Ernährung

Gastblog – Schmerzloses Schlachten

Ein Gastbeitrag von unserem Aktivisten Marco

Die schmerzlose Schlachtung und die Moral

Das Nervensystem ist von allen Wirbeltieren im Wesentlichen gleich, was bedeutet, dass die Empfindungen von nichtmenschlichen Wirbeltieren denen von Menschen wahrscheinlich stark ähneln. Für ein Schwein fühlt sich also ein Messer im Hals vermutlich ziemlich gleich an, wie wenn uns ein Messer in den Hals gestoßen wird. Wir könnten uns also darauf einigen, dass es sehr schmerzvoll und daher unrecht ist ein nichtmenschliches Tier bei vollem Bewusstsein zu töten. Doch dies passiert ständig, entweder absichtlich oder unabsichtlich durch Fehlbetäubungen. Auch in deutschen Schlachthöfen.

Aber nehmen wir an, dass die Betäubung immer vollkommen richtig funktioniere, so bleibt noch das Leiden durch die Betäubung selbst. Beispielsweise werden Schweine oftmals in Kohlendioxid erstickt. Bevor die Schweine durch den Sauerstoffentzug das Bewusstsein verlieren, leiden sie oftmals noch an einem mehrere Sekunden langen Todeskampf. Aber angenommen auch die Betäubung selbst könne äußerst schnell und schmerzlos vonstattengehen, bleibt immer noch der Schmerz, den die Tiere oft beim Treiben im Schlachthaus durch Schläge erleiden müssen. Ganz abgesehen von dem psychischen Leiden in Form von Angst, den sie erleben. Aber nehmen wir an, selbst dies funktioniere alles reibungslos und die Schlachtung der Tiere erfolge vollkommen schmerzlos. Wäre dann die Tötung eines nichtmenschlichen Tieres für die Fleischgewinnung moralisch gerechtfertigt?

Ich denke nein. Denn Empfindungsfähigkeit bedeutet weit mehr als nur die Fähigkeit zu leiden. Es kann nicht nur Schmerz und Trauer empfunden werden, sondern auch Freude und Glück. Und jedes empfindungsfähige Lebewesen strebt danach, diese Freude zu vermehren. Wird das Lebewesen getötet, wird ihm die Chance genommen, dies auch in Zukunft machen zu können. Das menschliche Interesse an Fleisch steht also dem Interesse am Weiterleben des Tieres gegenüber. Da Fleisch und andere tierische Produkte aber heute nicht mehr lebensnotwendig sind, wiegt das Interesse des Tieres am Weiterleben offensichtlich deutlich mehr.

Wenn es also selbst bei einer hypothetisch leidfreien Schlachtung moralisch nicht gerechtfertigt sein kann, ein Tier gegen dessen Willen zu töten, dann ist es in der Realität erst recht nicht. Denn unzählige Tiere leiden in deutschen Schlachthöfen an Fehlbetäubungen, an gewaltvollen Überlebenskämpfen und es kann davon ausgegangen werden, dass quasi alle an Todesangst vor ihrem bevorstehenden Tod leiden.

 

 

Über den Autor

Jenny

arbeitet seit 2009 bei PETA und bearbeitet alle Fälle von Tierquälerei die eingehen.