Berlin diskutiert über den „Hundeführerschein“

Aktuell wird in Berlin wird über den „Hundeführerschein“ diskutiert. Nicht die Bundesregierung will diesen einführen sondern das Land Berlin. Im Rot-Schwarzen Koalitionsvertrag war der „Hundeführerschein“ nur vage aufgeführt – nun soll in den kommenden Monaten über die konkrete Umsetzung diskutiert werden.

Die Landesregierung will größtmöglichsten Schutz der Bürger vor „gefährlichen Hunden“.  Einigkeit scheint darin zu bestehen, dass die stigmatisierende „Rasseliste“, die bestimmte Hunde unter Generalverdacht stellt, fallen soll. Unklar ist aber, ob ein „Hundeführerschein“ für Halter sogenannter 20/40 Hunde oder nach niedersächsischem Vorbild für alle Hundehalter eingeführt wird. Unter die 20/40 Hunde fallen die größeren und schweren tierischen Freunde, die mindestens 20 Kilo wiegen bzw. deren Widerristhöhe mindestens 40 cm beträgt. Da aber jeder Hund durch falsche Haltung und gewaltsame Erziehung aggressiv werden kann, sollten alle verantwortungsvollen zukünftigen Halter einen solchen Führerschein machen – unabhängig von „Rasse“ oder Größe!

So kommt dieser „Hundeführerschein“ auch und vor allem den Hunden zu Gute: Er soll eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter sowie eine tiergerechte Haltung sicherstellen. Da  Aggression entsteht, wenn Hunde nicht  tiergerecht gehalten oder gewaltsam erzogen werden, können Beißvorfälle so verhindert werden. Auch Spontankäufe werden verhindert – vor dem Hintergrund, dass jährlich 78.000 Hunde in Tierheimen abgegeben oder ausgesetzt werden ist das unbedingt zu begrüßen!

Für Touristen und einheimische Zweibeiner sollte in den Berliner Theoriekursen auch unbedingt darüber informiert werden, was Hundehalter tun müssen, wenn ihr Liebling sein Geschäft auf dem Bürgersteig verrichtet.

Wie so ein „Hundeführerschein“ aussehen kann erfahrt ihr unter www.peta.de/hundefueherschein.

Sollte der “Hundeführschein” beschlossen werden, muss gewährleistet sein, dass für die vorgesehenden Praxisseminare nur Hundetrainer zugelassen sind, die mit absolut gewaltfreien Methoden und auf dem neusten Stand der Verhaltensforschung arbeiten!

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=100000830832208 Andrea Winter

    Bitte diesen Artikel nochmal überarbeiten, 20/40 Hunde sind nicht!!! 20 cm hoch und 40 kg schwer, sondern umgekehrt. Bei 20cm und 40kg braucht man sicher keinen Hundeführerschein mehr, denn dann könnte sich der Hund ohnehin nicht mehr bewegen :-) Ansonsten, super dass die Rasselisten fallen sollen.

    • http://www.peta.de/ PETA

      Vielen Dank für den Hinweis! Ist geändert

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=1467366331 Bayonetta Rosenroth

    Sinnvoll, Punkt

  • Michelle Driene

    Find’ ich absolut toll! Sollte meiner Meinung nach überall eingeführt werden. Ich habe auch einen 20/40 Hund und er ist das liebste Tier auf Erden! Trotzdem gibt es immernoch Leute die nicht wissen wie eine artgerechte Haltung und Erziehung auszusehen hat. 

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=100001276504472 Lene Büh

    Absolut begrüßenswert. So würden Vorurteile gegenüber 20/40 Hunden hoffentlich den Rücktritt antreten und die Bevölkerung würde endlich erkennen, dass das Verhalten des Hundes nichts mit der Rasse, sondern mit der Haltung zu tun hat !

