Nachhaltig vegan genießen – Sojaprodukte

© FotoosVanRobin flickr.com

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Wer sich bei den veganen Produkten umschaut, bemerkt bald, dass viele Milch- oder Fleischersatzprodukte aus Soja sind, auch Tempeh oder Tofu werden aus Sojabohnen hergestellt. Auch bei einigen Nicht-Veganern gilt Tofu als das MUSS für Veganer, damit der Proteinbedarf gedeckt wird. Kritiker bringen hervor, dass die Sojaproduktion im Regenwald nicht gerade sinnvoll sein soll und auch gentechnisch veränderte Sojabohnen weit verbreitet sind.

Deshalb wollen wir heute einige Punkte klar stellen:

  1. Veganer müssen kein Soja essen. Auch Linsen, Bohnen, Lupinen, Erbsen oder Vollkornprodukte haben ausreichend Eiweiß und wachsen hier in Deutschland.
  2. Bio-Produkte sind ohne Gentechnik, also auch Bio-Tofu.
  3. Generell kann man allerdings nie ausschließen, dass Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Sojabohnen, Mais oder Reis produziert werden, weil der Pollenflug nicht an den Grenzen der Felder Halt macht.
  4. Bisher kann man nichts über mögliche Auswirkungen von genetisch veränderten Pflanzen auf die Gesundheit sagen. Allerdings gibt es andere Nachteile (Monopole großer Produzenten, Patente auf Saatgut, das nur einjährig zu nutzen ist).
  5. In Deutschland kommen auch Produkte auf den Markt, die „mit Gentechnik“ sind. Wir importieren schließlich Futtermittel, z.B. Gen-Soja, die dann übers Tier in deren Fleisch oder Milch gelangen. Auch bei Tofu aus dem Asialaden kann man nicht wissen, ob die Sojabohnen gentechnisch verändert werden. Oft fehlt es hier an der nötigen Kennzeichnung.
  6. Das Soja, das für den menschlichen Verzehr verwendet wird, ist nicht verantwortlich für die Abholzung des Regenwaldes. Allein in Südamerika sind in den letzten 4 Jahrzehnten 40 Prozent des Regenwaldes Weideflächen oder der Produktion von Futtermitteln zum Opfer gefallen, damit der Fleischhunger der Industrienationen gestillt werden kann.
  7. Sojabohnen sind gesund. Sie müssen natürlich vor dem Verzehr gekocht und verarbeitet werden, ähnlich wie Weizen, den man auch nicht roh isst. In der Kritik stehen die konzentrierten Inhaltsstoffe in Ergänzungsmitteln, z.B. Sojaphytoöstrogene in den Wechseljahren. Jemand der aber normale Mengen an natürlichen Sojaprodukten isst , macht alles richtig.

Ich bin gespannt, wie Eure Haltung zum Thema Soja ist!

  • Hartmut1000

    Wie sagte T.Colin Campbell in seinem Vortrag an der Cornell Universität ” in this ocean of information… ” bezogen auf die Ernährungsinformationen. Genau dies ist es, daß viele Leute verunsichert, ob für sie diese neue vegane Ernährung auch dann wohl die Beste sei. Doch für Menschen, die nur einen Hauch von Mitgefühl des von ihnen zu verantworterten Tierleids wie auch der unfaßbaren Ausbeutung der Erde haben, gibt es nur die vegane Ernährung wie auch veganen Lebensweise.

    Das Ernährungswissen müßte der Bevölkerung natürlich frei zur Verfügung gestellt werden
    und nicht in irgendwelchen Schubladen verschwinden.

  • http://www.facebook.com/donald.townsend Donald Townsend

    Müsste es bei Nr. 5 anstatt von “Wir exportieren schließlich Futtermittel,” nicht heißen “Wir importieren schließlich Futtermittel,”?

    Grundsätzlich finde ich Soja gut, wenn es kein GMO ist und der Anbau ökologisch sinnvoll erfolgt, also z.B. ohne Abholzung von Regenwald. 
    Umstritten neben den Sojaphytoöstrogenen ist Soja übrigens auch im Zusammenhang mit Krebserkrankungen. In der Medizin wird hier häufig vom Verzehr von Sojaprodukten abgeraten.

    • Hartmut1000

      Gewiß ist richtig ” wir importieren Futtermittel”
      Das Sojaphytoöstrogenen im Zusammenhang mit Krebserkrankungen stehen wären
      die seriösen Quellen anzugeben.

