Kann Hundegeschirr Leben retten?

Aus aktuellem, traurigem Anlass möchten wir darauf hinweisen, wie wichtig es für Hundehalter ist, sich für ein Geschirr und gegen ein Halsband zu entscheiden. Vorgestern wurde die kleine Naika überfahren, die erst vor wenigen Wochen aus Spanien nach Deutschland gezogen ist und hier eine liebende Familie gefunden hatte.

Naika wurde nur drei Jahre alt
© PETA Deutschland e.V.

Nachdem die kleine Persönlichkeit – Naika wog nur etwa 2,7 Kilogramm – ihren Überlebenswillen zwei Jahre lang auf Mallorca bewiesen hat, und dabei sogar ihren ausgesprochen freundlichen, fröhlichen und neugierigen Charakter bewahren konnte, wurde sie vorgestern von einem Auto überfahren, nachdem sie aus ihren Halsband schlüpfen konnte. Ein Geschirr, das Naika trotz ihrer Mini-Körpergröße durchaus gut tragen konnte und in ihrer vorübergehenden Vermittlungsstelle auch besaß, hätte ihr Leben vermutlich retten können. Denn vielleicht hätte sie sich aus einem Geschirr nicht herausgewunden und der Rückensteg hätte ausreichend Platz geboten, den jungen Hund festzuhalten.

Fest steht, dass Geschirre mehr Sicherheit bieten und auch die Gesundheit der Hunde schonen! Auch die Hundeexperten von animal learn empfehlen unbedingt ein Brustgeschirr.

Naikas neue Familie hatte das kleine Hundegeschirr zurückgeben, nachdem eigenes Zubehör für das gemeinsame Leben angeschafft war. Viele Halter, deren Hunde ein Halsband tragen, sind leider nicht ausreichend über die Vorteile von Geschirren informiert – doch verantwortungsbewusste Hundefreunde sollten sich unbedingt mit der Thematik auseinandersetzen und die beste Lösung für ihr Tier wählen: ein gut eingestelltes Geschirr, das dem Hund perfekt passt.

Inzwischen ist die kleine Hündin Naika beerdigt, und wir wünschen ihren trauernden menschlichen Freunden viel Kraft.

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=100000104490008 Birgit Liborius

    Das ist sehr traurig und es ist auch ein Nachteil wenn Hunde ein Halsband tragen.Es kann dadurch zu Rückenproblemen kommen und auch der Hals des Hudnes kann oder wird in Mitleidenschaft gezogen.Ich kann nur jedem ein Geschirr empfehlen,dadurch könnt Ihr euch viel Leid und dem Hund viel Schmerzen ersparen.
    Mein Hund trägt nur ein Geschirr und etwas anderes kommt für mich nicht in Frage!

    • Wolfsfan

      Hallo Birgit,
       
      auch für mich war ein Hundegeschirr das Nonplusultra, etwas anderes kam auch für mich überhaupt nicht in Frage, besonders weil mein Hund sehr viel an der Schleppleine läuft. Erst nachdem ich an einen Vortrag „Osteopathie für Hunde“ teilgenommen und dadurch neue Erkenntnisse gewonnen habe, trägt mein Hund, (nach anfänglicher Skepsis) kein Geschirr mehr.
       
      Die Osteopathin hat an Hand eines Hundeskeletts (aus Kunststoff) gezeigt, dass beim Tragen eines Geschirres die Rückenwirbel belastet werden, da der Zug auf diesen Wirbel (bis zu den Schwanzwirbeln durchgehend) einwirkt und diese stauen können. Über Jahre kann das zu schmerzhaften Wirbelerkrankungen oder Bandscheibenvorfällen führen. Das andere Problem ist der vordere Bereich, ( das Gelenk, an dem Oberarm und Schulterblatt zusammenkommen), auf dem der Druck liegt. (Gerade beim K9- Geschirr ist das der Fall.) Das Brustgeschirr ist ebenfalls nicht empfehlenswert, da, wie der Name schon sagt, die Brustwirbel „gedrückt“ werden, denn es sollte ja so fest sitzen, dass es nicht hin-und herrutschen kann.
       