  • Wolfsfan

    Ist sehr zu begrüßen! Schade ist nur, dass der „Hundefühlerschein“ nicht Bundesweit eingeführt wird. Gerade Hundehalter kleiner (unter 40 cm) Vierbeiner vernachlässigen oftmals die Erziehung und setzen sich weder mit den Bedürfnissen noch mit den Verhaltensweisen ihres Tieres auseinander. (Ich will hier nicht jeden über einen Kamm scheren, denn es gibt durchaus auch hier verantwortungsvolle Halter.)
     
    Bei meinen täglichen Spaziergängen treffe ich jedoch diese typischen Fälle von Aggressionsverhalten an der Leine. Meistens ein kleiner Hund mit älterer Dame, die ihren Hund fast “stranguliert”, wenn ich mit meinem Hund näher komme. Der Kleine verteidigt dann auch prompt durch heftiges  Knurren oder Bellen sein Frauchen. Diesen Tieren wird die Möglichkeit genommen Sozialkontakte zu Artgenossen aufzunehmen. Für eine gute Sozialkompetenz ist es aber sehr wichtig mit anderen Hunden zu kommunizieren. Außerdem muss ein Hund die Möglichkeit haben seinen Bewegungsdrang auszuleben. Ein Leben an der Leine ist nicht tiergerecht und eine Quälerei!
     
    Als ich letztes Jahr den „Hundeführerschein“ gemacht habe, war ich doch sehr erstaunt, dass drei von fünf Leuten viele Fragen nicht beantworten konnten.
    Besonders die Fragen über Verhaltensweisen wurden falsch interpretiert. Diese Leute waren aber keine Hundeanfänger, sondern hielten sich für durchaus kompetent.
     
     

  • http://www.facebook.com/people/Birgit-Kruszek/100000130557833 Birgit Kruszek

    Find ich super!! vor allem für die Hunde….den kein Hund kommt böse oder aggressiv zur Welt…daran sind verantwortungslose Halter schuld, leider müssen die Hunde darunter leiden!!! Hoffentlich wird es durch so einen “Hundeführerschein” besser!!!

    • http://profile.yahoo.com/Q53HPBL7DUVHZF3KHWKVF2O6HM Kritiker

       Es wird nichts nützen. Auch Autofahrer ticken teilweise aus und Rasen und Drängeln. Wenn es der Mensch nicht schafft oder will, egal wie gross der Hund ist, wird er seinen Hund auch mit Führerschein nicht zu einem Schmusebär erziehen. Dann lieber Listenhunde und diese Rassen und vor allem ihre Besitzer besonders im Auge behalten.

      • http://www.facebook.com/people/Virginia-Rott/100002778901923 Virginia Rott

        Weißt du aber, was “Listenhund” für diese Hunde bedeutet? Ein Leben im Tierheim. Kein Tierheimbesucher nimmt sich einen Listenhund. Die Auflagen, die Kosten, sie sind viel zu hoch. Die meisten Leute wollen einfach nur einen Hund und keine Lebensaufgabe daraus machen, einen Hund zu adoptieren. Es reicht, wenn der Hund einmal ausbüchst, dann wird er überfahren oder erschossen, selbst, wenn er nachweislich Angst hat (nachzulesen immer wieder in der Zeitung). Es gibt Orte, in denen die Haltung von Listenhunden komplett untersagt ist. Das bedeutet: Ein dortiger Listenhund im Tierheim findet nie mehr ein neues Zuhause. Gerade diese Hunde sind aber sehr menschenbezogen und liebebedürftig.
        Das Ergebnis sieht man in allen Tierheimen – Listenhunde sind absolute Langzeitinsassen, es gibt Listenhunde, die mit 2 Jahren dort landen und mit 14 dort sterben. Das ist grausam und muss abgeschafft werden. Jeder Hundehalter muss im Auge behalten werden, verantwortungslose oder disziplinlose Haltung führt zu Problemen. Es gibt keinen Grund dafür, “Listenhundehalter” verstärkt zu beobachten.