  • http://www.facebook.com/people/Kristin-Höhlig/100002354052419 Kristin Höhlig

    Hallo Sabine,

    mir ist ein kleiner Fehler aufgefallen:
    Bei 5. muss es statt “exportieren” “importieren” heißen.

    Ansonsten ist das ein sehr hilfreicher Artikel. :)

    Liebe Grüße,
    Kristin

  • http://www.facebook.com/people/Kristin-Höhlig/100002354052419 Kristin Höhlig

     Oh, ich habe den Kommentar von Donald jetzt erst gesehen.

  • Reg09

    sehr gut!
    es musste mal gesagt werden!
    ich werde ziemlich oft gefragt, wie ich denn für umweltschutz sein kann, wenn ich denn soja esse, für den regenwald abgeholzt wird. (daran stört mich, dass ich nicht mal ausreden darf und dass nirgendswo bei mir fett auf der stirn steht ‘soja-fresser’, denn als veganer ist man nicht verpflichtet soja zu essen) …

    zu punkt 7 habe ich mal ne frage bzw bin anderer meinung …
    als ich mich umgestellt habe zuerst auf vegetarisch (ich aß viel fleisch, ‘dafür’ aber wenige milchprodukte ['nur' in schoki, von reismilchschoki wusste ich noch nicht] und selten etwas mit eiern), habe ich nach ca. 2 sicheren vegetarischen wochen angefangen gute alternativen für tierisches wie milch oder eier zu finden.
    doch beim surfen im internt (also schon jetzt als veganer … das war vor ca. 1-2 monaten, dass ich diese infos hier gefudnen habe), habe ich einige quellen gefunden, die behaupten, dass soja ungesund sei.
    natürlich habe ich viel mit soja verzehrt und fand es auch praktisch …
    aber was ist da drann?
    es waren viele verschiedenen quellen …
    einerseits weiß ich nicht wem ich glauben kann (also der veganen seite, die sagt, dass es gesund sei oder der ‘neutralen’ oder anderen seite, die das gegenteil behauptet)

  • http://www.facebook.com/people/Schrunz-Dingdong/100002483981117 Schrunz Dingdong

    Mir schmeckt Soja nicht sonderlich (außer ein paar Varianten mit Gewürz und Geschmack, z.B. der Heidelbeerjoghurt) und Fleischersatzprodukte aus Soja sind meistens bröckelig und pappig. Ich finde Seitan besser.

    • Reg09

      fleischersätze an sich, sind annähernd nicht so gut, wie das ‘original’, das fleisch eben.
      denn wenn es eben nicht aus fleisch ist, dann schmeckt es auch nicht danach.
      ich finde es eigentlich verkehrt zu versuchen, fleisch zu ersetzen, durch irgendwelche zusammengepressten pampen. viel besser wäre es doch vegane rezepte zu erfinden, als irgendetwas in einem rezept nachzuahmen.
      genauso könnte man tofu nachahmen aus fleisch (gibts bereits … die tofuhühner -.-’ ihr blöden japanischen wissenschaftler hier) nachahmen. das wär sinnlos …
      wenn dir fleischersatz nicht schmeckt, dann leb ganz fleisch und fleischersatzlos ;) mache ich auch ^^ da gibt es viele gerichte mehr, die man selbst kocht, da weiß man auch, dass keine verstärker und färbmittel dazukommen, wie es bei fertignahrung oft ist ^^

      grüsse ^^ ;)

      • http://www.facebook.com/people/Schrunz-Dingdong/100002483981117 Schrunz Dingdong

        Keine Sorge, ich esse eh kein Fleisch ^^ Trotzdem…. hin und wieder will ich etwas wie Wurst auf dem Brot oder so. Dann möchte ich eben kein Zeug das bröckelt und wie Pappe schmeckt. Räuchertofu geht noch. Aber Seitan ziehe ich trotzdem vor, außerdem vertrage ich ihn besser.