      Meine Hündin hat sich gegen alle Geschirre gewehrt, in dem sie sich jedes Mal versteckt hat, wenn sie das Geschirr auch nur gesehen hat. (Auch gegen das Überkreuzgeschirr, wo der Druckpunkt in der vorderen Mitte liegt und eigentlich auf keinen Knochen drückt.) Mein Hund trägt nun ein breites Halsband, (sollte so breit sein, wie es möglich ist) damit kein hoher Druck auf das Zungenbein entsteht.
       
      Positive Ergebnisse: Mein Hund lässt sich das Halsband gerne umlegen.
      Sie röchelt nicht mehr, wenn sie mal so richtig in die Leine geht. (War beim Geschirr der Fall)
      Sie „humpelt“ auch nicht mehr, ebenfalls geschehen, wenn sie (mal) kräftig in die Leine stieg. (Ist beim K9 vorgekommen.)
       
      Auf jeden Fall sollte man seinen Hund genau beobachten und mal schauen an welchen Stellen des Körpers Druck durch das Geschirr entsteht. Noch eine Anmerkung der Osteopathin: Zu Hause sollte der Hund weder Halsband noch Geschirr tragen (kommt wohl sehr häufig vor) und keine Flexi- Leine benutzen.
       
      Egal wofür man sich entscheidet, ob Halsband oder Geschirr, es ist nicht wichtig, dass WIR damit gut zu Recht kommen, sondern der Hund.
       
      Noch ein Letztes liegt mir am Herzen: Ich möchte hier keinem Hundehalter ein Halsband aufschwatzen oder „klugscheißern“ sondern habe nur meine eigenen Erfahrungen weitergeben wollen. Ich bin nämlich immer ganz froh, wenn ich von anderen Haltern gute Tipps bekomme.
       
      Einen lieben Gruß, Nika
       
       

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=100000574761336 Jennifer Rich

    Also meinen Hund (Detuscher Jagdterrier-Mix, 11 Kilo) kann ich mit nur einem Halsband gar nicht ausführen. Er zieht viel zu sehr und muss dann ständig würgen. Da dies bei einem  “normalen” Geschirr immer noch der Fall war, habe ich im ein sogen. Trekkinggeschirr gekauft und siehe da: kein Heruaswinden, kein Würgen, kurzum volle Kontrolle für mich. Und wenn mal ein großer Hund kommt oder Glasscherben auf dem Weg liegen, kann ich ihn am Geshcirr zur Not auch mal hochheben. Ich würde meine Geschirrchen nict missen wollen! Kann ich jedem nur empfehlen! Tut mir leid dass die kleine Maus nicht so viel Glück hatte, die armen Beistzer hatten es doch gut gemeint :-(

  • http://www.facebook.com/jasmina.sauron Jasmina Sauron

    Mag ja sein dass ein Halsband nicht so toll is für den Hund aber ich nehm immer ne Kombi aus Geschirr und Halsband da unsere Hündin sich mal (in Panik vor einem Pferd das auf ner Koppel stand an der ich vorbeispaziert bin) aus ihrem Geschirr gewunden hat. Obwohl dieses richtig angelegt war hatte sie keine Problem da rauszukommen. Bei meinem fast blinden Rüden war das auch immer die beste Lösung da er ausreichend Bewegungsfreiheit hatte aber ich ihn in Gefahrensituationen schneller warnen da er auf leichten Zug an der Halsbandleine direkt reagiert.

  • Wolfsfan

     
    Es tut mir Leid um Laika, jedoch kann ich PETA nicht zustimmen.
     
    Meine Hündin hat über ein Jahr lang ein Hundegeschirr getragen. Und es war für mich ganz klar: das ist das Beste, was ich meinem Hund bieten kann. Endlich hatte ich auch das richtige Geschirr gefunden: Ein „Überkreuzgeschirr“, mit einem langen Steg, wobei der Druck sich auf der Brust und Rücken verteilt. Warum meine Hündin sich jedes Mal gegen das Geschirr „gewehrt“ hat, konnte ich nicht verstehen. Immer  wenn ich mit ihr Gassi gehen wollte und das Geschirr in der Hand hielt, hat sie sich unter dem Wohnzimmertisch versteckt. Sie hat sämtliche Geschirre abgelehnt: Ihr kennt sie ja alle: Zum Beispiel die in Mode gekommenen“K9s“ (der Sattel staut die Hitze auf dem Rücken und der Druck liegt ausschließlich auf dem Brustbereich). Jedoch, Schleppleine und Geschirr, so sollte es doch sein!?
     
