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Was ist das?

Alles begann im September 2012. Eine engagierte Tierschützerin aus Geltendorf entdeckte ganz in der Nähe ihres Wohnortes einen Mastbullenstall beim bayerischen Kloster St. Ottilien.

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© Daniela Böhm – www.DanielaBöhm.com

Ein Blick in das Innere des Stalles traf sie tief ins Herz: Die Mastrinder waren jeweils zu viert in engen Boxen untergebracht, sie hatten kaum Platz, um sich zu bewegen und konnten nicht einmal richtig liegen.

Sie informierte umgehend das Veterinäramt, diverse Lokalzeitungen und auch uns (PETA). Wir erstatteten damals ebenfalls Anzeige beim Landratsamt Landsberg am Lech. Hauptsächlich bezogen wir uns dabei auf die hochgradige Verschmutzung des Stalles, ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung.

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© Daniela Böhm

Leider passierte darauf hin nicht viel, das Kloster erhielt die Auflage, den Stall zu reinigen und anschließend wurde der Stall verriegelt, dass niemand mehr reinschauen konnte. Das Veterinäramt sah keinen weiteren Handlungsbedarf, denn die Mindestanforderungen werden angeblich erfüllt.

Eine Weile später. Ein kleines Mädchen nahm an einer öffentlichen Führung in dieser Landwirtschaft teil und verliebte sich in das Kälbchen Flora. Sie erfuhr, dass das Kälbchen unfruchtbar war und deswegen geschlachtet werden sollte. Entschlossen kratzte sie ihre Ersparnisse zusammen und schrieb mit einem dreiseitigen, rührseligen, handschriftlichen Brief die Abtei an. Sie wollte das Kälbchen freikaufen und ihm ein Leben auf dem Gnadenhof schenken. Dies wurde ohne Angaben von Gründen hartherzig abgelehnt.

Auch hier kam die Öffentlichkeit ins Spiel, diverse Lokalzeitungen berichteten, denn die Mutter des Mädchens half ihrer Tochter, wollte ihr diesen Herzenswunsch erfüllen. Die Mönche wimmelten wieder gefühlskalt ab. Das Mitgefühl, von dem sie täglich predigen – offenbar nichts weiter als Schall und Rauch. Es gilt nicht für die Tiere und scheinbar auch nicht für kleine Mädchen mit einem großen Herzen.

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© Daniela Böhm

Um offensiv gegen den Pressewirbel vorzugehen, gaben die Mönche öffentlich bekannt, die Tierschützer seien nun eingeladen, den Stall ganz offen zu besichtigen, was scheinbar aber nie ernst gemeint war. Bis heute ist seitens des Klosters kein Termin zustande gekommen. Stattdessen wurde die oben genannte Tierschützerin persönlich von Pater Tassilo auf einen Kaffee eingeladen, er wollte sich ausschließlich mit ihr alleine und nicht zwecks Stallbesichtigung treffen, was sie aber für unseriös hielt und daher ablehnte.

Kürzlich wurden uns neue Aufnahmen zugespielt. Diese haben wir fachlich auswerten, bzw. ein tierärztliches Gutachten anfertigen lassen und darauf basierend nun auch Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Augsburg gegen die Verantwortlichen des Klosters gestellt. Die Boxen wirken auf den Fotos deutlich zu klein, bezogen auf die gängigen Richtlinien.

Uns fehlen wirklich die Worte, wie gefühlskalt sich ein christlicher Orden gegenüber schwächeren Kreaturen gibt. Die Worte der Tierschützerin, welche den Fall ins Rollen gebracht hat, sind sehr treffend: „Mir ist bewusst, dass es noch viel schlimmer geht“, sagt sie. Dass die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes eingehalten würden, mache die Haltung aber noch nicht akzeptabel. Von daher müsse die Frage erlaubt sein, „ob es für ein christliches Kloster nicht angemes­sener wäre, eine offensichtlich nicht artgerechte Tierhaltung ganz zu unterlassen“.

Das sehen wir genauso. 

Hier geht es zur Petition von Daniela Böhm für die Verbesserung der Tierhaltung in St. Ottilien.

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PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.