        • Reg09

          achso ^^
          also … da wirst du schon fündig ;)
          ich kauf zB ab und an einen Vleischaufschnitt, der so ohne auf dem brot überhaupt nicht geht, aber mit essiggurken, schmeckts dann ^^ und allen freunden auch ^^
          also: such weiter ;) da findest du bestimmt mal was, was dir schmeckt ;)

        • MyCatSammy

          Das sehe ich auch so, die veganen Fleischersatzprodukte aus Tofu schmecken wirklich nicht! Ich habe zwar inzwischen schon vergessen, wie echtes Fleisch schmeckt, aber so sicher nicht. Was ich aber zum Beispiel ganz gerne mag, sind die veganen Brotaufstriche in so kleinen Döschen, die vielleicht ein bisschen wie Leberwurst schmecken (wurde mir gesagt). Die passen auch toll aufs Brot. Und Tofu ist auch nicht drin, wenn du das nicht magst :)

      • http://www.facebook.com/profile.php?id=1829869706 Sarah Ockenfels

         Tofuhühner? :D Ich denke, du bist eher auf eine Satire hereingefallen. ;)

      • http://www.facebook.com/profile.php?id=100001256894092 Alessa Herbach

        Das ist nicht wahr ;) Ich habe meinem fleischliebenden Vater mal Gyros aus Seitan zubereitet, er hat keinen Unterschied geschmeckt. Einem Freund meiner Mutter, ebenfalls fleischliebend, habe ich eine Bolognese-Soße aus Sojagranulat gemacht, auch der hat es nicht bemerkt, sondern war ganz erstaunt, warum ich denn Fleisch zubereite ;) Es gibt mittlerweile echt gute Alternativen, die auch den Omnis schmecken. Kommt halt auf die Zubereitung an^^ Ich persönlich brauche so etwas nicht, aber gerade in der Übergangsphase kann das für viele echt hilfreich sein.
        (Ich hab übrigens die Seitan-Gyrospfanne aus dem Real genommen und für die Bolognese “Sojafleisch” von Enerbio, also Rossmann. Nur, falls jemand noch nach guten Alternativen sucht ;) )
        Vegane Grüße <3

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  • Li Ne

    Sehr schön zusammengefasst. Das kann ich jetzt immer verlinken bei blöden Sojafragen! ;)

  • http://www.facebook.com/PrinzessinScheisse Nancy Anna Rotten-Joghurt

    Ich habe ein Problem !
    Meine Mutter kommt immer wieder mit Argumenten wie “Soja tötet Menschen”, “.. schadet der Umwelt”, .. sprich: Soja ist viel, viel schlimmer als Fleischkonsum.
    Ich versuche fortlaufend etwas zu diesem Thema im Internet zu finden, um ihr endlich den Kopfwaschen zu können. Euer Abschnitt zum Thema Regenwald ist mir da einfach nicht genug.
    Ich brauche wirkliche Fakten. Fakten, die sie davon überzeugen, dass “die tollen Vegetarier/Veganer” nicht einfach nur wegschauen, sondern das das alles reine Lügen sind.
    Meine Mutter ist nunmal ein schwerzuüberzeugender Mensch, aber ich möchte dem allen ein für alle Mal ein Ende setzen & mich auch für mich selbst informieren.
    Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir weiterhelfen könntet.

    Liebste Grüße, Anna.

  • Ludmilla Regenpfeiffer

    Zum Großteil ist das, was du als Vermutung äußerst, totaler Müll oder geht total am Thema vorbei. Schon nach dem zweiten Satz konnte ich das Wort 

    1. ganz genau, regionale Nahrungsmittel sind gesund und um einiges umweltfreundlicher. Das gilt allerdings auch für regionale Fleischprodukte, ganz im Gegensatz zu Sojabohnen, für welche Unmengen an Energie nötig sind, alleine schon aufgrund des langen Transportweges. Insofern gilt hier auch nicht das Pseudo-Argument, die Tiere würden mit Schuld an verdurstenden Kindern sein. 

    2. Bio-Produkte sind dermaßen unseriös in der Herstellung aufgrund des Wettbewerbs auf dem Markt und den damit zwangsweise zusammenhängenden Einsparung an sämtlichen Vorschriften, welche einfach nicht mehr eingehalten werden können, da sich mittlerewile konventionelle Produkte kostentechnisch für den Endverbraucher minimal von sog. nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln unterscheiden. Und wer sich über die gesunkenen Bio-Lebensmittelkosten freut, ist mMn mit unglaublich viel Naivität gesegnet, denn selbst Subventionen sind nur ein Tropfen auf nem heissen Stein mit dem Fazit, dass viele Biobauern ihre Existenzgrundlage verlieren würden, wenn diese nicht erneut auf Pestizide mit ein paar Salatblättern umsteigen.

