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PETA ist neben knallharten Undercover-Recherchen, die die schockierende Wahrheit der Tierausbeutung zeigen, oder Promi-Motiven sicherlich am meisten noch für die spektakulären „Nacktdemos“ bekannt die – so gut wie jedes Mal – kontrovers diskutiert werden:

Die einen finden den Einsatz der Aktivisten (die dies nebenbei gesagt absolut freiwillig und unentgeltlich für die Tiere tun!) lobenswert und zollen ihnen Respekt, wenn sie bei Minusgraden im Bikini gegen Pelz demonstrieren oder bei 30° blutbeschmiert unter Cellophan-Folie zeigen, dass Menschen und Tiere die gleichen Teile haben und das Hühnchen aus dem Supermarkt auch ein Individuum mit Gefühlen und Empfindungen war. Die anderen sind sehr schnell beim altbekannten Sexismus-Vorwurf und lehnen diese Aktionsformen ab, da sie Frauen diskriminieren würden.

Dass das Geschlecht hierbei keine Rolle spielt, sondern die Einsatzbereitschaft, und durchaus auch männliche Aktivisten Haut zeigen wird viel zu schnell vergessen – genauso wie die Tatsache, dass es die Aktivisten freiwillig tun – und zwar für die Tiere, die ja bekanntlich keine Wahl haben! Von Ausbeutung kann also keine Rede sein.

Und ist es nicht eher Sexismus Frauen vorzuschreiben, dass sie nur hochgeschlossen und in Kleidung verhüllt auf einen Missstand aufmerksam machen dürfen? Oder sieht man bei den PETA-Aktionen etwas anderes als in der Werbung, am Strand oder Freibad? Warum tut PETA das?

Ja, Sex sells heißt es und zum Teil stimmt es, sonst würde es nicht schon seit Jahren funktionieren. Aber mal Hand aufs Herz: würde das Fernsehen oder die Zeitung darüber berichten, wenn 3 normal gekleidete Personen auf dem Marktplatz Poster mit schrecklichen Bildern in die Luft halten würden? Und wer würde es großartig Familie und Freunden erzählen? Stellt man 2 Leute hingegen unter eine transportable Dusche und zeigt so mit einem Augenzwinkern, dass hinter einem Kilo Fleisch der Wasserbedarf von einem Jahr lang täglich duschen steckt, hat man die Aufmerksamkeit auf seiner Seite und die Botschaft wird transportiert – und zwar an einen viel größeren Empfängerkreis.

PETA Deutschland hat als e.V. nun einmal nicht die finanziellen Möglichkeiten um gegen die großen Konzerne anzukommen, die den Medien- und Werbemarkt bestimmen und Kaufentscheidungen oder auch Werte beeinflussen. Deshalb muss man kreativ sein um möglichst kostenlose Werbung für unsere Anliegen und Kampagnen zu erhalten. Und durch die diversen „Nackt-Aktionen“ kann man so toll Wortspiele verbildlichen – oder wie würde es aussehen im Pulli hinter dem Banner „Die nackte Wahrheit“ zu stehen?

PETA setzt Nacktheit also nicht der Nacktheit willen ein, sondern als Mittel zum Zweck, die Menschen über Tierrechte zu informiern.

Klar muss es nicht jeder gut finden und selbst Initiative ergreifen (wobei wir über jeden neuen Aktivisten froh und dankbar sind! :)). Aber man sollte den vollen Körpereinsatz für die Tiere respektieren und nicht als Sexismus abtun – sondern als legitime Art das Thema Tierrechte einem breiten Publikum nahezubringen.

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Anja

seit 2004 vegan und seit 2007 bei PETA Deutschland, hat sie schon europaweit Kampagnen, Demos und Infostände betreut. Sie freut sich über jeden, der durch seine Entscheidungen die Welt für die Tiere besser macht und liebt P!NK – als Künstlerin und als starke Stimme für Tierrechte.