Ein Trend geht um…

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… und leider sind die Tiere die Leidtragenden. Es ist kein neues Phänomen, Tiere wie modisches Zubehör zu benutzen. „Rassehunde“, wie etwa Möpse oder französische Bulldoggen, die als Qualzuchten ihr Leben lang mit körperlichen Einschränkungen umgehen müssen, sind leider oft Teil des Stadtbilds. Auch das Halten exotischer Tiere folgt gewissen Trends. Und die Entwicklung, Tiere in den verschiedensten Bereichen wie Modeaccessoires zu missbrauchen, macht nicht vor denen halt, die keine „klassischen“ Mitbewohner sind.

Das Einfärben von Vögeln ist an sich nichts Neues: So werden Flamingos oder roten Kanarienvögel über die Nahrung Farbstoffe zugeführt, damit das Gefieder die gewünschte Färbung entwickelt. Doch es geht noch schlimmer: Auf einer Modenschau in Berlin wurden gefärbte Tauben über den Laufsteg mitgeführt – für die Tiere eine extreme Stresssituation in tierschutzwidrigen Rundkäfigen. In Rotterdam wurden wildlebende Tauben gefangen und auf einem Fließband mit Lebensmittelfarbe besprüht – um in einem anderen Land, jenseits ihrer vertrauten Umgebung, frei gelassen zu werden. Auch wenn die Aktion nach ihrer eigenen Definition dazu beitragen sollte, das Image der Vögel aufzuwerten, wurde das Leid der betroffenen Tiere für diese Aktion ignoriert.

Nun schwappt aus Asien eine neue, verkaufssteigernde Idee herüber: das Einfärben von Hühnerküken. Um bunte Küken zu „erzeugen“ wird Lebensmittelfarbe in die noch nicht fertig ausgebrüteten Eier injiziert. Mit dem Ziel, farbige Hühnerkinder – grün, lila, orange, blau – zu „schaffen“, die auch für Kinder interessant sind. Doch Tiere sind kein Spielzeug – weder für Kinder noch für Erwachsene. Und Hühner sind keine geeigneten Mitbewohner: Eine Wohnungshaltung, in der z.B. nicht gescharrt werden kann, wird den Bedürfnissen der sozialen Tiere nicht gerecht. Zudem werden die Küken bereits nach der ersten Mauser die bunten Federn verlieren  – und uninteressant werden.

Immer geht es um menschliche Interessen: Was wollen wir sehen, welche Formen oder Farben können wir „schaffen“. Und: Wer wird Geld ausgeben, wer wird verdienen? Die Nachfrage schafft das Angebot.

Erst wenn alle Menschen verantwortlich handeln und respektvoll mit Tieren umgehen, kann sich die Lage auch außerhalb des industriellen Ausbeutungssystems verbessern. Tiere sind fühlende Mitlebewesen und keine Modeaccessoires! Trend und Tiere: das passt nicht.

  • Reg09

    Davon habe ich auch schon gehört …
    Aber ein Huhn in der Wohnung zu halten macht man auch allerhöchst einmal und nie wieder, denn Hühnerkot riecht sehr streng …

  • margot wiesmayr

    das ist für mich auch stress für tiere und somit tier-quälerei…!!!!!

  • margot wiesmayr

    das ist für mich auch stress für tiere und somit tier-quälerei…!!!!!

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