Können sich Sportler vegan ernähren?

Was haben Mac Danzig, Carl Lewis, Brendan Brazier, Patrik Baboumian und Katharina Wirnitzer gemeinsam? Sie alle sind erfolgreiche Leistungssportler und sie alle leben vegan!

Insbesondere Sportler, die erfolgreich in ihren Meisterschaften sein wollen, befassen sich sehr mit einem gesunden Lebensstil. Alkohol und Zigaretten sind Tabu und viele Sportler erkennen wie wichtig die richtige Ernährung ist, wenn man Höchstleistungen erreichen möchte. Die vegane Ernährung ist optimal für Sportler geeignet, da der hohe Anteil an Kohlenhydraten, Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen ihnen die nötige Power liefert.

Bin ich Gesundheits-, Freizeit- oder Leistungssportler?

Ein Kraftsportler, der täglich 2 Stunden trainiert hat andere Ernährungsbedürfnisse als eine Frau, die dreimal in der Woche Tennis spielt. Um sich selbst besser in seinen Ernährungsbedürfnissen einschätzen zu können, sollte man vorab überlegen, wie intensiv und häufig die sportliche Leistungen sind und was das Ziel sein soll (z.B. Marathonlauf, Gewichtsverlust, Muskelaufbau).

  • Gesundheitssportler machen 2-3 Mal wöchentlich 30-60 Minuten moderates Training.
  • Freizeitsportler machen 2-3 Mal wöchentlich 60 bis 90 Minuten Training.
  • Leistungssportler trainieren oft mehr als 8 Stunden wöchentlich.

Wie muss sich ein Sportler ernähren, um leistungsfähig zu sein?

Wichtig im Sport ist vor allem die Kohlenhydratversorgung. Gesundheitssportler können sich an die vegane Ernährungspyramide halten und diese als Grundlage betrachten. Je mehr Sport man treibt, desto wichtiger ist die Versorgung mit Kohlenhydraten (Getreide, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Mais) und das richtige Getränk. Ein Mineralwasser für Sportler sollte einen hohen Kalziumgehalt und viel Natrium enthalten, da der Körper über den Schweiß Salz verliert und über die Nahrung oder das Getränk dieses wieder zuführen muss.

Gesundheits- und Freizeitsportler bekommen durch eine ausgewogene, vegane Ernährung bereits genügend Protein. Leistungssportler und Kraftsportler haben einen leicht erhöhten Proteinbedarf, doch  da sie auch wesentlich mehr Gesamtenergie brauchen und mehr essen, werden sie automatisch auch mit mehr Protein versorgt. Vegane Nahrungsmittel, wie Hülsenfrüchte, Nüsse oder Getreide liefern besonders viel Protein. Durch die Kombination von Getreide und Hülsenfrüchten, kann die Umwandlung von pflanzlichem Protein in körpereigenes Protein gesteigert werden, also die biologische Wertigkeit wird gesteigert, z.B. durch Bohnen-Kartoffel-Eintopf, Sojadrink mit Haferflocken, Falafel mit Fladenbrot, Reis mit Tofu. Hier erfahrt ihr mehr über die gesündeste Sportlerernährung.

Vorsicht: Eine langfristig sehr hohe Proteinaufnahme kann die Nieren belasten und das Osteoporoserisiko steigern.

Kein Sportler braucht Proteinshakes und Nahrungsergänzungmittel!

“Es gibt kein Pharmakon, das den Menschen in die Leistungsform bringt, die er durch systematisches Training, richtige Ernährung, ausreichenden Schlaf und eine natürlich Entspannung erreicht.” – Prof. J. Keul

  • Chrre

    Arian Foster, Footballspieler in der NFL und dort auch einer der besten Spieler überhaupt lebt auch seit einigen Monaten vegan. Finde ich in einem Umfeld von amerikanischen Männlichkeitsstereotypen sehr beachtlich.

  • BlogandShop

    “Leistungssportler trainieren oft mehr als 8 Stunden wöchentlich.” Ui da bin ich ja fast schon ein veganer Leistungssportler :-)

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    Vitamin B12 wird doch durch Bakterien produziert. So z.B. sind in Sanddorn diese Bakterien ganz natürlich vorhanden. Auch beispielsweise in  Sauerkraut bilden die Milchsäurebaktierein Vitamin B12. Vitamin D wird mit Hilfe der Sonneneinstrahlung gebildet (im Sommer mehr im Winter weniger). Wozu dann Nahrungsergänzungsmittel? 

    • wkwi

      Du hast meine Quellen nicht gelesen:
      1. Die Sonnenstrahlung in den Wintermonaten ist nicht intensiv genug, damit der Körper (ausreichend) Vitamin D produziert.
      2. Sauerkraut als Vitamin-B12-Lieferant ist ein Mythos (siehe Buch von Ingrid Berger, Seite 47 ff. und damit verbundene Quellen). Auch für Sanddorn gibt es nur Hinweise auf geringste Spuren, aber nicht um echte B12-Quellen (a. a. O. S. 50. ff). Für beide Produkte gibt es keine labortechnisch gestützte Ergebnisse, die diese Lebensmittel als B12-Lieferanten in Frage kommen lassen.