        Ich habe viele unterschiedliche Hunde gehabt und gesehen. Kein Hund war jemals so sensibel, so wundervoll und so absolut anhänglich wie mein Staffordshire-Mischling.

        • Wolfsfan

          Genauso sehe ich das auch!
           
          Bei Begegnungen mit anderen Hunden hatte ich (meine Hündin) noch nie Probleme mit einem Staffordshire. Ich kenne sie auch nur als liebenswerte, durchaus verschmuste Hunde.
           
          Einige Rassen auf einer Liste zu führen, sie als Kampfhunde (immer noch im allgemeinen Sprachgebrauch üblich) einzustufen ist ein großes Unrecht den Hunden gegenüber. Diese Listen gehören endlich abgeschafft.
           
          LG, Nika
           

  • KeinFleisch

    Prima Idee, aber dann sollten ALLE  Hunde und Halter herangezogen werden, und
    der Test sollte erschwinglich sein.
    Allerdings bezweifel ich, daß der Test wirksam ist, wenn Hund und Kind alleine
    in der Wohnung auf sich gestellt sind.
    Die Ordnungsämter sollten sich mehr darum kümmern, daß die Hunde an der Leine geführt werden da wo viele Menschen und Wohnhäuser sind, und vor allem daß auch
    die Häufchen entfernt werden.
    Beißunfälle wird es leider immer geben, genau wie Autounfälle.

  • KeinFleisch

    Hallo,
    diese Gassirunden kenne ich auch. Meine Bullidame wurde letztens
    fast zerfleischt von einem kleinen Pinscher (hätte er denn dürfen).
    Genau solche HH sollten auch zur Prüfung. Leider wird solch ein Verhalten
    bei den “Kleinen” immer nur belächelt.

    • http://www.facebook.com/people/Virginia-Rott/100002778901923 Virginia Rott

      Absolut richtig. Selbst ein aggressiver Schäferhund, von denen es sehr viele gibt, weil diese Hunde fast nie ihrem Wesen entsprechend ausgelastet und beschäftigt werden, dürfen ungehemmt zubeißen. Aber beißt alle Jubeljahre ein Pitbull, hagelt es wochenlang Schlagzeilen…

  • Muh Kuh

    Ist doch super. Manche Leute sollten keinen Hund haben. Nicht nur, weil es dem Tier nicht gut geht, sondern auch, weil dadurch eine Gefahr für andere Menschen entsteht.

    • http://profile.yahoo.com/Q53HPBL7DUVHZF3KHWKVF2O6HM Kritiker

      Toll! Manche Leute sollten auch keine Kinder haben. Nivcht nur weil es diesen nicht gut geht sondern weil sie zu einer Gefahr für andere Menschen erzogen, oder besser nicht erzogen werden.

  • Hennx

    Ich sag mal so:
    Positiv an diesem Hundeführerschein ist schon das die Leute sich mehr mit ihrem Hund auseinandersetzen etc.
    aber:
    nur weil man einen Führerschein hat wird man nicht zum besseren Autofahrer äh Hundehalter ;)

  • http://www.facebook.com/people/Ziemann-Manuela/100002023899619 Ziemann Manuela

    Im Prinzip ist der Hundeführerschein gut, aber für jede Person , welche mal mit dem Hund Gassi geht wohl finanziell nicht tragbar. Beispiel: Familie 3 Kinder 5 Personen, müssten ca. 1000 € aufbringen- da werden die Tierheime sicher wieder überlaufen. Will man seinen Hund nicht alleine zu Hause lassen, muss ich dem Tiersitter- oder auch mehreren- erst mal einen Hundeführerschein bezahlen. Gilt auch für den Rentner, welcher seinen Hund schon viele Jahre hat und mal kurz ins Krankenhaus muss-. Da sollte wohl noch etwas nachgebessert werden, sonst bleiben die Hunde auf der Strecke!