    Ein Vortrag über Osteopathie für Hunde brachte mich dazu, von allen Geschirren Abschied zu nehmen, sehr zur Freude meines Vierbeiners. Geschirre drücken auf den Rückenbereich oder auf die Brust. Mein Hund hat stets „gehustet“ wenn sie voll ins Geschirr ging. Seit mein Hund „nur“ Halsband trägt, freut sie sich auf unsere Spaziergänge, versteckt sich nicht mehr und was für mich das Wichtigste ist, sie „hustet“ auch nicht mehr, obwohl sie bei dem Anblick eines Kaninchens in die Leine geht.
     
    Das Halsband sollte, der Größe entsprechend breit sein und so fest sitzen, dass der Kopf nicht durchflutschen kann.
     
    Auf meinen Gassi-Törns treffe ich häufig Hundehalter, die ihren Hunden ein Geschirr zumuten, dass es mich graust. Der Verschluss liegt unterhalb des Oberschenkelknockens, so dass es „scheuert“ und
    die Bewegung beeinträchtig, oder das Geschirr ist so locker, das es hin und her rutscht.
     
    Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
     

    • http://www.facebook.com/profile.php?id=100000425718988 Nadine Witte

      Ich sehe das ähnlich! Auch mir ist es schon passiert, dass ein Hund aus einem gut sitzenden und korrekt angelegten Geschirr geschlüpft ist. Natürlich kann das auch mit einem Halsband passieren, allerdings nicht, wenn es aus festem, gutem Material ist und eng genug anliegt. Zudem ist ein Hund (gerade für schwächere Menschen) mit einem Geschirr deutlich schwerer zu händeln. Er kann sich nämlich um seine eigene Achse drehen, der Drehpunkt liegt in der Mitte des Tieres.

      Auch sehe ich das Verletzungsrisiko mit angelegtem Geschirr beim Spielen mit anderen Hunden als deutlich erhöht an. Die Gefahr des Hängenbleibens mit den Gliedmaßen am Geschirr des Spielpartners, ist definitiv gegeben! Und die wenigsten Hundehalter schicken ihren Hund ohne “alles” auf die Hundewiese…verständlich, im Notfall sollte man schnell zugreifen können, außerdem muss vom Gesetz her leider jeder Hund mit seiner Plakette gekennzeichnet sein. :-/

      Nach ethischen Gesichtspunkten allerdings finde ich das Führen eines Hundes am Halsband auch eher “grenzwertig”. Das ist, finde ich, nochmal eine andere Geschichte.

    • Diane Sigge

       Auch ich habe einen Hund der ohne Probleme aus dem k9 Geschirr entschlüpft ist, dass konnte ich nur verhindern, indem ich auch das Halsband angelegt habe und beide miteinander verband, so dass ich eine doppelte Sicherheit hatte – das war als sie jung war und vor vielen Dingen noch Angst hatte (sie kommt aus schlechter Haltung).

      Als sie dann besser hörte und sicherer geworden ist, habe ich ihr nur das Brustgeschirr angezogen und nach einiger Zeit bemerkt, dass sie am Übergang von der Hals – zur Brustwirbelsäule eine Muskelverhärtung entwickelt hat, und auf diese bei Berührung schmerzhaft reagierte.

      Seitdem bin ich wieder auf Halsband umgestiegen.

      Mich würde interessieren, wo der Vortrag zu hören ist Wolfsfan.

      • Wolfsfan

        Hallo Diane,
         
        dass ich meine Hündin aus einem Tierheim habe, erzählte ich ja schon. Dieses Tierheim bietet hin und wieder verschiedene Vorträge (Rund um den Hund) an. Aber vielleicht gibt es ja auch bei dir in der Nähe mal einen Vortrag „Osteopathie für Hunde“? Vielleicht mal im Internet rechergieren?
         
