Bekleidung Leder

Was hat Leder mit der Zerstörung des Amazonas zu tun?

Eine Rinderhorder in Amazonas
© PETA / Repórter Brasil

Amazonas weiter in Gefahr

In einer neuen Studie hat die Organisation Imazon herausgearbeitet: Nur 128 Schlachthäuser töten 93 Prozent der Rinder im gesamten brasiliansichen Amazonasgebiet. Die riesigen Weideflächen für die Belieferung der Fließbandtötungsbetriebe überlappen sich deutlich mit den Karten wo die größten Regelwaldrodungen der letzten Jahre erfolgten – und auch für die Zukunft prognostiziert werden.

Regenwaldrodung für Rinder

Durch Brandrodung, Bulldozer und Kettensägen wurde allein in Brasilien mehr als die Fläche von Deutschland und Portugal zusammen für Rinderweiden dem Erdboden gleich gemacht.

Waldbrand in Amazonas
© iStock.com / Pedarilhos

Die einzigartige Artvielfalt der grünen Lunge unseres Planeten wird durch den globalen Appettit auf Fleisch und den Ledereinsatz für Schuhe, Autos oder Möbel befeuert. Wie die Kühe und Käbler aufbrasilianischen Farmen durch Brandmarkungen im Gesicht, Schläge oder Elektroschocks gequält werden, hatte PETA bereits in die Öffentlichkeit gebracht.

Schlachtunternehmen JBS in der Kritik

Das größte Rinderschlachtunternehmen der Welt JBS ist auch der Hauptakteur im Amazonas. Rund 1,2 Millionen Hektar Regenwald im Einflussbereich der 21 JBS-Schlachthäuser könnten in den nächsten zwei Jahren den Rinderweiden zum Opfer fallen könnte, sagen die Studienautoren. Das ist nur etwas weniger als die Fläche von Schleswig-Holstein.

Unternehmen JBS in Amazonas
JBS schlachtet pro Jahr etwa 10 Millionen Rindern. Die meisten Schlachthäuser besitzt das Unternehmen in Brasilien. © PETA / Repórter Brasil

JBS hat sich verpflichtet das Moratorium für den Stop des Rinderkaufs von illegal gerodeten Waldflächen einzuhalten. Berüchtigte brasilianische Regenwaldzerstörer verkaufen dennoch ihre Rinder einfach über die Verwandschaft oder Strohmänner an die Schlachthäuser. Viele kleinere Schlachtbetriebe sind dem Moratorium zudem nicht beigetreten.

Lederexport für Autos, Schuhe und Möbel

Während das Fleisch der Rinder mehrheitlich in Brasilien gegessen wird, werden die Kuhhäute oder das bereits vorgegerbte Leder vor allem gewinnbringend exportiert. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Brasilien 2016 insgesamt Häute und Leder im Wert von 2 Milliarden US-Dollar nach China, Italien, die USA oder Vietnam exportiert hatte.

Weltkarte Leder Export
Die Häute und das Leder von brasilianischen Kühen wird vor allem nach Asien, Italien und in die USA zuer Weiterverarbeitung exportiert.

Als Lederprodukte landen die Kuhhäute letztendlich bei uns in Deutschland und werden für hunderte Euro bei Schuhen bis tausende Euro bei Designersofas oder Premiumleder-Ausstattung in Autos verkauft.

Was kann ich tun?

Durch die Globalisierung und Welthandel ist das Schicksal des Amazonas eng mit unseren Entscheidungen verknüpft. Wer die Artenvielfalt des Regenwaldes, unser Klima und Millionen von Rindern im Jahr retten will, kauft keine Lederprodukte und fragt Autofirmen, Modelabel und Möbeldesigner nach veganen Produkten ohne Tierleder. 

Über den Autor

Frank

ist Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie und fühlt sich gut in veganer Mode und wilden Wäldern.

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