Lieber Herr Schupelius!

Jetzt haben Sie doch tatsächlich schon wieder Unrecht. Dabei ist das letzte Mal doch noch gar nicht so lange her. Das war, als Sie in Ihrer Kolumne in der BZ geschrieben haben, die Tiere am MDC würden nicht gequält und würden vor den Versuchen betäubt.

Mittlerweile wissen Sie ja, dass das nicht stimmt. Sie wissen das, weil ich (und wahrscheinlich noch viele andere) Ihnen dafür Belege geschickt habe. Dokumente, die zeigen, dass Tierqual – im Gegensatz zu Betäubungen – am MDC an der Tagesordnung ist. Sie wissen das aber auch, weil Sie mittlerweile selbst vor Ort waren, dort hat ein Professor es Ihnen gegenüber selbst zugegeben: „Ja, die Mäuse leiden.

Und trotzdem, lieber Herr Schupelius, schreiben Sie aktuell wieder über das MDC und behaupten unter anderem: „Ein Tierschutzbeauftragter achtet streng darauf, dass die Versuchsmäuse Klorollen bekommen, damit sie ein Nest bauen können.“

Hier muss Ihnen ein Irrtum unterlaufen sein. Korrekterweise müsste es nämlich heißen, wie es auch in den Überwachungsprotokollen des LaGeSo steht: „Sie (die Käfige, d. Verf.) sind (…) zu klein, zu dicht besetzt und mit zu wenig oder keinem Beschäftigungsmaterial ausgestattet.“

Dann schreiben Sie, Sie hätten den Eindruck gehabt, am MDC werde „zumindest vorsichtig an Tieren experimentiert.“ HALLO, Erde an Schupelius! Meinen Sie das ernst? Am MDC wird Mäusen Capsaicin in die Pfoten gespritzt! Tiere werden genmanipuliert und in Scheiben geschnitten! Und wenn der Wochenenddienst mal in Gedanken woanders ist, verhungern sie eben! VORSICHTIGES EXPERIMENTIEREN?!

Bitte, lieber Herr Schupelius, bitte lassen Sie sich doch nicht so hemmungslos veralbern. Machen Sie doch mal ernst und richten Sie Ihren gerechten Zorn ausnahmsweise gegen die Richtigen. Danke!

Ihre Christine Esch

PS: Wer wie Schupelius denkt, ohne Tierversuche würden wir noch auf Bäumen wohnen, der sollte sich hier mal schlau machen: FAQs Tierversuche.

  • http://twitter.com/idimmunanna idimmu nanna

    dieser schubelius ist wohl zu oft mit dem kopf gegen die wand gerannt.

  • Hartmut1000

    Danke für den Beitrag. Ich werde mir in Ruhe die FAQ, die Homepage wie den Besuch im Labor durchlesen und mich auch eine Mail an Herrn Schupelius senden.

  • HerrBoehme

    Ich kann die KRASSE Ablehnung von Tierversuchen beim besten Willen nicht nachvollziehen.
    Sicher wird diese Aussage hier einen Aufschrei der Entrüschtung provozieren, aber man muss sich die positiven Nutzen von Tierversuchen klar vor Augen führen! Sie dienen der wissenschaftlichen Forschung und damit dem Wohl vieler Menschen, wenn nicht deren Leben.
    Viele Menschen die Tierversuche in dem Maße wie es hier propagiert wird ablehnen lassen es außer Acht wieviele Menschenleben so gerettet worden sind (bitte nun nicht mit der fehlenden Übertragbarkeit anfangen, dass ist alter Mumpitz).

    Bevor mir eine grund-tierfeindlich oder ahungslose Meinung unterstellt wir möchte ich klarstellen, dass ich das FELASA B und C-Zertifikat erworben habe und mir so ein direktes Bild von Tierversuchen machen kann. Und es des weiteren es unumgänglich finde, dass Tierversuche nach dem “Prinzip der 3 R”  (Replacement, Reduction, Refinement) und grundsätzlich nur der Medizinischen Forschung dienen (Kein Botox testen, keine kosmetischen Versuche!)

    Sicher ist auch, dass es unter Wissenschaftlern schwarze Schafe gibt die zu den schrecklichen Bildern auf dieser und anderer Seiten geführ haben. Doch diese scharzen Schafe gibt es immer unter den Menschen, sogar unter Tierrechtlern (und natürlich habe ich nichts gegen Schafe!)

    Mir wäre es lieb wenn hier nur 5 Sekunden nachgedacht werden würde bevor Menschen wie ich verurteit werden, weil sie versuchen mit dem Werkzeug der Tierversuche anderen Menschen zu helfen!

    • http://www.facebook.com/wolfgang.bonitz Wolfgang Bonitz

      Ich frage mich, warum müssen Tiere für den Bastard ( mensch ) leiden ? Tiere können ihr leiden in vorm von Sprache nicht von sich geben, man sieht ihnen das leiden nur an. Warum testet man nicht an den Bastard ( mensch ) ?, der kann doch Aua sagen, wo es ihm weh tut. Wir sind doch indessen soweit, dass es schon andere Möglichkeiten gibt. Ich finde es einfach nur abscheulich u. Grausam. In diesem Sinne, hören Sie auf mit diesem Unschuldigen Leiden an Tieren.