        Ich war anfänglich absolut nicht davon überzeugt, dass Schleppleine (starker Jagdtrieb) und Halsband zusammen passen und bin auch nicht sofort umgestiegen. Da mein Hund aber immer wieder Mal Probleme mit den Geschirren hatte und Meideverhalten gezeigt hat, habe ich es dann doch ausprobiert. Seit dem röchelt sie nicht mehr und kein Gurt oder Verschluss drückt auf irgendeinen Wirbel oder Knochen. Zu beachten wäre noch (beim Halsband), dass der Verschluss hinten am Hals liegt. Die Breite habe ich schon erwähnt. Da muss man halt Rassetypisch entscheiden. Ein Mops hat nicht gerade einen langen Hals. „Die Osteopathin“ empfahl nach Möglichkeit, ein Windhundhalsband. (Man könnte sogar aus einem Hosengurt selbst ein Halsband anfertigen.)
         
        Eine Sache ist noch ganz wichtig: Der Liege- Schlafplatz. Er sollte ganz flach sein (nicht die so gemütlich aussehenden Knuddelkissen) und groß genug, falls es ein Hundekorb ist, dass der Hund sich ganz lang machen kann.
         
        Ich habe noch das Glück, dass der Hals meines Hundes gut gepolstert ist. Sie ist ein Husky-Mix und hat dementsprechend eine dicke Halskrause.
         
        Einen lieben Gruß, Nika
         
         

        • Diane Sigge

           Hallo Nika,

          danke für Deine Antwort.

          Das bestätigt zumindest alles mal mein Gefühl.

          Ich denke man sollte einfach schauen, wie es für den jeweiligen Hund am Besten ist, ich jedenfalls bleibe bei meiner Hündin beim Halsband und schaue mich mal nach einem breiten Halsband um. Das Brustgeschirr wird nur noch zum Sichern im Auto verwendet :)

          Nach Vorträgen werde ich mich mal umschauen :)

          Herzlichen Gruß
          Diane

  • http://www.facebook.com/loki.franangr Loki Toki

    Meine Erfahrung/Meinung: Halsbänder sind ausreichend, aber nur bei Hunden, welche die Leine nur zur Zierde tragen müssen, weil sie aufs Wort hören.
    Besonders, wenn sich der Hund noch nicht auf die Familie eingestellt hat und eine Leine zwingend notwendig ist, dann wird auch ein Geschirr notwendig. Seit etwa 1,5 Monaten haben wir einen kleinen Chi aufgenommen, anfangs war er sehr ängstlich und ist sofort wie ein wilder losgerannt, wenn ihm etwas nicht geheuer war (z.B. das Bellen von weit entfernten Hunden). Mittlerweile hat er sich an uns gewöht und richtet sich in Krisensituationen nach uns, aber ein Halsband kommt trotzdem nicht in Frage.
    Mein anderer Hund ist ein Cairn-Terrier mit ausgeprägtem Jagtinstinkt. Hier besteht die Gefahr, dass er sich im Wahn selbst stranguliert.

  • http://www.facebook.com/tanja.templer.7 Tanja Templer

    Oh ist das traurig…die arme kleine Naika. Hoffentlich musste sie nicht leiden.
    Ich habe auch einen Hund aus Spanien mitgenommen. Sie war noch ein ganz junger Welpe, ca 5 Wochen alt, so groß wie die Handinnenfläche u. 500gr. leicht. Sie ist ein Chihuahua-Pekinese Mix. Ich habe sie von Anfang an an ein Geschirr gewöhnt u. ihr auch im Wachstum mehrere gekauft u. nun haben wir eins, womit wir sehr gut zurecht kommen. Sie geht wenig an der Leine (hört gut auf Kommandos) somit wäre auch ein Halsband ok. Bei dem Hund (Terrier-Mix) meiner Schwester traten durch ein normales Halsband Atemprobleme auf. So dass er röchelte u. prustete. Auch noch nach dem Tragen des Halsbandes. Sie zieht sehr an der Leine. Nachdem dann auf ein Geschirr umgestiegen wurde, wurde das Leiden besser u. ist jetzt komplett verschwunden. Die Ungewöhnung war Anfangs nicht so toll, da der Hund schon älter ist. Aber nun wurde auch hier dass passende gefunden u. der Hund hat sich damit arrangiert. Ich persönlich finde also Geschirre für Hunde auch besser…und das am besten von Anfang an.