  • http://profile.yahoo.com/Q53HPBL7DUVHZF3KHWKVF2O6HM Kritiker

    Bürokratie ohne Ende in Deutschland. Den Lokalpolitikern die über so etwas in Berlin diskutieren sollte mann ihren Arbeitsplatz mit den Hinterlassenschaften aller Berliner Hunde zusch…. .Bei Einführung dieses Wisches wird das Tierheim weiter überquellen, da sich viele Menschen die Kosten nicht mal schnell aus den Rippen schneiden können und die Älteren Menschen für die der Hund oft nur noch der einzige Lebensinhalt ist werden in Prüfungssituationen gebracht die sie letztlich überfordern.
    Wenn man über Führerscheine für alles und jeden nachdenkt, sollte man zuerst mal über einen Führerschein “Zur Kinderaufzucht” nachdenken, denn da liegen größere Probleme.

  • lupus2

    Also alle die hier so erfreut auf diesen “Hundeführerschein” (welch
    clevere Verharmlosung) reagieren sollten doch bitte zwischen den Zeilen
    lesen… Rasselisten fallen weg, einzelne Rassen werden nicht mehr unter
    Generalverdacht gestellt, gut, dafür werden jetzt alle Hunde und deren
    Beitzer unter Generalverdacht gestellt. Wer nachliest was bei diesem
    Hundeführerschein alles gemacht wird ist nah am “Wesenstest für alle”
    und nicht nur einzelne Rassen. Das wäre ja ggf. auch noch begrüßenswert,
    wenn dies für eben alle Hunde im Anschluß mehr Lebensqualität bedeuten
    würde. Ich habe aber noch nirgends lesen können, dass dann bestehende
    Leinenzwänge, auch in bebauten Gegenden, abgeschafft würden, deutlich
    mehr Freilaufflächen (damit es nicht zu krassen Überdosierungen und
    Reizüberflutungen kommt bei den Hunden die sich auf den wenigen jetzt
    dort drängeln), kurz gesagt, die hundgerechte Lebensweise verbessert, um
    nicht zu sagen ermöglicht, würde. Ich bin auch gespannt, wie die
    Gebührenordnung für den “neuen Wesenstest” ausschaut. Wenn das in den
    Bereich geht, des jetzigen Wesenstestes, dann ist das schlicht die
    Verbannung der Hunde aus der Stadt durch die Hintertür. 

  • lupus2

    Also alle die hier so erfreut auf diesen “Hundeführerschein” (welch
    clevere Verharmlosung) reagieren sollten doch bitte zwischen den Zeilen
    lesen… Rasselisten fallen weg, einzelne Rassen werden nicht mehr unter
    Generalverdacht gestellt, gut, dafür werden jetzt alle Hunde und deren
    Beitzer unter Generalverdacht gestellt. Wer nachliest was bei diesem
    Hundeführerschein alles gemacht wird ist nah am “Wesenstest für alle”
    und nicht nur einzelne Rassen. Das wäre ja ggf. auch noch begrüßenswert,
    wenn dies für eben alle Hunde im Anschluß mehr Lebensqualität bedeuten
    würde. Ich habe aber noch nirgends lesen können, dass dann bestehende
    Leinenzwänge, auch in bebauten Gegenden, abgeschafft würden, deutlich
    mehr Freilaufflächen (damit es nicht zu krassen Überdosierungen und
    Reizüberflutungen kommt bei den Hunden die sich auf den wenigen jetzt
    dort drängeln), kurz gesagt, die hundgerechte Lebensweise verbessert, um
    nicht zu sagen ermöglicht, würde. Ich bin auch gespannt, wie die
    Gebührenordnung für den “neuen Wesenstest” ausschaut. Wenn das in den
    Bereich geht, des jetzigen Wesenstestes, dann ist das schlicht die
    Verbannung der Hunde aus der Stadt durch die Hintertür.