Bekleidung Leder

Dieses Unternehmen stellt Leder aus Weintrauben her

Grüne Weintrauben auf einem weißen Tisch PETA

Weinleder von Vegea

Jedes Jahr entstehen bei der weltweiten Weinherstellung bis zu 7 Milliarden Kilogramm natürlicher Produktionsabfälle. Wegschmeißen? Viel zu schade! Diese Meinung vertritt auch der italienische Architekt Gianpiero Tessitore. Um die pflanzlichen Ressourcen zu nutzen, suchte er nach einem Verfahren, das den „Müll“ in umweltfreundliche Materialien verwandeln kann. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungszentren, entstand nach langem Tüfteln und Rätseln, ein rein veganes Leder. Leder aus Weintrauben. Kurz darauf wurde das Unternehmen Vegea gegründet. Dort soll das Leder zukünftig hergestellt und tausenden Kühen die Haut gerettet werden.

Was steckt hinter dem Leder aus Weintrauben?

Das Geheimnis hinter dem Weinleder sind Haut, Stiele und Samen von Trauben, sowie ein bisschen Öl. Durch ein spezielles Verarbeitungsverfahren werden die Fasern und Öle dicht miteinander verbunden und bilden eine lederartige Oberfläche. So schnell kann aus einfachen und natürlichen Zutaten, ein robustes Leder gezaubert werden – alles dank moderner Technologie. Ende 2017 könnten schon die ersten Kleidungsstücke aus dem Weinleder präsentiert werden. Damit bereichert Vegea nicht nur die Modewelt, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag für die Rechte der Tiere.

Leder – die Haut toter Tiere

Normalerweise ist Leder alles andere als tierfreundlich. Die weltweite Lederindustrie schlachtet jedes Jahr mehr als 1 Milliarde Rinder, Ziegen und Schafe. Ein Großteil dieser Häute wird in Billigproduktionsländern ohne greifende Tierschutzgesetze wie China, Indien, Brasilien oder Bangladesch hergestellt und anschließend auf der ganzen Welt verarbeitet und verkauft. Bis aus einem Lebewesen ein Stück Leder wird, erleiden die Tiere oftmals alle Grausamkeiten der Intensivtierhaltung: Rinder werden ohne Betäubung kastriert, erhalten schmerzhafte Brandzeichen, ihre Schwänze werden gestutzt und die Hörner gekürzt.

Das Leder der Zukunft ist pflanzlich!

Vegea ist nicht das erste Unternehmen, das sich der Herstellung von pflanzlichem Leder annimmt. Vergleichbare Start-Ups erstellen bereits Leder aus Ananas, Kork und Pilzen. Obwohl die verwendeten Technologien noch recht neu sind und somit in der Testphase stecken, liegen die Vorteile schon jetzt auf der Hand und werden tierisches Leder hoffentlich bald ersetzen. So muss ein Rind bis zu 3 Jahre lang wachsen und versorgt werden, bis es genug Haut und Fleisch für die Schlachtung trägt. Für tierisches Leder werden somit massig Ressourcen in Form von Tierfutter, Wasser und Land verbraucht und für die Gerbung zusätzlich viel Chemie eingesetzt. Die pflanzliche Version „wächst“ deutlich schneller und eine aufwändige, giftige Gerbung ist auch nicht nötig.

Rind mit einer Futterstelle beim futtern

Was Du tun kannst:

Eine neue Technologie zu erfinden ist zwar ein guter, aber kein sehr einfacher Weg, den Tieren zu helfen. Leichter geht es mit ganz alltäglichen Dingen:

  • Kaufe und Trage niemals Leder.
  • Informiere Dich und Deine Freunde über das Tierleid für Leder.
  • Schaue Dich auf veganemode.info um und finde tolle Alternativen zu tierischer Bekleidung.

Über den Autor

Hanna

Hanna ist Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie. Dass sie sich heute für Pelztiere einsetzt, ist ihren zwei Katzendamen zu verdanken.

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