  • http://www.facebook.com/people/Marita-Pili/100000505292807 Marita Pili

    Ich habe eine Hündin aus Russland. Und wenn wir uns  an Orten bewegen wo es gefährlich werden könnte habe ich sie immer doppelt gesichert. Halsband und Geschirr. Habe das Geschirr verknotet und am Halsband befestigt. Wenn Sie raus schlüpfen sollte, dann hängt das Geschirr immer noch am Halsband dran und ich kann noch reagieren und sie festhalten.

  • Hundehex

    Ich denke es gibt keine eindeutige “Wahrheit”. Ein Hund, der nicht an der Leine zieht und gut im Signal steht, kann durchaus auch an einem Halsband geführt werden.

    Ängstliche Hunde, die ggf. leicht aus einem Halsband entwischen, Hunde mit Leinenaggression oder vielleicht sogar gesundheitlichen Problemen (Atemprobleme z.B. bei Kurzköpfigkeit, Luftröhrenkollaps etc) sollten genauso am Geschirr geführt werden wie Hunde, die an der Schleppleine laufen. Ein Hund, der mit 10 Meter Anlauf in die Schleppe rennt  ist nicht wirklich ein schöner Anblick und ich musste sowas leider schonmal bei einem anderen Hund live miterleben. Der Hund kam mit mehreren Bandscheibenvorfällen zum Tierarzt. Das hätte der Osteopathin sicher auch nicht gefallen.

    Und es sollte auch immer abgewogen werden, worum es geht. Wenn ich meinen Hund nicht ohne Leine laufen lassen kann, weil er z.B. Jagdtrieb habe, muss ich ihn entsprechend sichern. Und wenn ich ihn nicht auf Lebenszeit an einer 1 Meter-Leine Gassi führen will, muss eben eine Schleppleine her. Und an langer Leine eben nur am Geschirr, das gesundheitliche Risiko einer ernsthaften Verletzung ist da wohl als wichtiger einzustufen.

    Meine Hunde tragen sehr gern Geschirre, sie tragen aber auch Maßanfertigungen, die man für den gleichen Preis bekommt wie Konfektionsware. Mir persönlich wäre es natürlich am Liebsten meine Hunde würden weder das Eine noch das Andere tragen müssen, aber das ist so eben auch nicht möglich.

    Es mag Experten geben, die schlüssig darlegen können wie schädlich ein Geschirr für das Skelett ist. Es gibt aber auch Experten, die genau das Gegenteil schlüssig darlegen.
    Ich jedenfalls sehe immer wieder Hunde, die am Halsband fast erwürgt werden oder sich selber fast erwürgen, weil sie irgendwo hin wollen, wohin die Leine es nunmal nicht zulässt.

    Und zu argumentieren, dass die meisten Geschirre nicht passen, ist hier nicht der Punkt. Wenn ein Halsband nicht richtig eingestellt ist hat es auch keinen Zweck und ist schädlich. Ich sehe immer wieder Hunde, die ein viel zu enges Halsband tragen oder Halsbänder, die so locker sind, dass man es genausogut weglassen kann.
    Meine Hunde röcheln am Geschirr nicht, wenn sie ziehen, sie humpeln nicht und sie laufen völlig normal mit Geschirr. Sie wälzen sich im Gras und fühlen sich wohl. Das würden sie aber spätestens nicht mehr tun, wenn ihr Erzfeind um die Ecke käme und alle drei mit Vollkaracho in die Leine brettern. Ich habe einen Hund mit einer defekten Luftröhre, der schon beim geringsten Druck auf den Hals anfängt zu röcheln und keine Luft mehr bekommt. Am Geschirr hat er das Problem nicht – weil er eines hat, das passt.