    3. Ja. Dir ist an dieser Stelle aber auch sicherlich bewusst, dass die Menschen schon seit Jahrtausenden etwas ähnliches betreiben wie Genmodifikation: Die Pflanzenzüchtung durch gezielten Anbau (räumlich sowie zeitlich) existiert seit 10000 Jahren führte zu neuen, gegen Schädlinge oder Witterungsverhältnisse resistentere Pflanzen.
    Ich werde hier nicht auf die gesamte Geschichte der Pflanzenzüchtung eingehen und überspringe mehrere Jahrtausende, bis wir im Hier und Jetzt landen, wo diese wundersame Verwandlung zweier verschiedener mit ungünstigen Eigenschaften gestraften Pflanzen zu einer neuen, im Idealfall nur noch die erwünschten Eigenschaften besitzenden Art führt? Richtig, durch Veränderungen des Erbguts, was als Unterbegriff der Pflanzenzüchtung zu verstehen ist. 
    Der einzige Unterschied ist, dass es damals unklar gewesen ist, auf welchen Mechanismen die Pflanzenzüchtung beruht. Doch als bekannt wurde, um was für einen Mechanismus es sich dabei handelt ist es plötzlich unglaublich modern geworden, durch die Gegend zu rennen und sich selbst für einen besseren Menschen, der die Welt rettet, zu halten (… die sehr gerne Orangen, Bananen, Kokosnüsse und Sojabohnen – und das auch noch guten Gewissens! – genießen). 
    Ich habe mir in vier Jahren, in denen ich vegan gelebt habe (und nicht nur den Nahrungstrend mitgemacht hab), einiges an Schwachsinn anhören dürfen von Menschen, die für Tierrechte einstehen, aber gleichzeitig jeden nicht-Veganer für minderwertig halten (gerne mit einem Milchkaffee in der Hand) oder geschweige denn, sich die Mühe machen, genug Respekt seinem Gegenüber rüberzubringen, sodass er zumindest die Chance hat, seine Sichtweise zu erläutern. 
    Das ist also die neue Definition von Toleranz und einem Leben miteinander mit Kompromissen, in einem immer währenden Diskurs?

    4. Monsanto verfolgt eigene Interessen. Schaut man sich die Namen an, die für Monsanto tätig sind, so findet man unglaublich viele Ex-Politiker darunter. Etwas ironisch macht es das Ganze, dass es genug ehemalige Gesundheitsminister gibt. Dummerweise ist das System in den USA dermaßen hirnlos aufgebaut, dass nicht wiedergewählte Politiker oft keine andere Chance haben als sich völlig zu verbiegen und für einen Tötungskonzern zu arbeiten. Die erschreckend hohe Selbstmordrate der durch unklare Verträge angeschissenen Bauern sind für diese Personen ohne Bedeutung. Was wiederum ironisch ist, da der Konzern schließlich mit unglaublich hohen Erträgen und Null Schädlingsbefall wirbt.

    5. Den Ausdruck “mit Gentechnik” verstehe ich nicht. Die korrekte Bezeichnung wäre “gentechnisch modifizierte Lebensmittel”. Wenn man schon sich das Recht herausnimmt, angebliche Irrtümer klarstellen zu wollen, dann ist es doch definitiv nicht zu viel verlangt, eine verständliche Sprache zu verwenden. Denn Lebensmittel “mit Gentechnik” gibt es seit es Mutationen in Lebewesen gibt. In so einem kleinen nicht ganz seriösen Blog mag es nicht wirklcih relevant sein, in einem wissenschaftlich fundierten Artikel wäre solch eine lasche Ausdrucksweise fatal.

    6. Die Abholzung des Regenwaldes resultiert nicht aus dem “Fleischhunger der Industrienationen”, sondern aus den pro Kopf stets schrumpfenden Ressourcen. Wenn es so weitergeht, dann wäre das Vorgehen aus Soylent Green sicherlich sinnvoll.

    7. Sojabohnen sind für diejenigen Menschen gesund, die in einer Umgebung leben, in welcher die Sojabohne heimisch ist. Wir können ruhigen Gewissens bei Bohnen, Linsen, Nüsse und weitere Hülsenfrüchte. Die Natur hat sich nicht aus Spaß an der Freude im Laufe der Jahre so verändert, was qualitativ deutlich wird, wenn ein Vergleich gezogen wird zwischen Menschen, die saisonale, regionale Produkte konsumieren mit solchen, die sich vermeintlich gesunde (ja klar, für Menschen aus Südostasien ist die Sojabohne zweifellos ein wichtiger Lieferant von Proteinen, Lipiden, unverzichtbaren Spurenelementen usw usf). 