    • Wolfsfan

      Ich habe länger als 5 Sekunden über Tierversuche nachgedacht, und für mich gibt es kein Argument das Tierversuche befürwortet. Ich spreche mich eindeutig dagegen aus.

      Wehrlosen Tieren wissentlich Schmerzen zuzufügen, der grenzenlosen Experimenttierfreude von Wissenschaftlern zuzustimmen, ist, nach meinem Empfinden, unmenschlich. An alternativen Methoden wird seit Jahren geforscht, werden sie auch in der Praxis umgesetzt? Viele unnötige, qualvolle Versuche an Tieren, die dem Forscherdrang von Menschen ausgesetzt sind. Das mag ich nicht so blumig umschreiben, dass das „schwarze Schafe“ sind, denn sie bewegen sich im Rahmen der Legalität und  es ist Normalität in den Laboratorien.

      Überall da, wo Tiere nur eine Nummer sind und keinen Namen tragen, werden sie auch als solche behandelt. Sei es in der Massentierhaltung oder bei Tierversuchen. Wir müssen uns endlich davon verabschieden, dass Tiere eigens für den Zweck ein Dasein fristen, um dem
      Menschen zu „dienen“. Sie haben ein Recht auf ein uneingeschränktes Leben.
       
      LG, Nika
       

    • http://www.peta.de/ PETA

      PETA als Tierrechtsorganisation ist der Auffassung, dass jedes Tier ein Recht auf ein Leben in Freiheit und ohne Schmerzen oder Beeinträchtigungen durch den Menschen hat. Die “Nutzung” von Tieren in Experimenten ist also für uns ebenso abzulehnen wie jede andere Art von “Nutzung”.

      Wir sind außerdem der festen Überzeugung, dass Tierversuche in sich schon auf der falschen Annahme beruhen, daraus Rückschlüsse auf andere Spezies ziehen zu können. Wo wir heute wären ohne Tierversuche können wir nicht wissen, gut möglich aber, dass unsere Forschung schon sehr viel weiter wäre!

      Wir setzen uns jedenfalls für eine Forschung ein, die mit tierfreien – wie Sie wissen oft kostengünstigeren und effizienteren – Methoden Ergebnisse liefert, die für den Menschen wirklich von Nutzen sind, ohne dass dafür andere lebende Wesen zu Schaden kommen.

      Über einen konstruktiven Diskurs mit Wissenschaftlern freuen wir uns natürlich, würden uns allerdings wünschen, dass uns nicht von vorneherein Gedankenlosigkeit unterstellt wird. Der Beitrag, den sie hier kommentieren, ist – passend zum Medium Blog – etwas persönlicher eingefärbt und in diesem Fall auch ironisierend, was aber auch daran liegt, dass der Adressat – Gunnar Schupelius – unsere Informationen und sachlichen Belege zum konkreten Fall in der Vergangenheit schlicht ignoriert hat.

  • http://www.facebook.com/charles.monroe.52 Charles Monroe

    Lieber Herr Boehme,

    sicher werden Sie hier angefeindet werden, ich als Tierrechtler würde mir auch wünschen, dass man sich sachlich austauschen und jeder seine Argumente nennen kann. Ich bin auch, ohne Ausnahme, gegen Tierversuche, weil ich denke, wir haben nicht das Recht über ein anderes Lebewesen so zu bestimmen. Ich möchte nicht aussagen, dass Tierversuche nie etwas gebracht hätten, das lese ich aber auch nicht auf Tierschutzseiten oder höre es von Tierschützern in dieser Form. Einige Versuche sind übertragbar, andere aber auch nicht. Die Tierversuchslobby gibt auch bewusst Falschinformationen raus, was auch Sie hier tun. Es sind keine “schwarzenSchafe”, es sind Tierversuche, in denen Tiere natürlich auch gequält werden. Sie kennen sie, viele andere auch, die Tierärztliche Hochschule in Hannover macht Tierversuche, sie schneiden Beagles die Babys aus dem Bauch, für Futtertests, sind das “schwarze Schafe”? Man kann noch grausamere Versuche nachlesen. Fakt ist, wir brauchen Tierversuche definitiv nicht mehr, es gibt genügend Alternativen, damals war das anders und aus diesem Grund liest man auch nicht, dass sie nie etwas gebracht hätten.

    Was mir auffällt: Regelmäßig erscheinene Berichte, man hätte ein Mittel gegen X gefunden, auf dem Markt kommt dieses Mittel aber erst in 5 – 10 Jahren, hier wird bewusst suggeriert, man hätte Erfolge, die es allerdings nie gab. Es geht einzig und allein darum, der Bevölkerung zu zeigen, dass Tierversuche nötig seien.

    Eine Schülerin in Amerika erfindet einfach mal so im Chemieunterricht eine Möglichkeit, Brustkrebs zu behandeln, völlig ohne Tierversuche, einfach durch Nachdenken und Aufschreiben von Verbindungen chemischer Stoffe.