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=1595629355 Stef Anie

    Sicher hat ein Geschirr viele Vorteile. Allerdings hat meine Hündin nur drei Beinchen, ihr fehlt der rechte Vorderlauf, weswegen wir mit einem Geschirr gar nicht zurecht kommen. Für uns ist ein Halsband die beste Lösung. Und ich denke jeder Hundehalter muss individuell testen womit sein Tier am besten zurecht kommt

  • http://www.facebook.com/miriam.gisimundo Miriam Gisimundo

    Ich gebe euch allen ja vollkommen recht aber ich hab da son Problem:

    Ich habe von anfang an ein Geschirr für meinen kleinen Jack Russel Tobi gekauft. Er hat ihn von anfang an gehast.. wenn er das geschirr gesehen hat ist er weggelaufen und wollte nicht raus.. wenn ich ihn das “gezwungen” habe das geschirr zutragen bewegte er sich nicht einen cm. er wurde wie versteinert und tat mir unglaublich leid. ich habe das Monate lang gemacht und dachte er gewöhnt sich dran… aber das tat er nich..
    Dann hab ich “zum ausprobieren” ein halsband gekauf. er liebt sein halsband… Wenn er ihn sieht will er ihn nicht mehr hergeben und freut sich raus zugehen… seit neusten bringt er sogar sein halsband wenn er raus will.. (das klappt jetzt seid halbes Jahr so super mit dem Halsband.)
    Heute morgen habe ich hier euren bericht gelesen und sofort mein geschirr raus gesucht.. aber es hat sich nichts geändert… es ist sogar schlimmer geworden.. jetzt ist der dein stein mehr mit geschirr um sonder zittert wie Wackelpudding…
    WAS SOLL ICH TUN??

    • Wolfsfan

      Hallo Miriam,
       
      Lies doch bitte meinen Beitrag „Antwort auf Birgit“. Ich hatte ähnliche Probleme mit meiner Hündin, nur hat sie sich unter den Esstisch verkrochen, wenn ich das Geschirr holte. Dein Jack-Russell hat sich eindeutig für das Halsband entschieden. Wenn ihr beide damit keine
      Probleme habt, dann solltest du deinem Hund auch kein Geschirr aufzwingen. Manchmal sind unsere Tiere „klüger“ als wir.
       
      LG, Nika

  • Pingback: Wochenrückblick: 8 Dinge, die Ihr vielleicht verpasst habt | VeganBlog.de

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=1314501643 Elaine Abdul Marley

    Es gibt auch Hundetrainer, die es genau andersherum sehen. Aus vielen Geschirren können sich Hunde sehr einfach herauswinden, aus einem RICHTIG eingestellten Halsband hingegen ist das quasi unmöglich. Und eine richtige Leinenführung kann man einem Hund auch eigentlich nur mit Halsband beibringen. Egal für welche Variante man sich entscheidet: man sollte wissen, was man tut und immer alles richtig eingestellt haben.

  • http://profile.yahoo.com/DNPB4S4NTIKZ5M47YMH2JFQCGY Sif

    Mein Hund braucht weder das eine,noch das andere (außer ganz selten, bei Arztterminen oder spazieren gehen etc.).
    Ich finde man sollte auch keinen Hund haben, wenn man in Vorstädten oder Städten wohnt,
    man kann einem Hund dort nicht bieten, was er wirklich braucht: Freiheit!
    Wir haben einen großen Hof, wo er selbst entscheiden kann, ob er lieber draußen ist oder drinnen, wann er auf die “Toilette” geht, und wann er spielen möchte.
    Ich finde wer einem Hund nicht ein soweit freies Entscheiden bieten kann,
    sollte auch keinen Hund haben, ich finde es immer wieder erstaunlich,
    wer sich so alles als Tierfreund sieht, aber dann in der Stadt mit seinem Hund n paar Mal am Tag gassi geht (meist auch nicht oft,wegen der Arbeit etc.) und den Rest des Tages in der Wohnung ist.
    Natürlich gibt es auch Wohnungen mit Gärten etc., und es muss sich jetzt nun nicht jeder, nur weil er in einer Stadt wohnt und einen Hund hat, angesprochen fühlen.
    Aber wenn ein Hund nicht frei herumlaufen kann (also auf einem großen Grundstück),
    dann finde ich das einfach nur schrecklich!
    Auf jeden Fall braucht man sich da nicht über solche Sachen wie “Hundegeschirr oder Halsband” keine allzu großen Gednaken machen, was den Hund sicher auch erfreut! ;)

