarmen, sondern auch den Einsatz von Wildtieren im Zirkus, die Kettenhaltung von Hunden verbieten, wie auch weitere Tierschutzverbesserungen einführen.

Und auch in Litauen wurde vor einiger Zeit ein Gesetzentwurf eingebracht, der alle Pelzfarmen im Land verbieten soll. Auch wenn das Verbot zurzeit nur auf wenig Unterstützung hoffen kann, ist es auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, der zweifelsohne künftig vielen Tieren ein Leben voller Schmerzen ersparen wird.

In Estland wurde kürzlich über ein Verbot abgestimmt. Und obwohl der Gesetzentwurf letztendlich abgelehnt wurde, konnte die Zahl der Abgeordneten, die dafür gestimmt haben, fast verdoppelt werden. Dies stimmt auf jeden Fall optimistisch für die Zukunft.

Pelzlobby hält dagegen

Leider gibt es im Kampf gegen die Pelzindustrie auch Rückschläge: denn obwohl in Bosnien ein Pelzfarmverbot ab 2018 letztes Jahr bestätigt wurde, wurde kürzlich für eine Verlängerung der Übergangsfrist um weitere 10 Jahre gestimmt. PETA arbeitet mit lokalen Aktivist*innen zusammen, damit das Verbot weiter erhalten bleibt.

 

Nach dem praktischen Verbot in Deutschland wird eines klar: der Pelzindustrie gehen die sicheren Rückzugsorte aus. Überall, wo sie hinkommt, stößt sie auf Widerstand. Bis sie irgendwann Geschichte ist.

Über den Autor

Andrzej

Andrzej ist Koordinator für Osteuropa bei PETA Deutschland und ist am Ausbau der Tierrechtsbewegung in dieser Region interessiert.

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