Unterhaltung Zirkus

19 tote Tiere im Zirkus: Wir haben Anzeige erstattet

Pferd im Zirkus
Pferd im Zirkus

Am vergangenen Sonntagmorgen sind zehn Hunde und neun Pferde des Zirkus Fischer-Starlight tot in ihren Gehegen im hessischen Wald-Michelbach gefunden worden. Wir haben das Veterinäramt nun aufgefordert zu prüfen, ob eine möglicherweise mangelhafte Unterbringung zu dem Tod der Tiere geführt haben könnte. Der stellvertretende Landrat des Kreises Bergstraße, Matthias Schimpf, hatte am Mittwoch mit Verweis auf erste Ergebnisse einer Laboruntersuchung geäußert, dass ein Blitzschlag die wahrscheinlichste Todesursache sei.

Auch Pferde gehören nicht in den Zirkus / Foto (c) Katharina Henn
Auch Pferde gehören nicht in den Zirkus / Foto  (c) Katharina Henn

Unterbringung ohne ausreichenden Witterungsschutz?

Diverse Fotos der toten Tiere, die in der Presse sowie in sozialen Netzwerken kursierten, lassen jedoch darauf schließen, dass die getöteten Tiere keine ausreichenden Unterstände hatten, um sich vor einem Unwetter zu schützen. Laut der Tierschutz-Hundeverordnung muss Hunden bei einer Haltung im Freien zwingend eine Schutzhütte zur Verfügung gestellt werden. Gemäß der „Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten“, herausgegeben vom Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL), muss für Pferde ebenfalls ein Witterungsschutz zur Verfügung stehen. Wir haben das Veterinäramt des Landkreises Bergstraße deshalb aufgefordert, ein Verfahren gegen die Verantwortlichen des Zirkus Fischer-Starlight einzuleiten, sofern die Tiere nicht ausreichend geschützt waren.

Strafanzeige wegen Verleumdung

Des Weiteren haben wir in diesem Zusammenhang Strafanzeige gegen Christoph B. wegen schwerer Verleumdung und übler Nachrede erstattet. Der Beanzeigte hatte am vergangenen Sonntag – wenige Stunden nach dem tragischen Ereignis – mehrere Fotos der toten Hunde und Pferde in einem sozialen Netzwerk gepostet und dabei fast schon hysterisch behauptet, PETA hätte die 19 Tiere sowie ein Flusspferd vergiftet. Christoph B. ist selbst Schausteller und vermutlich dem Umfeld des Zirkus Fischer-Starlight zuzuordnen.

Tiere haben im Zirkus nichts zu suchen

Immer wieder sterben Tiere in Zirkusbetrieben aufgrund von Fahrlässigkeit und mangelnder Fürsorge der Verantwortlichen. Deswegen setzen wir uns für ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus ein. Immer häufiger müssen wir die Veterinärämter dazu auffordern, die Tierschutzrichtlinien auch in Zirkusbetrieben durchzusetzen, die keine Wildtiere, sondern „nur“ domestizierte Tiere wie Pferde, Rinder oder Ponys mitführen. In Griechenland, Bolivien und Bosnien-Herzegowina ist die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben bereits gänzlich verboten.

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Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.