Tierversuche

Indien – Keine doppelten Tierversuche für bereits im Ausland zugelassene Medikamente

Junge Farbmaus
Bemühungen von PETA India und Ministerin Maneka Gandhi führen zu Zusatz zur Medikamenten- und Kosmetikverordnung

Wir freuen uns: Nach Appellen von PETA India und Ministerin Maneka Gandhi hat das Ministry of Health and Family Welfare nun einen Zusatz zum Ablaufplan Y der Medikamenten- und Kosmetikverordnung (1945) verabschiedet.

Damit bleiben unzähligen Tieren grausame Tests für neue Medikamentenregistrierungen erspart, sofern vollständige Daten früherer Toxizitätstests bereits für Medikamente vorliegen, die im Ausland zugelassen sind.

Im Amtsblatt ist zu der Neuerung Folgendes zu lesen:

„Hinweis: Sofern die Daten zur tierischen Toxizität wie in Appendix III ausgeführt eingereicht und von der Regulierungsbehörde des Landes, welches das Medikament zuvor zugelassen hat, geprüft wurden, so sind in Indien durchgeführte tierische Toxizitätsstudien nicht erforderlich, außer in Fällen, in denen besondere Bedenken schriftlich dargelegt wurden.“

Im vergangenen Jahr hatte die Indian Investigational New Drugs Division dem Drug Technical Advisory Board (DTAB) nach Durchsicht der Anfragen von PETA India und Ministerin Maneka Gandhi empfohlen, grausame Tests für neue Medikamentenregistrierungen nicht mehr zu fordern, wo vollständige Daten früherer Toxizitätsexperimente für im Ausland zugelassene Medikamente bereits vorlägen.

PETA-Unterstützerin und Akte X-Star Gillian Anderson hatte zudem ein Schreiben an den indischen Minister für Gesundheit und Familie geschickt, als sie für die Dreharbeiten zu Gurinder Chadhas Viceroy’s House in Indien war. Darin forderte sie ihn auf, umgehend ein Verbot doppelter Toxizitätstexts an Tieren durchzusetzen und damit die Medikamenten- und Kosmetikverordnung (1945) anzupassen.

„Durch das Verbot überflüssiger und schmerzhafter Tierversuche verschont die indische Regierung potenziell hunderttausende Tiere, die sonst Jahr für Jahr in gedoppelten Experimenten getötet werden“, so Dr Dipti Kapoor, Research Associate bei PETA India. „PETA India wird auch weiterhin dafür kämpfen, andere Tiere davor zu bewahren, für unzeitgemäße und unzuverlässige Tests auf grausame Weise vergiftet zu werden.“

Ein Teil des Mottos von PETA lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren.
Die Ergebnisse der an Ratten, Mäusen und anderen Tieren durchgeführten Toxizitätstests sind aufgrund der ausgeprägten physiologischen und biochemischen Unterschiede zwischen Mensch und Tier meist irreführend. Dennoch verlangen Gesetzgeber oftmals Tierversuche für Medikamente. Fortschrittliche Wissenschaftler entwickeln jedoch hochmoderne tierfreie Testmethoden, die effektiver sind und schnellere Ergebnisse liefern, die auch tatsächlich auf den Menschen anwendbar sind. Zudem sind sie langfristig kostengünstiger. Ein Beispiel dafür sind Organe auf Chips, die die menschliche Physiologie, Krankheiten und Reaktionen auf Medikamente wesentlich akkurater replizieren als Tierversuche.

 

 

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Über den Autor

Stephanie

ist Junior-Fachreferentin gegen Tierversuche bei PETA Deutschland e.V.
Als Tierärztin liegt ihr das Wohl aller Tiere am Herzen.