Bekleidung Pelz

Gericht bestätigt Pelzfarmverbot in den Niederlanden

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Heute hat der Gerichtshof in Den Haag beschlossen, dass das 2012 beschlossene Pelzfarmverbot in den Niederlanden rechtmäßig ist. Eine Klage der Nerzzüchter gegen das Gesetz ist damit vorerst abgewiesen. Die Beschwerden der Pelzfarmer wurden mit der Begründung abgelehnt, dass der Gesetzgeber eine sehr großzügige Übergangsfrist von 11 Jahren gewähre und die Debatte um ein Pelzfarmverbot bereits seit 1999 im Parlament geführt wurde. Außerdem machten die Richter klar, dass „es ethisch nicht vertretbar ist, dass Tiere für ein Luxusprodukt wie Pelz getötet werden“.

160 Nerzfarmen, 5 Millionen Opfer für Pelz

Der Wermutstropfen beim Pelzfarmverbot ist die extrem lange Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2024. Erst dann müssen alle 160 Pelzfarmbetreiber in den Niederlanden ihre Pforten geschlossen haben. Die Niederlande sind nach China, Dänemark und Polen derzeit viertgrößter Pelzproduzent der Welt und vergasen jedes Jahr knapp fünf Millionen Nerze für Modezwecke. Die Niederlande hatten 1998 bereits die Haltung von Füchsen und Chinchillas auf Pelzfarmen verboten.

Juristischer Etappensieg für den Tierschutz

Bereits 2012 stimmte der niederländische Senat für ein Verbot der Nerzfarmen, nachdem 2009 das niederländische Parlament dem Gesetzesentwurf zugestimmt hatte. Die Nerzzüchter um den Pelzverband klagten darauf gegen das Gesetz und bekamen 2014 in erster Instanz vor dem Den Haager Gerichtshof sogar Recht, doch mit dem heutigen Urteil im Berufungsverfahren wurde das Pelzfarmverbot mit der Übergangsregelung als verfassungskonform eingestuft. Eine letzte Berufung der Nerzzüchter vor dem Obersten Gerichtshof ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Über den Autor

Frank

ist Fachreferent für Tiere in der Bekleidungsindustrie und fühlt sich gut in veganer Mode und wilden Wäldern.