Piwis Rettung

Dieser Eintrag über Piwis Rettung wurde für unsere couragierten Kollegen vom Ermittler-Team eingefügt – vielen Dank für euren täglichen Einsatz!

Über einen Whistelblower erreichte uns die Nachricht von einer möglicherweise tierschutzwidrigen Hundezucht in einer Gärtnerei in Buchen. Verschiedene Halter hatten dort Hunde gekauft, die sich im Nachhinein als krank erwiesen. Bei unserer Kontrolle fanden wir traurige Zustände vor.

© PETA Deutschland e.V.

© PETA Deutschland e.V.

Die Züchterin
Die Hundezüchterin und zugleich Betreiberin der Gärtnerei reagierte auf unseren unangekündigten Besuch zunächst misstrauisch und abweisend. Erst als wir deutlich machten, dass wir umgehend einen Hund mitnehmen möchten, wurde sie freundlicher.

Die Hunde
Auf dem Gelände der Gärtnerei liefen verschiedene Hunde herum, die auf den ersten Blick ängstlich, aber gesund waren. Die Welpen, die uns vorgestellt wurden, holten Mitarbeiter der Gärtnerei aus einer Scheune – ihre Mutter bekamen wir nicht zu Gesicht. Als Kaufinteressenten blieb uns der Zutritt zur Scheune verwehrt.

Piwi
Schließlich wurde uns auch Piwi vorgestellt: Sie wurde an einem Würgehalsband aus der Scheune gezogen, denn die völlig verängstigte Hündin sträubte sich mit all ihrer Kraft. Wir entschieden uns, diesem traurigen jungen Tier die Chance auf ein glückliches Leben zu ermöglichen.

Für den üblichen Welpenhandel war die Hündin bereits zu alt  und muss damit für die Züchterin entsprechend uninteressant gewesen sein: die Frau wusste weder das Alter von Piwi noch fand sie ihren Impfausweis.

Der „Vertrag“
Weil die Hündin sehr ängstlich war und kein Impfausweis vorlag, wurde uns Piwi zu einem ermäßigten Preis verkauft. Im Kaufvertrag, der handschriftlich niedergekritzelt wurde, legte die Züchterin absurderweise fest, dass wir Piwi decken lassen und alle Welpen bis auf einen dann an die Gärtnerei geben sollten.

Und jetzt?
Mit unserem Material und einem noch ausstehenden tierärztlichen Bericht werden wir Anzeige gegen die Züchterin stellen!

Und Piwi?
Piwi lebt inzwischen bei einer neuen Familie – es geht ihr langsam besser. Die Hündin fängt an, Vertrauen zu ihren neuen Menschen zu fassen. Zudem gibt ihr ein selbstsicherer Rüden halt, der gemeinsam mit ihr in der Familie lebt. Wir wünschen ihr alles Gute!

Und die Moral aus der Geschicht‘?
… keinesfalls sollten Tierfreunde Welpen oder andere Hunde aus Mitleid frei kaufen! Wir haben das gemacht, um im Nachhinein etwas für alle Hunde auf der Anlage zu erreichen. Doch das sollte besser nicht privat passieren – denn leider unterstützt jeder Kauf den Handel mit der „Ware Tier“: die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Viel zu häufig werden wir Zeuge von tierschutzwidriger Zucht. Daher appellieren wir an alle Tierfreunde: adoptieren statt kaufen!