Bekleidung Leder

7 Gründe warum Leder unnatürlich ist

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Leder wird zu Werbezwecken als reines Naturprodukt angeprießen. In Wahrheit ist die Lederherstellung einer der schmutzigsten und tierfeindlichsten Industriezweige der Welt. PETA zeigt euch mit sieben Fakten, warum Leder aus unserem Alltag verschwinden sollte:

1. Leder verschwendet Ressourcen

Leder ist die gegerbte Haut von Tieren. Weltweit muss für deren Züchtung eine Unmenge an Futtermitteln, Wasser, Weidefläche und Medikamente zur Verfügung gestellt werden. Die Folge ist die Abholzung gigantischer Waldflächen, Überdüngung, Bodenerosionen, sowie Wasser – und Nahrungsknappheit in Entwicklungsländern.

2. Leder beschleunigt den Klimawandel

Wer frisst, der pupst. Mit drei Mägen gleich dreimal so viel. Leder wird vor allem von getöteten Rindern hergestellt, die für ihre Methanausscheidungen bekannt sind. Methan ist 25 mal gefährlicher als CO² -Abgase. Weitere Treibhausgase bilden sich in Form von Lachgas durch die massenhafte Gülle der Tiere. Die globale Erwärmung wird dadurch enorm beschleunigt.

3. Leder ist giftig

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Um die Verwesung der Tierhäute zu verhindern, werden sie unter hohem Energieaufwand gekühlt oder mit Tonnen umweltbelastender Salze bedeckt. In der Gerberei angekommen, wird die abgezogene Haut in eine Brühe gelegt, die aus Kalk, Sulfiden und Enzymen besteht. Dadurch soll die Enthaarung beschleunigt werden.

Noch giftiger wird es beim Gerben. 85% aller Häute werden mit Chrom III gegerbt. Weicht die optimale Dosierung nur minimal ab, entsteht das hochgiftige, allergieauslösende und erbgutverändernde Chrom VI. Weitere Standardmittel der Gerbung sind Aluminium, Zirkon, Eisen, Schwefelsäure, Ameisensäure, Natriumchlorid und Natriumsulfat. Am Ende der Gerbung hat jede Tierhaut in etwa 20 Kilogramm Chemikalien gebadet. Alles ganz natürlich eben.

4. Leder verschmutzt Gewässer

Der Wasserverbrauch der Gerbereien ist so hoch, wie bei kaum einer anderen Industrie. Blut, Dung, Haarbüschel, Haut- und Fleischreste – das alles wurde durch chemische Waschungen gelöst und landet im Abwasser. In Deutschland ist die Belastung der Wasserqualität durch Gerbereien bereits hoch, ein Großteil des weltweit verarbeiteten Leders wird jedoch in China, Südamerika und Indien produziert. Hier gibt es kaum Umweltstandards und Gerbereiabwässer landen oftmals ungeklärt in Flüssen und Trinkwasserversorgungen.

5. Leder produziert viel Müll

Quadratisch, praktisch gut? Zeit das fertige Leder zu verarbeiten. Logischerweise hat es die Körperform des Tieres. Da diese nicht quadratisch ist, fallen bei der Verarbeitung 30 Prozent sogenannter Verschnitt an, die meist entsorgt oder zu Tierfutter verarbeitet werden. Auch Narben und Unebenheiten auf der Haut werden abgeschnitten und entsorgt. Nachhaltig geht anders.

6. Leder pfeift auf Menschenrechte

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Für Leder stehen Arbeiter in Billigproduktionsländern knietief in chemischen Gerbwässern und Farbtöpfen – Schutzkleidung existiert nicht. Kinder – und Zwangsarbeit, Menschenhandel, Hungerlöhne und tödliche Arbeitsunfälle gehören zur Lederindustrie, wie Tofu zum Veganer. Auch außerhalb Ihrer Arbeitszeit leben Millionen von Menschen für das „Naturgut“ Leder in toxisch verseuchten Gebieten und leiden an Erkrankungen wie schweren Hautkrankheiten, Allergien, Tumoren oder Lungenschäden.

7. Leder ist die Haut getöteter Tiere

Die Haut von Rindern ist für die Lederindustrie besonders interessant. Vor allem Billigprodukte stammen häufig aus Asien oder Indien, wo die Tiere oftmals ohne Tierschutzrichtlinien per Kehlenschnitt getötet werden, wie diese Aufnahmen von PETA beweisen.  Da die europäische Textilkennzeichnungspflicht keinerlei Angaben über die Art (von welchem Tier), das Land, noch für die benutzten Chemikalien von Lederartikeln vorsieht, kann jedes Paar Schuhe, jede Tasche und jede Couch aus der Haut dieser Kühen stammen.

Es gibt kein tierfreundliches oder nachhaltiges Leder!

Alternative Gerbverfahren, beispielsweise auf Pflanzenbasis, sind und bleiben ein Nischenprodukt. Die Menge der benötigten Pflanzensäfte ist enorm hoch und jede Erweiterung des Anbaus geht ebenfalls zu Lasten der Umwelt. Auch für weniger umweltschädliches Leder, würden für die Häute noch immer Millionen von Tieren schreckliche Qualen erleiden.

Was du tun kannst:

Kaufe bitte niemals Lederprodukte. Trage lieber Alternativen wie Ananasleder, Kork, PilzlederKunstleder oder steig auf pflanzliche Stoffe um. Selbst Kunstleder ist weniger umweltschädlich als gegerbte Tierhäute. Weitere Einkaufstipps findest du auf veganemode.info.

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Über den Autor

Hanna

Hanna ist Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie. Dass sie sich heute für Pelztiere einsetzt, ist ihren zwei Katzendamen zu verdanken.