    Herr Boehme, ich finde es klasse, dass ihr Ziel ist anderen Menschen zu helfen, bitte bleiben Sie bei diesem Gedanken, aber bitte richten Sie ihre Hilfe so aus, dass nicht auf der anderen Seite Lebewesen ein Schaden davon tragen. Ob nun von 100 Versuchen 2 Erfolg haben oder 99- ist egal, denn dann kann kann man alles rechtfertigen, wo ziehen wir die ethischen und moralischen Grenzen? Wir haben es bei Soldaten, Juden, Behinderten, Homosexuellen, Missgebildeten usw. gemacht, dadurch sind wir auch zu Ergebnissen gekommen- würden Sie diese Ergebnisse als Rechtfertigung für solche Qualen nutzen? Auch wenn Tiere sich von uns in einiger Hinsicht unterscheiden, so fühlen sie doch genau so Schmerzen wie wir und wir würden auch nicht wollen, dass es ein größeres Lebewesen uns solche Qualen aussetzt!

    Ich hoffe Herr Boehme, Sie ahben nicht das Gefühl von mir angefeindet worden zu sein, denn das war nicht meine Absicht und ich stehe auf Ihrer Seite, wenn Sie sich zurecht darüber beschweren, dass Dialoge beleidigend geführt werden. Was ich nicht ganz nachvollziehen kann ist der Teil mit den “schwarzen Schafen” unter den Tierrechtlern, entweder ist man es, oder nicht.

  • http://www.peta.de/ PETA

    Nochmal: PETA ist eine Tierrechtsorganisation.

    Uns ist das Wohl des Menschen genauso wichtig, nicht weniger aber auch nicht mehr, wie das Wohl der Tiere. Tierversuche, also der Tod von Subjekten einer Spezies zum Wohl einer anderen Spezies, sind deshalb aus unserer Sicht abzulehnen.

    Außerdem kann das Wohl des Menschen mit modernen, tierfreien Forschungsmethoden viel besser gewährleistet werden als mit grausamen und veralteten Tierversuchen! Viele solcher “Alternativmethoden” sind bereits vorhanden, in die weitere Entwicklung müssten viel mehr Gelder fließen, anstatt weiterhin jährlich Unsummen in Tierversuche zu stecken, die einer Zivilgesellschaft unwürdig sind und für kranke Menschen eine weitere Verzögerung der Heilung bedeuten.

    Wir sind also klar der Ansicht: Das sogenannte “Tiermodell” ist ein wissenschaftlicher Irrweg und ethisch nicht vertretbar.

  • http://www.facebook.com/charles.monroe.52 Charles Monroe

    Hallo Herr Boehme,

    jetzt schaffe ich es, Ihnen auch mal zu antworten.

    Sie haben Recht, sie hat eine Früherkennung erfunden, nicht ein Mittel. Das Prinzip bleibt aber, auch Früherkennungsmethoden werden an Tieren getestet, sie brauchte dafür keinerlei Tierversuche, nur ihren Kopf, nicht einmal Computersimulationen oder ähnliches. Das ist natürlich was Besonderes und den Pharmakonzernen gefällt das gar nicht. 

    Worin liegt der wirkliche Unterschied zwischen Tierversuchen für Humanmedizin und Tierversuch für Futtertests? In beiden erleiden die Tiere qualen, kann man eine Qual gegen eine andere aufwerten oder sogar für besser befinden?

    Die Mittel kommen aber leider gar nicht auf den Markt, diese Mittel sind auch gar nicht entdeckt worden, es sind schlichtweg Enten.

    Ich weiß leider nicht wer “Wir” ist in Bezug auf die Zellkulturen. Sie sprechen Tieren etwas ab und da wird es natürlich schwierig.

    Zu den schwarzen Schafen in der Tierrechtszene, ohne jetzt den Wikileaks Artikel durchgelesen zu haben, ich weiß ja, dass die ALF überall als Terroristen geführt und gejagt werden – dazu kann ich nur sagen aus meiner persönlichen Ansicht her: Auch Menschen, die Einrichtungen abfackeln, die dazu dienen, Lebewesen zu quälen und zu töten, sind Tierrechtler. Sie wählen den direkten Weg, der meiner Ansicht nach nicht falsch ist, solange keine Lebewesen dabei zu Schaden kommen und das ist meines Wissens nach noch nie bei direkten Aktionen geschehen. Mein Weg ist er nicht, aber nur auf solchen Wegen ist unsere heutige Gesellschaft entstanden. Für mich gibt es auch keine Gewalt gegen Gegenstände, Gewalt ist immer nur auf einen Körper eines Lebewesens bezogen.

    Das Gesamtbild kommt natürlich daher, dass ich alle Spezies das gleiche Recht auf körperliche Unversehrheit zu spreche und hier nicht in weniger wert und mehr wert einteile.

    Vielleicht können Sie mir ja sagen, in welchem Bereich Sie tätig sind, dann kann man sich besser austauschen, denn ich bin auch gerne bereit dazu zu lernen.

    Freundliche Grüße

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