Haustiere Schlagzeilen

NEIN zur Stigmatisierung sogenannter „Kampfhunde“!

Ein Pitbull in Ketten

„Ordnungsämter besorgt über steigende Zahl von Kampfhunden“ titelt eine Baden-Württembergische Tageszeitung.

Doch was ist eigentlich ein „sogenannter“ Kampfhund?

„Zurück geht der Begriff Kampfhunde auf solche Tiere, die in Tierkämpfen zur Unterhaltung eingesetzt wurden (entweder Hund gegen Hund oder Hund gegen Tier anderer Art). Damit sie gegen ihren Gegner bestehen konnten, wurden spezielle Eigenschaften gezüchtet und die Tiere einer Ausbildung unterzogen, die sie noch gefährlicher machten. Ihr kräftiger Körperbau und das stabile Gebiss machten solche Kämpfe äußerst blutig und auch lukrativ, wenn auf den richtigen Kandidaten gut Geld gesetzt wurde (Quelle)“.

Die Tiere werden auch als „Listenhunde“ bezeichnet, da sie auf einer Rasseliste zusammengefasst werden – hier als Beispiel die Rasseliste von Hessen. Außerdem gelten sie als sogenannte „gefährliche Hunde“: „Gefährlich sind Hunde, bei denen auf Grund rassespezifischer Merkmale oder Zucht eine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren anzunehmen ist (Hundeverordnung von Hessen).“

Hund hinter einem Zaun
Kein Hund wird aggressiv geboren! © iStock.com / Suemack

Doch JEDER Hund kann in schlechter Haltung und durch gewalttätige Erziehung aggressiv werden – verantwortlich ist in der Regel der Halter. KEIN Hund wird aggressiv geboren. Nicht seine „Rasse“ entscheidet über seinen Charakter, sondern in den allermeisten Fällen, was er erlebt hat.

Die willkürliche Zuordnung in sogenannte Rasselisten ist für die Tiere fatal. Sie landen häufiger im Tierheim und sind meist schwieriger vermittelbar, da die rechtlichen Vorgaben (z.B. polizeiliches Führungszeugnis, Wesenstest und zudem meist immens hohe Hundesteuern bis zu etwa 900€). Die Hunde werden zu unrecht stigmatisiert, obwohl sie zudem NICHT die  Beißstatistiken anführen.

Was fordert PETA?

Anstatt einer willkürlichen „Rasseliste“ fordert PETA verpflichtenden Hundeführerschein. Dieser ist ein Sachkundenachweis für Hundehalter. Noch vor der Aufnahme eines Hundes wird in einem Theoriekurs eine solide Basis an Wissen über den Vierbeiner vermittelt, zum Beispiel über das Wesen des Hundes, seine Bedürfnisse und wichtige Kommunikationsgrundlagen. Im Anschluss folgen gemeinsame Praxisstunden mit dem Vierbeiner in einer Hundeschule. Dort wird das Wissen gefestigt und praktisch geübt.

Hund und Katze kuscheln zusammen
Kein Hund wird aggressiv geboren! © iStock.com / Pyotr

Gibt es den „Hundeführerschein“ bereits in Deutschland?

Es gibt in Deutschland leider keine einheitliche Regelung zur Hundehaltung. Einen verpflichtenden Hundeführerschein gibt es bisher nur in Niedersachsen. Die Regelung ist 2013 in Kraft getreten und hat glücklicherweise auch die sogenannte „Rasseliste“ wieder abgeschafft. Niedersachsen hat damit die Vorreiterrolle übernommen. Wir von PETA hoffen, dass weitere Bundesländer diesem tierfreundlichen Vorbild folgen.

 

Über den Autor

Dörte

ist Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland. Sie hat Veterinärmedizin in Leipzig studiert.

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