Tierversuche

Tierversuche „Made in Germany“: Wie Deutschland vorsätzlich gegen EU-Richtlinien verstößt

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Glaubt man den Schlagzeilen deutscher Websites und Zeitungen, tut sich derzeit einiges im Bereich „Tierversuche“. Unsere Nachbarn aus den Niederlanden wollen etwa gesetzlich verordnete Tierversuche – z.B. für Chemikalientests – bis 2025 komplett verbieten. Auch ein Großteil der Deutschen befürwortet das seit 2013 bestehende Verbot von Tierversuchen für Kosmetik. Können Tiere, die in deutschen Laboren für Experimente missbraucht werden, also auf ein baldiges Ende ihrer Qual hoffen?

Mitnichten! Dies offenbart nun auch ein juristisches Gutachten. Deutschland verstößt demnach in mindestens vier Punkten gegen die ohnehin schon windelweiche EU-Tierversuchsrichtlinie. Zu diesen Zuwiderhandlungen gehören beispielweise:

Schwerst belastende Tierversuche

Nach EU-Richtlinie dürfen extrem schmerzhafte und traumatisierende Versuche nur in Ausnahmefällen genehmigt werden. Diese Beschränkung wurde im Deutschen Tierschutzgesetz jedoch nicht umgesetzt (§25 Abs. 1+2). So werden unter anderem am Institut für Physiologische Chemie der Universitätsmedizin Mainz Mäuse 11 Wochen lang in einen Zustand ständiger Angst und Schmerzen versetzt, um eine Depression zu simulieren. Diese sinnlosen und tierquälerischen  Versuche wurden vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz genehmigt. Diese Versuche sind nicht nur extrem qualvoll sondern auch wissenschaftlich höchst fragwürdig. Eine künstlich – u.a. durch Nahrungsentzug – hervorgerufene Depression einer Maus ist mit der hochkomplexen Depression eines Menschen, die vielschichtige Ursachen hat und sich über Jahre entwickeln kann, keineswegs vergleichbar.

Was ihr tun könnt

Die weiteren Punkte, in denen in Deutschland genehmigte Experimente vorsätzlich gegen die EU-Tierversuchsrichtlinien verstoßen, könnt ihr der Petitionsbeschreibung des Vereins Ärzte gegen Tierversuche entnehmen. Diese Missachtungen der EU-Verordnung werden vom deutschen Bundestag billigend in Kauf genommen. Bitte nehmt euch die kurze Zeit, die für eine Unterschrift nötig ist. Es besteht bei dieser Petition die große Chance, wirklich etwas zu bewegen, da sie direkt an den Bundestag gerichtet ist.

Weitere Informationen zur Unsinnigkeit von Tierversuchen findet ihr auf www.peta.de/tierversuche.

Wenn ihr gegen Tierversuche aktiv werden wollt, könnt ihr euch hier informieren.

 

Über den Autor

Nils

ist Fachreferent gegen Tierversuche bei PETA Deutschland.