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Tod beim Elefantenreiten: Kein Unfall

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Ein schottischer Mann, der in Thailand Urlaub machte, wurde Anfang Februar von einem Elefanten getötet. Seine 16-jährige Tochter erlitt leichte Verletzungen. Wie ein Augenzeuge berichtet, hatte der Elefantenführer (der sog. Mahout) seinen Elefanten kurz zuvor mehrmals mit einem Elefantenhaken geschlagen. Der Elefantenhaken ist eine Waffe, die einem Schürhaken ähnelt und am Ende einen spitzen Haken hat. Nur eine Woche vorher war ein Mahout in derselben Einrichtung dabei gefilmt worden, wie er einen Elefanten schlug und drangsalierte.

Der Elefant traf zuerst den Mahout mit seinem Rüssel. Als der Tourist dann herunterfiel, trat das Tier auf ihn und durchbohrte ihn mit seinem Stoßzahn. Die Tochter wurde leicht verletzt und musste mit ansehen, wie ihr Vater vor ihren Augen getötet wurde.

So grausam ist das „Brechen“
Thailand ist das Land mit den meisten Elefanten-Camps, wo das barbarische Ritual des Phaajaan durchgeführt wird. Es dient dazu, den Willen der Elefantenbabys zu brechen und sie dazu zu zwingen, sich dem Menschen zu unterwerfen. Wörtlich übersetzt heißt Phaajaan „die Liebe dazwischen brechen“, was sich auf die Liebe zwischen einem Elefantenbaby und seiner Mutter bezieht. In den Trainings-Camps werden Elefantenbabys, die sogar noch gestillt werden, ihren Müttern entrissen. Man fesselt sie mit Seilen und Stahlkabeln und sperrt sie in enge Holzkäfige. Tagelang werden sie gnadenlos verprügelt, dürfen nicht schlafen und man verwehrt ihnen Nahrung und Wasser.

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Mit dem Elefantenhaken misshandelter Elefant.

Tödliche Vorfälle sind keine Seltenheit
Elefanten sind intelligente Tiere mit einem Bewusstsein ihrer selbst. Kein Wunder also, dass so viele von ihnen irgendwann an einen Punkt kommen, an dem sie ihr Leid nicht mehr ertragen können. Letzten August wurde ein thailändischer Mahout getötet, als drei Touristen auf einem Elefanten ritten. 2014 wurden in der Touristenhochburg Phuket innerhalb von drei Tagen zwei Mahouts getötet. Und in Indien wurde in einem Wildtierreservat ein Paar von einem Elefanten totgetrampelt – ausgelöst wurde der Angriff vom Blitzlicht einer Kamera.

Und wäre das Risiko, totgetrampelt oder aufgespießt zu werden, nicht schon groß genug, melden auch die Centers for Disease Control and Prevention, dass sich im Jahr 2013 sieben Angestellte eines Zoos in Oregon bei drei Elefanten mit Tuberkulose (TB) angesteckt hätten. Die Überwachung von Tuberkulosefällen ist in Asien nur eingeschränkt möglich. Deshalb ist die Verbreitung durch Elefanten in ihrem Umfang unklar und die Touristen könnten dafür den höchsten Preis zahlen.

Diese tierquälerische Industrie wird nur durch zahlende Touristen am Laufen gehalten. Solltet ihr nach Thailand, Indien oder in ein anderes Land reisen, in dem Elefantenreiten angeboten wird: Bitte weigert euch, diese Grausamkeit zu unterstützen. Weitere Informationen auf PETA.de/Elefantenreiten

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Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.