Bekleidung Wolle

Patagonias enttäuschende Reaktion auf Tierquälerei für Wolle

Bei einem Wolle Zulieferer von Patagonia.
Bei einem Wollproduzenten von Patagonia.

Die Qual der Schur

Im April 2017 besuchten Beobachter von PETA einen Schurbetrieb in Utah, wo auch Schafe von Red Pine Land & Livestock, LLC, geschoren wurden. Dieses Unternehmen war auf der Website von Patagonia als zugelassener Lieferant aufgeführt, bis man herausfand, dass PETA Videomaterial besitzt, auf dem ganz klar Verstöße gegen die firmeneigenen „Tierschutzkriterien“ zu sehen sind. Augenzeugen filmten, wie hochschwangere Schafe mit der Peitsche geschlagen und rutschige Rampen hinuntergeschickt wurden. Die Tiere wurden so schnell geschoren, dass viele von ihnen blutige Wunden davontrugen. Anschließend brachte man sie in die Wüste, wo sie bei eisigen Temperaturen – und ohne ihre schützende Wolle – ihre Kinder zur Welt bringen sollten.

Schafe verletzt durch Schur Wolle
Bei der Schur werden den Tieren häufig Schnitte und offene Wunden zugefügt

Patagonia verstößt gegen eigene Tierschutzkriterien

Ein solcher Umgang mit Tieren verstößt gegen jeden Sinn und Zweck des sogenannten „Responsible Wool Standard“ (RWS) – den Patagonia als „grundlegende“ Vorgabe festgelegt hat – und des firmeneigenen Patagonia Wool Standard (PWS).

Schafe gepeitscht

Sieht so ein „exzellenter Partner“ aus?

Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Enthüllungen, schickte PETA USA der CEO von Patagonia, Rose Marcario, einen Brief mit allen Verstößen gegen den RWS und PWS. Anstatt Verantwortung zu übernehmen, sagte das Unternehmen, dass es im März 2017 die Zusammenarbeit mit Red Pine bereits beendet habe – einen Monat vor den Enthüllungen der Augenzeugen von PETA USA. Zudem habe Tierschutz bei der Trennung keine Rolle gespielt. Unerwähnt blieb die Tatsache, dass Patagonia Red Pine bis vor Kurzem als gründlich überprüften Lieferanten hervorhob, der „sich in Sachen Tierwohl auskennt und mit Leidenschaft bei der Sache ist“. Das Unternehmen wurde als „exzellenter Partner“ gelobt.

„Verantwortungsbewusste“ Wolle gibt es nicht

PETA USA hat jahrelang versucht, hinter den Kulissen mit Patagonia zusammenzuarbeiten. Es wurde sogar angeboten, die Bedingungen auf Farmen und in Schlachthöfen von Tierärzten beurteilen zu lassen, doch das Unternehmen hat jede Zusammenarbeit abgelehnt. Der aktuelle Fall und Patagonias Reaktion beweisen, dass es so etwas wie „tierfreundlich“ oder „verantwortungsbewusst“ gewonnene Wolle nicht gibt – ganz egal, ob sogenannte „Tierschutzkriterien“ bestehen oder nicht.

Lamm tot auf dem Boden
Ein Lamm verwest unbeachtet auf einem Schafschurbetrieb in Utah

Was Du JETZT tun kannst

Diese Tierquälerei in der Lieferkette kann nur auf eine Art und Weise ausgeschlossen werden: Wenn wir alle keine Wollprodukte mehr kaufen und Einzelhändler aufhören Wolle zu beziehen, und stattdessen auf Innovation und die Entwicklung von Materialien setzen, die nicht von Tieren stammen.

Bitte nimm Dir einen Moment Zeit und bitte Patagonia auf tierfreundliche Materialien umzusteigen – fordere das Unternehmen dazu auf, mit der tierquälerischen Wollindustrie zu brechen.

 

 

Über den Autor

Hanna

Hanna ist Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie. Dass sie sich heute für Pelztiere einsetzt, ist ihren zwei Katzendamen zu verdanken.

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