Haustiere

11 Katzentipps: Wie bekomme ich meine Samtpfote in die Transportbox?

Alle Katzenhalter kennen die Situation: Wenn ein Besuch beim Tierarzt oder ein Umzug ansteht, muss der geliebte Vierbeiner irgendwie in die Transportbox bewegt werden. Dies gestaltet sich leider häufig alles andere als einfach und ist für Katze und Halter oft mit viel Stress verbunden.

Für jemanden, der Katzen nicht besonders gut kennt, klingt es ganz simpel: Box holen, die geliebte Katze hinein und los geht es. Doch so einfach wäre es nur, wenn sich die Katze in einem komatösen Zustand befindet oder wenn sie auch sonst gerne in der Box schläft. Im Normalfall musst du viel Überzeugungsarbeit leisten – und vielleicht auch ein wenig tricksen.

Hier findest du einige nützliche Tipps, die helfen können, den ganzen Vorgang etwas leichter zu machen – für dich und deine Katze!

© Petra Thaler

Katzen haben gute Augen uns sind sehr aufmerksam. Laufe also nicht mit der Box in der Hand herum und hole sie auch nicht lautstark aus dem Kleiderschrank. Plane dein Vorgehen gut. Lächle nicht zu viel – Katzen merken schnell, dass „irgendetwas anders ist“. Verhalte dich einfach so, als wäre alles wie immer.

  1. Auf die richtige Box kommt es an. Am besten eignen sich mehrteilige Hartschalenboxen, dei denen du den Deckel komplett abnehmen kannst. Dies ist vor allem für Vierbeiner sinnvoll, die sich beim Tierarzt nicht aus der Box heraustrauen. Außerdem sind die Boxen leicht zu reinigen, falls doch mal ein kleines Missgeschick passiert.
  2. Integriere die Transportbox in deine Möbellandschaft. Sinnvoll ist es, die Box in deinen Wohnraum zu integrieren, so dass die Katze die Box kennt. Einem Gegenstand, der dem Vierbeiner ständig zugänglich ist, wird weniger Misstrauen entgegengebracht. Vertrautheit schafft Vertrauen.
  3. Der Boden der Box sollte gemütlich sein – nicht zu hart, kahl oder kalt. Ein warmes Handtuch oder die Lieblingsdecke eignen sich hervorragend.
  4. Gestalte die Box interessant und spannend. Das ein oder andere Leckerli, tolle Spielsachen, kuschelige Decken und Kissen locken die Samtpfote hinein. Im besten Fall verliert sie ihre Angst.
  5. Die Tür muss stets funktionieren und fest verschließbar sein. Öle die Scharniere, wenn nötig. Der Tag X ist vermutlich nicht der richtige Zeitpunkt, um noch lange an dem Gitter zu manipulieren und so nochmehr Aufmerksamkeit bei der Katze zu erzeugen.
  6. Habe Geduld und trainiere so oft es geht in kleinen Schritten. Es kann sinnvoll sein, die Katze erst an die untere Schale zu gewöhnen, dann nach und nach mit immer mehr „Bauteilen“ der Box. Anschließned kannst du ab und zu mal die Tür (zunächst kurz, dann immer länger) schließen. Belohne deinen vierbeinigen Freund immer wieder mit Leckerlis und Streicheleinheiten.
  7. Falls deine Katze allerdings überhaupt nicht in die Box gehen möchte und ein dringender Tierarztbesuch nicht warten kann, versuche so unauffällig wie möglich, die Box in die Nähe deiner Katze zu bringen, ohne dass diese es bemerkt. So hast du es nicht mehr weit, sobald du deine Samtpfote hochgehoben hast. Stelle die Box auf deiner Brusthöhe ab, damit du dich im entscheidenden Moment nicht noch bücken musst.
  8. Hebe deine Katze so hoch, dass sie nicht in Richtung der Box schaut. Spreche in ruhigem Ton mit ihr, um ihr Vertrauen zu gewinnen.
  9. Hebe deinen Vierbeiner vorsichtig, aber zügig in die Box. Dabei solltest du aufpassen, dass sie nicht gleich wieder die Flucht antritt.
  10. Lobe deine Katze und sprich ganz sanft mit ihr. Du kannst ihr auch ein Leckerli durch das Gitter stecken. Sei aber nicht verunsichert, wenn ein Leckerchen das letzte ist, woran deine Katze im Moment Gefallen hat.
  11. Verschließe die Tür und bedecke die Box mit einem Handtuch. Hebe diese stets vorsichtig und gerade auf. Manchmal vergisst man in der Aufregung, wenn alles geklappt hat, dass sich in der Box eine Katze befindet. Halte die Box immer ganz ruhig und vermeide es unbedingt, gegen Türrahmen oder Ähnliches zu stoßen. Derartig schlechte Erfahrungen verschlimmern die Ängste deiner Katze unnötig.

Bitte vergiss nicht, dass jede Katze ein Individuum ist. Bei einer Samtpfote gibt es bereits nach kurzer Zeit Trainingserfolge, bei einer anderen dauert es länger. Außerdem ist es möglich, dass dein Liebling nie ganz die Scheu vor dem „Ungeheuer Box“ verliert. Wichtig ist es, dass du ruhig bleibt, deine Geduld nicht verlierst und immer weiter trainierst. Streicheleinheiten und ausgebieges Loben zeigen ihr, dass du für sie da bist.

 

Über den Autor

Dörte

ist Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland. Sie hat Veterinärmedizin in Leipzig studiert.