Haustiere

Erfahrungsbericht: Vegane Hundenahrung

Unbenannt

Da unter anderem die Verlosung der veganen Hundenahrung für viel Diskussionsstoff gesorgt hat, wollen sich heute zwei Testesser vorstellen. Das sind Ally und Lilly – meine beiden heißgeliebten Mitbewohner, die rein pflanzlich ernährt werden.

Warum habe ich mich für die vegane Ernährung meiner Hunde entschieden?

Vor etwa zwei Jahren habe ich mich aus ethischen Gründen entschlossen meine Ernährung von vegetarisch auf vegan umzustellen. Schnell habe ich die leckere vegane Küche für mich entdeckt und die gesundheitlichen Vorteile „am eigenen Leib“ gespürt. Doch schnell stellte sich die Frage, ob es in Ordnung ist, dass ich meine Hunde aus dem Tierheim rette und ihnen aber andere Tierleichen serviere, obwohl ich weiß, wie diese sogenannten Nutztiere leiden und sterben. Also informierte ich mich über vegane Hundeernährung und tauschte mich mit anderen Veganern aus. Ich war überrascht vom relativ großen Futterangebot und so bestellte ich einfach mal einen Sack veganes Trockenfutter. Ally und Lilly nahmen das Essen auch sofort an und vertrugen es sehr gut. Damit war dieses Thema für mich aber lange nicht beendet. Ich wollte mehr erfahren, die Nahrung ständig optimieren und, gerade für meine chronisch kranke Hündin, nur das beste im Napf haben.

Hund versus Wolf

Der Hund stammt vom Wolf ab, richtig. Aber im Laufer der Domestikation haben sich entscheidende Dinge geändert, weshalb der Hund aus heutiger Sicht zu den „Omnivore“ also „Allesessern“ gehört, welcher pflanzliche Nahrung und auch Stärke, spalten kann. Dies liegt vermutlich daran, dass der Hund früher hauptsächlich Tischabfälle, und somit viel pflanzliche Nahrung, bekommen hat.

Selbst kochen versus Fertigfutter

Meine Dobi-Mix-Hündin Ally stammt ursprünglich von den Straßen Süditaliens. Dort hat sie sich durch die Sandmücke mit Leishmaniose infiziert. Eine chronische Mittelmeererkrankung, ausgelöst durch Leishmanien, welche bei Nichtbehandlung zum Tode führen kann. Sie bekommt deshalb lebenslänglich Tabletten, die die Ausbreitung der Einzeller hemmen und somit einen Ausbruch verhindern sollen. Jedoch kann man durch die richtige Ernährung auch eine Verbesserung des Krankheitsverlaufes bewirken. Die Ernährung soll, wie bei einem an Gicht erkrankten Menschen, vor allem purinarm sein, da sich die Leishmanien von eben diesen Purinen ernähren. Purine sind vor allem in Innereien, Fleisch und Hülsenfrüchten enthalten.

Um Ally, aber auch Lilly, so gesund wie möglich zu ernähren, habe ich mich entschlossen hauptsächlich selbst zu kochen. Denn nur so kann ich Quantität, Unbenannt1aber auch Qualität der Lebensmittel auf die Bedürfnisse meiner beiden Lieblinge abstimmen.

Auf dem Speiseplan der beiden stehen deshalb: Vollkornreis, Linsen, Buchweizen, Hirse, Karotten, Zucchini, Kartoffeln, Äpfel, Birnen, Beeren und noch weiteres Obst und Gemüse (je nach Saison-im Moment zum Beispiel ab und an Kürbis), sowie Nüsse, Samen und hochwertige Öle. Obst und Gemüse gebe ich weitestgehend roh und püriert. Den Rest koche ich mit etwas Gemüsebrühe schön weich.

Durch ein wenig Vegedog stelle ich sicher, dass alle Nähstoffe, wie zum Beispiel Vitamin B 12, vorhanden sind. Als Leckerli habe ich mich für zwei Trockenfutter entschieden. Entweder Trainer Fitness vegetarisch oder das neue V-Dog-. Zudem hab ich für unterwegs oder für Notfälle immer veganes Nassfutter von Gringo oder Biopur daheim. Auch Canigourmet sojafrei ist heißgeliebt und so merkt Ally ihre tägliche Tablettengabe nicht mehr.

Ihr seht also, man kann einen Hund auch ohne „kritische“ Lebensmittel wie Getreide, Soja und Mais rein pflanzlich ernähren. Und mit den oben genannten Lebensmitteln schlagen wir in Sachen Gesundheit und Geschmack locker alle fleischhaltigen Fertigfutter auf dem Markt.

Fazit:

Wie auch mir schmeckt es meinen Hunden vegan prima. Sie fallen regelrecht über ihren Napf her und was gibt es für eine Hundemama schöneres als ein Tier, das sein Tellerchen ratzeputz leer schleckt und danach noch mehrmals kontrolliert, ob nicht doch noch etwas von dieser leckeren „Pampe“ nachgekommen ist. Ein weiterer wichtiger Punkt, neben dem Geschmack, ist natürlich die Gesundheit. Woher mein Hund seine Nährstoffe bekommt, ist ihm sichtlich egal. Nur dass er sie bekommt, ist wichtig. Wenn man also, wie bei Menschen, auf eine ausgewogene Nährstoffzusammensetzung achtet, dann kann man seinen Hund problemlos vegan ernähren. Meine zeigen mir durch ihr wahnsinnig glänzendes Fell, dem guten Geruch, schönen Häufchen und ihrer Energie, dass es ihnen gut geht. Der Tierarzt hat meinen Eindruck durch umfangreiche Bluttests bestätigt. Es fehlt ihnen nicht nur an nichts- sie haben Top-Werte! Dies wurde auch schon in Studien belegt und immer mehr Tierärtze sprechen sich für eine pflanzliche Hundeernährung aus.

Schon oft habe ich mir anhören müssen, dass ich eine Tierquälerin sei und mir lieber Kaninchen halten solle, wenn ich kein Fleisch füttern möchte. Solch ein Satz verletzt mich sehr und kommt leider oft von besorgten Hundehaltern, die sich noch nie mit der veganen Hundeernährung auseinandergesetzt haben. Ich liebe meine beiden Hunde und deshalb füttere ich sie vegan. Das hat nichts mit unartgerechter Übertragung meiner Ideale auf meinen Hund zu tun. Ich will, dass es den beiden gut geht und gut schmeckt- und dass ohne das Leid gleichwertiger Tiere.

Ihr habt Fragen zur veganen Hundeernährung? Gerne werde ich die beantworten. Oder wollt Ihr selbst ein tierleidfreies Leben starten? Dann seid Ihr hier richtig.

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Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.