Haustiere

Warum es keine gute Idee ist, Hunde einzusperren

Ein Verschlag ist ein Käfig ist ein Gefängnis!

  • Was wäre, wenn du in deinem örtlichen Tierfachgeschäft ein Trainingsgerät kaufen könntest, welches Deinen Hund schwächer, tollpatschiger, weniger lernfähig und weniger geneigt dazu, sich an Dich zu binden, macht?
  • Und was, wenn dieses Gerät Gefühle wie Frustration und Angst vor der Außenwelt verursachen würde?

Würdest Du es kaufen? Natürlich nicht!

Und trotzdem werden Millionen von diesen „Geräten“ jedes Jahr an Hundehalter, die sich aufrichtig um ihre Hunde sorgen, verkauft. Die Halter wissen oft gar nicht, dass ein derartiger Verschlag eigentlich nur ein Käfig ist, der schlimme langfristige Auswirkungen haben kann.

In dem Buch „Dogs Hate Crates: How Abusive Crate Training Hurts Dogs, Families & Society“ (übersetzt: Hunde hassen Verschläge) ist ein Buch von Ray und Emma Lincoln, welches die schädlichen Folgen des Einsperrens der Hunde ausführlich beschreibt. Die Autoren sind erfahrene Hundetrainer und Verhaltensspezialisten, die herausgefunden haben, dass sie sehr viel ihrer Trainingszeit damit verbracht haben, die psychologischen Probleme und Verhaltensstörungen der Hunde zu überwinden, welche durch das Einsperren in einem Verschlag verursacht wurden.

Laut der Autoren lassen die Menschen ihre Hunde oft 18 Stunden oder länger am Tag EINGESPERRT, ohne dies überhaupt zu realisieren.

Die Stunden summieren sich sehr schnell!

  • 9 Stunden während des Arbeitstages (Pendelzeit einberechnet)
  • weitere 8 Stunden nachts
  • jeglicher Zeitraum am Abend oder am Wochenende, wenn niemand Zuhause ist
  • und der Zeitpunkt, wenn Gäste vorbei kommen oder der Hund einfach „im Weg“ ist

Was bedeutet es für die Hunde?

Ganz einfach: Es bedeutet Quälerei für Tiere, die Gesellschaft der Einsamkeit sehr vorziehen und sich gerne bewegen wollen.

Menschen, die ihre Hunde oft einsperren, werden vielleicht versuchen zu argumentieren, „Aber mein Hund liebt seine „Box“ – aber das ist einfach Unsinn. Es gibt keinen Hund auf der Welt, der es „liebt“ in einem Käfig eingesperrt zu sein.

  • Im besten Fall ist das Einsperren eine pure menschliche Bequemlichkeit, „einfacher“ als als echtes Training.
  • Im schlimmsten Fall macht es Verhaltenstraining – Stubenreinheit inklusive – schwieriger und hat bleibende schädliche Folgen.
  • Und wir sprechen nicht einmal von Hunden, die verbrannt sind, als es ihnen nicht möglich war, Hausfeuern und anderen Katastrophen  zu entfliehen.

Was Du tun kannst

Bitte ermutige deine Freunde oder Bekannte, die ihre Hunde „in die geliebte Box“ einsperren, interaktives Training auszuprobieren – um sowohl die Gesundheit des Hundes als auch das Verhältnis zu ihnen zu verbessern.

Über den Autor

Dörte

ist Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland. Sie hat Veterinärmedizin in Leipzig studiert.