    • Wolfsfan

      Hallo Sif,  sicherlich hat es dein Hund sehr gut bei dir, aber viele andere Hunde auch, obwohl sie in Vorstädten oder Städten leben.  Ich habe mir deinen Beitrag mehrmals durchgelesen und mir gingen dabei viele „Dinge“ durch den Kopf. Ihr habt einen großen Hof und du meinst in so einer „Freiheit“ sollte jeder Hund leben.  Meine Hündin habe ich in einem Tierheim „gefunden“. Ursprünglich kommt sie  aus einem türkischen Tötungslager. (Tierheim mag ich für diese Auffanglager nicht sagen.) Meine Hündin war damals ca. 10 Monate alt und wäre jetzt tot, wenn sie nicht nach Deutschland gekommen wäre. Eine von Millionen Straßenhunden! (Ich habe mir in einem Video angesehen, wie Hunde vergast werden. Sie leiden entsetzliche Qualen.) Schon als Kind war ich total „verrückt“ nach Hunden und als ich mir meinen Traum endlich erfüllen konnte, war für mich ganz klar, dass es ein Hund aus einem Tierheim sein wird. Meine Hündin ist total klasse, hat Freude etwas Neues zu lernen und  hat (leider) einen starken Jagdtrieb. Deshalb muss sie oft an der Schleppleine laufen. Das ist alles kein Problem für sie, weil sie in jedes Mauseloch oder Kaninchenbau ihre Nase hineinsteckt und dabei sehr herumbummelt. Ich mache viel Sucharbeit mit ihr, sie hat dadurch einen guten Ausgleich zum Jagen und ist mit viel Eifer dabei. Außerdem hat sie genügend Sozialkontakte, auf die wir uns beide freuen.  Die meisten Hunde aus den Tierheimen werden doch nicht auf einem Hof landen, so wie bei dir? Und sollen wir jetzt alles umkehren und aufs Land ziehen? Dann wäre es vorbei mit der Idylle bei dir.  Du sprichst von „Freiheit“. Das sei das Wichtigste für einen Hund. Das Wichtigste für einen Hund ist Sicherheit in einem „Rudel“. So eine Sicherheit kannst du einem Hund überall geben. Auch in der 10 Etage eines Hochhauses.Und wenn du dann noch für ausreichend Bewegung und genügend Kopfarbeit sorgst, wird er zufrieden und glücklich sein.

      inen lieben Grüß, Nika

      • http://profile.yahoo.com/DNPB4S4NTIKZ5M47YMH2JFQCGY Sif

         Hallo Nika,
        ja, da hast du natürlich vollkommen Recht!
        Natürlich ist es für einen Hund, der unter solchen Umständen gelebt hat “überall” schöner!
        Wie in meinem Beitrag schon gesagt, es sollte sich auch nicht an alle richten!
        Aber (jedenfalls habe ich es bis jetzt so erlebt) kommen bei dne meisten die Hunde aus einer Zucht (und ich bin sehr dagegen, wegen den ganzen Überzüchtungen, daraus entstehenden Krankheiten der jeweilen Rasse etc.).
        Wenn man Hunden (oder Tieren generell) helfen kann, dann ist das eine tolle Sache und dagegen ist nichts zu sagen!
        Aber es tun halt leider zu wenige, meiner Meinung nach.
        Es gibt genug Hunden, die kein zu Hause oder eben ein schlechtes haben, denen man  wirklich helfen sollte, auch im 10. Stock dann! ;-)
        Ich habe bei meinem Beitrag auch sehr an die Leute gedacht, die eben nicht viel denken, wenn du verstehst, was ich meine.
        Ich danke dir für die nette Antwort! :-)
        Man hat es leider viel zu oft, das man bei solch einem Kommentar blöd angemacht wird, weil sich jeder irgendwie Rechtfertigen will oder aus welchen Gründen auch immer.
        Lieben Gruß!