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         Danke für deine schnelle Antwort. Den link kann ich leide nicht öffnen (diese Seite wurde leider nicht gefunden….)
        zu 1: Kann der Mensch denn nicht im Sommer ausreichend Vitamin D produzieren und “einlagern” so dass es in den Wintermonaten, sofern er seinen Körper nicht vermummt. Wer im Winter viel drinnen ist hat dann allerdings eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit seine Vitamin D Vorräte auf zu brauchen.
        zu 2: Wie viel Vitamin B12 in Sanddorn enthalten ist, weiß ich nicht und glaube dir in diesem Punkt erst einmal. Was mich jetzt aber stark verwundert ist deine Aussage, dass Sauerkraut als Vitamin-B12-Lieferrant ein Mythos sei. Stimmt es denn nicht, dass Milchsäurebakterien Vitamin B12 produzieren? Meine Recherchen haben nämlich ergeben das milchsauervergorenes Gemüse sehr wohl reich an Vitamin B12 sein kann.

        • wkwi

           Hi,

          als Bakterien bei der Sauerkrautherstellung werden verwendet “Leucostonoc mesenteroides”, “Lactobacillus brevis” oder “Lactobacillus plantarum” (1). Für diese Bakterien bestehen keine gesicherten Erkenntnisse, Cobalamine (oder auch inaktive Analoga) zu erzeugen. Es existieren derzeit keine wissenschaftlichen oder sonstige belegbare Studien über den Vitamin-B12-Gehalt von Sauerkraut oder anderem milchsaurem Gemüse.

          Alles, was man zu dem Thema liest oder hört sind unbelegte Aussagen oder sog. urban legends (2).

          Wenn jemand Kenntnisse über belastbare Studien hat, würde ich mich über die Nennung von entsprechenden Quellen freuen.

          Im Endeffekt ist der werdende Veganer zunächst verunsichert und dann aber auch aufgefordert, sich selbst ein Bild der vielen Ansichten zu machen. Schließlich ist jeder selbst für sich verantwortlich und kann einen B12-Mangel, so er denn eintreten sollte, nicht damit begründen, dass ein Blog-Eintrag ihm diesen oder jenen Rat gegeben hat. :)

          Quellen:
          Iris Berger, Vitamin-B12-Mangel bei veganer Ernährung, ibidem-Verlag, ISBN 978-3-8382-0037-8
           und dort:

          (1) Belitz, Grosch, Schieberle, Lehrbuch der Lebensmittelchemie, 5 . Auflage, Springer-Verlag, Berlin

          (2) Elmadfa, Leitzmann, Ernährung des Menschen, 2004, Ulmer-Verlag, Stuttgart


          Gruß,
          Wolfgang

          • http://www.blogandshop.de/ Blog and Shop

            Das hört sich mal nach einer fundierten Antwort an. Da sollte ich mich mit dem Thema doch noch einmal näher beschäftigen und zeitgleich Blutproben nehmen lassen.
            Ich meld mich dann nochmal sobald eine fundiertere Aussage zu diesem Thema treffen kann.

            lg Paul

          • wkwi

            Das mit den Blutproben ist auch nicht ohne. :)

            Dazu hat Iris Berger auch ein Kapitel verfasst. ich würde die paar Euro in das Büchlein investieren:

            B12 im Plasma untersuchen lassen, sagt nur etwas über das im Blut zirkulierende B12 aus, nichts über das im Körper gespeicherte B12. Außerdem wird hier auch en Teil der inaktiven Corrinoide (und nicht Cobalamine) gemessen.

            Dann haben wir noch keinen Wert für den Instrinc Factor (IF), der für die Absorption im Dünndarm maßgeblich ist.

            Andere Parameter wie Folsäure und Homocystein beeinflussen die Verfügbarkeit und Messbarkeit der Parameter.

            Ein weiterer Parameter, nämlich die Methylmalonsäure (MMA) im Serum oder die über den Urin ausgeschiedenen Anteil (uMMA) lassen eher Aussagen zu einem B12-Mangel zu, sind aber nicht wirklich belastbar.

            Die Analyse des Holotranscobalamin II (HoloTC II) im Serum lässt weitere Aufschlüsse, insbesondere der Verwertbarkeit von B12 zu.

            Insgesamt ein spannendes Thema. Fakt ist aber: richtig und zuverlässig kann man nicht messen, die Messwerte lassen nur erahnen. Daher sollte man dem ganzen Vorbeugen und sich nicht auf Messwerte verlassen.

            Meine Meinung :)