    Was ich traurig finde, ist das hirnlose Nachgeplappere, was irgendwo mal in ner Arztpraxis in irgendeiner Zeitschrift stand. Es ist schlichtweg unmöglich, zu behaupten, etwas bestimmtes sei a priori gesund oder eben giftig. Als letztes Beispiel erwähne ich kurz etwas, was nachvollziehbar sein sollte: Menschen, die in hohen Lagen auf Bergen leben, unterscheiden sich von durch die Wüste / Steppe ziehenden Nomaden auf flachem Land und die unterscheiden sich wiederum von denjenigen Menschen, die im nahen Umkreis vom Unfallort in Tschernobyl leben. Wir sind alle so unglaublich unterschiedlich und haben dementsorechend komplett verschiedene Bedürfnisse. Dies hat so krasse Ausmaße, dass ein Heilkraut für einen Stamm in einer Umgebung ein Toxin für in einer komplett abweichenden Umgebung darstellen kann.

    Ich kann moralisch-ethisch motivierte Vegetarier eh nicht ernst nehmen und lächle müde, wenn sie von ihrem Fischtag letzten Freitag erzählen. 

    Veganer habe ich bisher allerdings stets ernst genommen (nicht zuletzt, da ich selbst jahrelang nichts tierliches konsumiert habe), aber seit einigen Jahren gefällt mir die Entwiklung dieser Szene nicht. Das eigentliche Problem ist nicht die Verwertung tierlicher Lebewesen (s. z.B. Sibirien, wo alles bis zum letzten Zahn seine Verwendung findet und nichts weggeworfen wird, weil der Bauch niht die richtige Krümmung hat oder was auch immer), sondern die Massentierhaltung mit allen daraus erwachsenden Problemen. 

    Und wenn jemand anfängt mit peinlichen Phrasen àla “Die Tiere tun mir so leid”, dann finde ich es schrecklich. Ich bin in Russland, zumindest die erste Hälfte meines Lebens, aufgewachsen. Zur Zeit der Perestroika gab es nichts zu fressen. Es macht keinem psychisch gesunden Menschen Spaß, einem Huhn den Hals umzudrehen und dennoch wette ich darauf, dass jeder (ebenfalls psychisch gesunde) Veganer sich für das Töten eines Huhns entscheiden wird statt für den eigenen qualvollen Tod, um das Huhn zu retten. 

    Schon des öfteren habe ich darüber nachgedacht, eine Art Debattierclub zu eben diesem Thema zu gründen, der durch die nicht von der Hand zu weisende erhöhte Emotionalität zu einem wunderbaren und möglicherweise fruchtbaren Streitgespräch führen würde. WIr alle leben schließlich auf dieser kleinen blauen Murmel und sollten uns bemühen, Feindseligkeiten (die gerne mal auch in körperlichen Auseinandersetzungen enden) gegen Meinungsverschiedenheiten ohne Gewaltbereitschaft einzutauschen :) Es spricht keiner davon, dass wir uns alle lieb haben müssen ,aber oft bekomme ich das Gefühl, dass es den Menschen hier in Europa viel zu gut geht, sodass irgendwann Langweile aufkommt.

    Danke für’s Lesen.

    • Alice Cairne

      Guter Kommentar, Ludmilla. Ich stimme Dir zu, dass viele es sich zu einfach machen, indem sie (sehr dogmatisch) eine Richtung vertreten, wie zum Beispiel Vegan Leben, dabei aber nicht bereit sind, sich über die Konsequenzen des eigenen Konsums Gedanken zu machen.

      Allerdings meine ich, wenn Du (wie Du im letzten Absatz schönerweise schreibst) Feindseligkeiten beenden möchtest, solltest Du Deine Diskussionspartner durchaus ernst nehmen. Selbst, wenn sie einen Milchkaffee in der Hand haben, Fisch essen oder ihnen Tiere eben leid tun. Oft geschehen Veränderungen im Konsumbewußtsein und -verhalten nicht von heute auf morgen, sondern sind das Ergebnis eines Prozesses, während dem man eben nicht immer konsequent, überlegt und sinnvoll handelt. Wir kochen alle nur mit Wasser ;)